Luxembourg Art Week Highlights

Die kleine Stadt, das kleines Land Luxemburg wurde vergangenes Wochenende in achter Auflage von Kunst geflutet. Der Ort wächst mit der Luxembourg Art Week über seine Landesgrenzen hinaus und lässt dank der vielfältigen Positionen Augen begeistert größer werden. Das waren unsere Highlights.

Grotesk Genial

Leila Hekmats Arbeiten befassen sich mit Gesellschafts- und Familienstrukturen, Geisteskrankheiten, normativen Regeln und dem Grotesken. Sie verbinden Humor und Perversion in Übersteigerung und einer einzigartigen Ästhetik. Im Interview spricht die Künstlerin über Ikonographie und Inspiration.

Titten auf den Tisch

Hinter das für viele Menschen unpassende, aber gesellschaftlich vorherrschende Familienkonzept setzen die ausstellenden Künstler*innen bei Alpha Nova & Galerie Futura ein feministisches Fragezeichen. Mit “Beyond Nuclear Family” gucken Mothers Artlovers, Sophia Süßmilch, Sophie Utikal und viele weitere über den Tellerrand.

Schenkel und Skurriles

Die Ausstellung “Carol Rama” im Gutshaus Steglitz zeigt das graphische Spätwerk der Künstlerin. Die Arbeiten verbinden Extravaganz und Verwundbarkeit, Archaik und Kinderzeichnung und geben ein pars pro toto Bild des thematisch wie technisch reichen Oeuvres der Künstlerin.

Die Drag-Maschine

Vaginal Davis ist eine Institution. Seit den späten Achzigerjahren performt sie, provoziert auf erotische Weise und macht Lärm in all den Facetten ihrer Persönlichkeit. Ihr Drag ist radikal. Schonungslos ballert “The Wicked Pavilion” Besucher*innen bei Bortolozzi und Eden Eden ihr extrem intimes und multimediales Oeuvre entgegen.

Internet Explorer: Kunst online #6

Ein Projekt der Fondazione Prada erforscht die Möglichkeiten des „visual essays“, die Berlinische Galerie zeigt in ihrem virtuellen Videoraum einen höchstpolitischen Film von Igor Vidor, Wade Wallerstein bietet eine Anleitung für digitale Kuration und von Ed Atkins kann man sich jeden Morgen mit einer Zeichnung überraschen lassen.

Das Blaue Wunder

Die Installation “Lovesong” der Künstlerin Wu Tsang in der Galerie Isabella Bortolozzi bildet eine transzendentale Erfahrung in Raum und Klang. Das Portrait über den Soundkünstler Beverly Glenn-Copeland verbindet visuelle Farbwirkung mit intensiven Klangebenen. Der blaue Galerieraum als Ort der Spiritualität und Selbstreflexion.

Die Erweiterung der Sprache

MJ Harper ist ein multimedialer Performance-Künstler. In seinen Arbeiten verschmelzen Wort und Bewegung, visuelle und inhaltliche Ästhetik. Mit gallerytalk.net sprach er über Instagram, die kosmische Logik und die Bedeutung der Sprache in seiner Kunst.

Bang of a rotten show

“Crocopazzo!” in der Galerie Isabella Bortolozzi ist eine Synthese aus Weisheit und erstklassiger Unterhaltung. Visuell eine Zeitreise durch die Kostümgeschichte, inhaltlich eine Abhandlung über Moral und Selbstfindung, künstlerisch eine Hochleistung.

Surrealismus 3.0

Kopernikus trifft Maschinenzeitalter. Enrico Bajs Arbeiten in der Galerie Isabella Bortolozzi führen den Geist der klassische Moderne weiter und übersetzen ihn in die Sprache des 21. Jahrhunderts. Mysteriös und absurd regen sie zu einer nicht allzu ernsthaften Betrachtung der Gegenwart an und offenbaren dabei poetisch-philosophische Tiefe.