Wiener Kunstgriff
05.09. – 08.09.16

5. September 2016 • Text von

Der September hat einiges an Programm zu bieten. Sprache steht bei Martin Kippenberger im Mittelpunkt. Wiener Galerien präsentieren außerdem ihre Ausstellungen gemeinsam mit internationalen Kuratoren und die diesjährigen Pressefotos im WestLicht stehen an.

Martin Kippenberger, Das Ende des Alphabets, 1989, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin. © Foto: A. Burger, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne.

Martin Kippenberger, Das Ende des Alphabets, 1989, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin. © Foto: A. Burger, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne.

„Selbstdarsteller“, „Kunst-Punk“, „Bürgerschreck“. Martin Kippenberger, einer der umstrittensten Künstler des 20. Jahrhunderts, bearbeitet kritisch und humorvoll das Künstlersein und den Kunstbetrieb. Sein komplexes Werk umfasst sowohl Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Schriften, Fotografie, Installation und Performance. Nach den großen Retrospektiven der letzten Jahre in London, New York und Berlin widmet das Kunstforum Wien dem Künstler eine Ausstellung, welche sich vor allem mit einem Aspekt seines Werks beschäftigt, der Sprache. Sie bildet den Kern seiner Kunst und taucht regelmäßig in Form von Bildtiteln, als Text im Bild, Wortwitze, schlechte Witze, Slogan, Reime etc. auf. Mit Hilfe der Sprache gelingt es Kippenberger gesellschaftliche Widersprüche unserer Zeit zu enttarnen.

WANN: Die Eröffnung findet am 7. September ab 18.30 statt.
WO: Bank Austria Kunstforum, Freyung 8, 1010 Wien

Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedachte, Arbeitstitel von Diedrich Diederichsen, © curated by_vienna 2016.

Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedachte, Arbeitstitel von Diedrich Diederichsen, © curated by_vienna 2016.

Ab Donnerstag findet zum achten Mal das Galerienfestival „curated by_vienna“ statt. Wiener Galerien zeitgenössischer Kunst konzipieren ihre Ausstellungen in Zusammenarbeit mit internationalen Kuratoren und Kuratorinnen. Diesmal unter dem Titel „Meine Herkunft habe ich mir selbst ausgedacht“. Eine der Fragen, mit denen sich der Arbeitstitel beschäftigt, ist ein neuer Personenkult in der zeitgenössischen Kunst. Während es den Avantgardisten noch ein Anliegen war, jegliche Assoziation mit früheren Kunstströmungen zu vermeiden, nehmen sich Künstler der Gegenwart wieder vermehrt der künstlerischen Vergangenheit an.

Spannend bei der kursorischen Umsetzung sind vor allem die Kooperationen zwischen Galerien und Gastkuratoren. So versammelt beispielsweise die Künstlerin Cosima von Bonin unter dem vielversprechenden Titel „Enough Romance. Let’s fuck“ eine Auswahl von Künstlern in der Gabriele Senn Galerie. Sehr empfehlenswert finden wir auch das Symposium am Freitag in der Wiener Seccession mit Panels, die spannende Überschriften tragen wie „After Patriarchy“ oder „Studio Art and Bedroom Production“.

Mehr Informationen zum Programm und den teilnehmenden Galerien findet ihr hier.

WANN: Das Festival eröffnet am 8. September, von 18 bis 21 Uhr. Das Symposium findet am 9. Spetember von 14 bis 19 Uhr statt.
WO: In allen teilnehmenden Galerien.

World Press Photo des Jahres 2015 / 1. Preis Fotoserien, Harte Fakten, Warren Richardson, Australien, Hoffnung auf ein neues Leben, serbisch-ungarische Grenze, 28. August 2015.

World Press Photo des Jahres 2015 / 1. Preis Fotoserien, Harte Fakten, Warren Richardson, Australien, Hoffnung auf ein neues Leben, serbisch-ungarische Grenze, 28. August 2015.

Um 19 Uhr eröffnet außerdem die World Press Photo Ausstellung zum fünfzehnten Mal im WestLicht. Seit 1955 bewertet eine jährlich wechselnde Jury die Einsendungen von Fotografen aus aller Welt. Die Ausstellung gilt als wichtigste Leistungsschau der internationalen Pressefotografie. In acht Kategorien wurden 42 Fotografen und Fotografinnen aus 21 Ländern für ihre Arbeiten ausgezeichnet. Zu den zentralen Themen dieses Jahres zählt vor allem der andauernde Konflikt in Syrien und die darauffolgende Flüchtlingswelle nach Europa.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am 08.09. um 19 Uhr.
WO: WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, 1070, Wien.

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