Ruhrpott, jawoll!

4. November 2015 • Text von

Wer nicht gerade aus dem Ruhrgebiet kommt oder Verwandte dort glücklich weiß, jongliert in puncto Pott gern mit Klischees. Irgendwie schmuddelig soll’s da sein, vielleicht serviert man die weltbeste Currywurst, ziemlich sicher heißt es „usselig“, wenn der Hamburger Schietwetter meint, und äh Helge Schneider halt. Das ist natürlich aber noch lange nicht alles. Gibt nämlich auch ziemlich feine Kunst dort, echt wahr!

Damit ihr bei all unserem Lokalpatriotismus in Zukunft nie, aber auch nie wieder vergesst, dass es nicht nur in Berlin, Hamburg, Nürnberg und München gute Kunst zu gucken gibt: Legt euch doch gleich kunstgebiet.ruhr bei den Klick-Favoriten ab. Hinter der Adresse mit der schnieken Top-Level-Domain verbirgt sich ein digitaler Kunstführer fürs Ruhrgebiet. Funktioniert ohne Werbung, dafür mit Förderung der RAG-Stiftung – und funktioniert vor allem gut.

www.kunstgebiet.ruhr - Der digitale Kunstführer für das Ruhrgebiet

www.kunstgebiet.ruhr – Der digitale Kunstführer für das Ruhrgebiet

Wollt ihr einfach etwas stöbern und mal sehen, was das Ruhrgebiet derzeit so vorhält, könnt ihr entweder nach Kunstform, Künstler oder Institution filtern. Wenn ihr aber tatsächlich mal gen Pott düsen wollt, kommt ihr an den „Kunstrouten“ nicht vorbei. Da sind wir dann auch schon bei unserem Favoriten angelangt.

Wolfgang Christ/Jürgen LIT Fischer: Tetraeder, 1995, Stahlkonstruktion mit drei Aussichtsplattformen, Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock, © VG BILD-KUNST Bonn, Wolfgang Christ, Foto: RAG-Stiftung

Wolfgang Christ/Jürgen LIT Fischer: Tetraeder, 1995, Stahlkonstruktion mit drei Aussichtsplattformen, Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock, © VG BILD-KUNST Bonn, Wolfgang Christ, Foto: RAG-Stiftung

Ihr habt keine Idee, was man zwischen Gladbeck und Bottrop so anstellen kann? Kein Problem: kunstgebiet.ruhr hat gleich 17 – inklusive großem Finale vor Wolfgang Christs Tetraeder samt Lichtinstallation von Jürgen LIT Fischer.

Kein Bock auf Gelsenkirchen? Dann der Laune wegen vielleicht mal den Energie-Transformator von Hermann J Kassel angucken gehen. Die Kunst steht auf der Straße und es ist ein verdammtes Glück, dass man zuweilen mit der Nase drauf gestoßen wird. Dank kunstgebiet.ruhr könnte das in Zukunft öfter vorkommen.

Hermann J Kassel: Energie-Transformator licht-grün, 1999, Glasbausteine auf Fundamentplatte, Photovoltaik-Anlage, LEDs, 300 cm x 300 cm x 300 cm, Gelsenkirchen, © VG BILD-KUNST, Bonn, Foto: kunstgebiet.ruhr.

Hermann J Kassel: Energie-Transformator licht-grün, 1999, Glasbausteine auf Fundamentplatte, Photovoltaik-Anlage, LEDs, 300 cm x 300 cm x 300 cm, Gelsenkirchen, © VG BILD-KUNST, Bonn, Foto: kunstgebiet.ruhr.

Und nicht nur in puncto Kunst im öffentlichen Raum haben die Macher des Portals die Nase vorn. Bei Künstlern punkten sie mit einem digitalen Schwarzen Brett für Wettbewerbe, Stipendien und Atelierräume, bei so ziemlich jedem nachhaltig denkenden Menschen mit besonderen Kunst-Tipps für Jugendliche.

kunstgebiet.ruhr ist ein sorgfältig aufbereitetes Liebhaber-Projekt. Wer Kunst und Heimat lieb hat, muss dem Charme des Portals wenigstens ein kleines bisschen in den Kescher schwimmen. „Wo anders ist auch was los“, schreiben wir uns auf jeden Fall artig hinter die Ohren. Fehlt eigentlich nur noch irgendein dummer Witz zu Grönemeyers „Bochum“, oder? „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt.Tief im Westen …“

– in freundlicher Zusammenarbeit mit kunstgebiet.ruhr –

Agustín Ibarrola: Totems, 2002, 105 bearbeitete Bahnschwellen aus Eichenholz, Farbe, Höhe: ca. 1,50 – 2,70, Halde Haniel, Bottrop, © VG BILD-KUNST, Bonn, Foto: Katharina Kemper

Agustín Ibarrola: Totems, 2002, 105 bearbeitete Bahnschwellen aus Eichenholz, Farbe, Höhe: ca. 1,50 – 2,70, Halde Haniel, Bottrop, © VG BILD-KUNST, Bonn, Foto: Katharina Kemper