Things must start
S.M.S. - Shit Must Stop in München

8. September 2017 • Text von

Es tut sich etwas. Unter dem Namen “S.M.S. – Shit Must Stop” formiert sich in München eine neue Plattform für internationale zeitgenössische Kunst. Am Samstag wird das Projekt mit der Performance „The EROSKI SHOW“ von Gregor Hildebrandt offiziell vorgestellt.

SMS – Shit Must Stop – Munich.

Der Kunstmarkt hat in den letzten Jahren zunehmend an Geschwindigkeit aufgenommen. Der Messekalender ist voll, Galerien und Künstler sind Teil einer global agierenden Sphäre, die von Messen zu Biennalen reisen, um ihre Kunst einem ebenfalls global agierendem Publikum zu präsentieren. Das Internet, in dem Bilder in Hochgeschwindigkeit zirkulieren, amplifiziert diese Tendenz nur noch mehr. Für manche Galerien kann diese Maschinerie zur Falle werden, denn Kosten häufen sich an und auch der personelle Aufwand, an diesem globalen Treiben zu partizipieren, drückt mitunter schwer. Dennoch bleibt Internationalität unerlässlich.

okey-dokey.show

Um die Zwänge bestehender Marktsituationen zu hinterfragen und neue Formen des Austausches zu ermöglichen, haben Galeristen und Künstler begonnen, neue Formen der internationalen Zusammenarbeit und Kollaboration zu erproben. Bei Condo in New York luden 16 Galerien in Manhattan 20 internationale Galerien zu einem Zusammenspiel in ihren Räumen ein, die Dream Art Fairs finden parallel zu den großen Messen einfach im Internet statt und das Projekt Okey-dokey bringt internationale Galerien zusammen, um Räume in Düsseldorf und Köln zu bespielen. Einen ähnlich kollaborativen Ansatz verfolgen auch die Initiatoren von “S.M.S. – Shit Must Stop” in München. Das Ziel sei es, neue Strategien in der Zusammenarbeit zwischen Galerien, Institutionen und anderen kuratorischen Formaten zu entwickeln. Sichtbarkeit soll über künstlerische Qualität und inhaltliche Auseinandersetzungen generiert werden. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die lokale Szene, internationales Publikum soll angesprochen werden und auch der externe Blick auf München soll verändert werden, denn aktuell ist gute zeitgenössische Kunst wohl nicht die erste Assoziation zur Stadt.

The EROSKI SHOW

Es existiert zwar noch keine fixierte Liste der Teilnehmer aber einige renommierte Galerien und Institutionen sind bereits mit an Bord. Im Herbst 2018 wird “S.M.S. – Shit Must Stop” zum ersten Mal stattfinden. Es soll Kooperationen mit internationalen Galerien geben, ein Rahmenprogramm und vielleicht auch einen zentrale Ort, an dem kuratierte Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden können. Trotz des vielleicht rotzigen Namens, eine Hommage an den Künstler, Sammler und Galeristen William Copley, versteht sich „SMS – Shit Must Stop“ nicht als Gegner bereits bestehender Strukturen. Vielmehr wollen die Initiatoren gegenseitige Unterstützung und Kooperation fördern. Über Galerie-Gastspiele sollen internationale Netzwerke nach München gebracht werden, der Kontakt vertieft und Austausch ermöglicht werden.

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, welche konkreten Formen “S.M.S. – Shit Must Stop” nächstes Jahr annehmen wird, welche Galerien und Institutionen teilnehmen werden und wie das Projekt insgesamt angenommen wird, ist die Motivation hinter dem Projekt durchaus plausibel. München als Kunststadt kann einen frischen, internationalen Wind durchaus vertragen und bis Herbst 2018 kann sich auch noch einiges entwickeln. Offiziell wird das Konzept aber schon am 9. September diesen Jahres mit der Performance „The EROSKI SHOW“ von Gregor Hildebrandt im Pop-Up-Space „By Prinzip“ an der Münchner Freiheit präsentiert.

WANN: Die Performance findet am 9. September ab 19 Uhr statt.
WO: Pop-Up-Galerie „By Prinzip“ an der Münchner Freiheit 7, 80802 München.

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