Wiener Kunstgriff
31.05. - 13.06.19

31. Mai 2019 • Text von

Die Festivalsaison ist eröffnet! Während die Sonnencreme im Regal verstaubt, packen wir den Regenparker aus und gehen auf drei Festivals und eine Ausstellungseröffnung.

Programmreihe: Late Night – PopPorn. Hier: Trevor Anderson: Docking, 2014. Canada, 2019, 04′ 06“. © Docking (Trevor Anderson).

Über das verlängerte Wochenende erstreckt sich die 16. Ausgabe des Kurzfilmfestivals Vienna Shorts, kurz VIS. Seit Dienstag wird ein dem Wortsinn nach engagiertes Programm im Stadtkino, im Burgkino, im Gartenbaukino und in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum präsentiert. Die zweiköpfige Festivaldirektion, Doris Bauer und Daniel Ebner, setzt Courage als diesjährigen Themenschwerpunkt und versammelt positive Visionen und gesellschaftliche Utopien im Film, die sich gegen den Reiz von einfachen Narrativen und zersetzenden Argumentationen wehren. In unterschiedlichen Sparten laufen bis zu 30 Minuten lange Filme, zusammengeführt zu maximal zweistündigen Programmpunkten, die eine thematische Fokussierung ermöglichen und vor allem Lust auf Kurzfilm machen!

WANN: Das Festival Vienna Shorts läuft noch bis Sonntag, 02. Juni 2019.
WO: Festivalzentrale ist das Stadtkino im Künstlerhaus, Akademiestr. 13, 1010 Wien. Programm gibt’s online.

Maque Pereyra: masaje reflexivo, 2019. Copyright Foto: Julia Klotz.

Im Tanzquartier werden am darauffolgenden Abend alle Geschlechter- und Genregrenzen niedergerissen. Zum zweiten Mal bietet das S_P_I_T_ Queer Performance Festival Künstler*innen und Interessierten eine Plattform für Fragen der Gleichberechtigung und Gerechtigkeit: Eine Schrei nach dekolonialisierten Köpern und Gehirnen und eine Invasion ausdifferenzierter Körpersprachen auf der Bühne! Performative Formate untersuchen im Laufe des Abends unterschiedliche Strategien des Empowerments, erforschen die Grenzen von Assimilierung und Kontrolle, ebenso wie Identitätspolitiken und eine in den Körper eingeschriebene, koloniale Vergangenheit.

WANN: Das Queer Performance Festival beginnt am Freitag, den 31. Mai 2019, um 18:30 Uhr.
WO: Tanzquartier Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien. Details hier.

Eine mögliche Ausstellung #1: Maximilian Anelli-Monti, Moritz Pisk: Echo Park. Courtesy of the artists.

„Eine mögliche Ausstellung“ heißt die neue Reihe im Kunstraum SUPER, „Echo Park“ die erste Ausgabe der möglichen Ausstellung. Maximilian Anelli-Monti und Moritz Pisk lassen Schallwellen an Wänden abprallen. Unterscheiden sich Clubs und Kunsträume, in denen soundlastige Arbeiten präsentiert werden, nicht lediglich durch die Beschaffenheit der Wände? Weiß verputzt oder mit Stickern beklebt? Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Prototyp eines Lautspechersystems, das diese Grenze zu verwischen versucht. Über technologische Neuerung in den Diskurs eingreifen, währenddessen Drinks ausschenken und sich am Ende des Abends über Musik streiten?

WANN: Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 05. Juni 2019, von 19 bis 21 Uhr statt.
WO: Kunstraum SUPER, Schönbrunner Straße 10, 1050 Wien.

Béla Tarr: Missing People, 2019. Copyright: Béla Tarr/Fred Kelemen.

Nach einer achtjährigen Regiepause präsentiert der ungarische Regisseur Béla Tarr, Hochkaräter der Filmgeschichte, sein neues Projekt. In Interviews wird er nicht müde festzuhalten: „This is not a movie!“. Tarr richtet seine Kamera auf Wien, genauer gesagt auf die Teile von Wien, die meist unsichtbar bleiben – auf der Leinwand, aber auch im alltäglichen Leben. Von Armut und Marginalisierung betroffene Menschen stehen im Fokus des Projekts „Missing People“: Der entstandene Film wird an seinem Drehort präsentiert, in Anwesenheit des Publikums und Abwesenheit der Protagonist*innen, die lediglich Spuren im Raum hinterlassen haben. Am Sonntag spricht Béla Tarr mit dem französischen Philosophen Jacques Rancière über seine Arbeit, Pflichttermin!

WANN: Der Film wird vom 13. bis 16. Juni 2019, jeweils um 18:00 und 21:00 Uhr gezeigt.
WO: Halle E im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien. Tickets hier.

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