Nürnberger Kunstgriff
24.11. – 30.11.17

24. November 2017 • Text von

Nein, Nürnberg ist noch nicht ganz in Weihnachtsstimmung. Wir beschäftigen uns lieber mit wichtigen Fragen aus Kunst und Alltag, die oft zu kurz kommen, etwa: Gibt es doch Gespenster? Woher kommt eigentlich der ganze Sand und nicht zuletzt, was ist eigentlich zwischen den Bildern los?

Daniel Sabranski: Erscheinungen auf der Treppe, 2017

Daniel Sabranski: Erscheinungen auf der Treppe, 2017

Gespenstisch geht es im Kunstverein Kohlenhof zu. Der aus Köln stammende Künstler Daniel Sabranski beschäftigt sich mit paranormalen Phänomenen und fotografischen Aufzeichnungen von ungeklärten Erscheinungen, deren ästhetisches Potential er in seinen Collagen und Videoarbeiten auslotet. Seine Arbeit nutzt eine Bild und Formenwelt, die für gewöhnlich dem Reich des Esoterischen zuzuordnen wäre – Sabranski allerdings nutzt diese für ganz eigene Experimente zwischen Abstraktion und bildlicher Präsenz.

WANN: Die Geisterstunde der Ausstellung „Phenomena“ beginnt am Samstag, den 25. November, um 19h.
WO: Alle Mutigen trauen sich in den Kunstverein Kohlenhof in der Grasersgasse 15/21.

Stefanie Zoche: „Tetrapode“, Sand, Epoxidharz, 2,18 x 2,18 x 2,18 m, 2015 © Stefanie Zoche, VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

Stefanie Zoche: „Tetrapode“, Sand, Epoxidharz, 2,18 x 2,18 x 2,18 m, 2015 © Stefanie Zoche, VG Bild-Kunst, Bonn, 2017

Was gibt es noch zahlreicher als Sandkörner in der Wüste, könnte man meinen. Doch tatsächlich wird Bausand in einer Welt der Megacities und des anhaltenden Baubooms zur knappen Ressource, wie wir in der Ausstellung „Sand“ der Münchner Künstlerin Stefanie Zoche lernen. In ihren Fotografien, Installationen und Filmen führt sie ein überraschendes und faszinierendes Gesamtbild über ein unterschätztes Material vor.

WANN: Am Mittwoch, den 29. November, um 20 Uhr wird losgerieselt.
WO: Das Kunsthaus im KunstKulturQuartier in der Königstrasse 93 wird zum Sandkasten.

Malte Zenses, unrasiert, 2017 / les, nah, rac, 2017. Installationsansicht Felix Kultau und Malte Zenses – Pay for Rituals, fiebach, minninger, Köln, 2017.

Malte Zenses, unrasiert, 2017 / les, nah, rac, 2017. Installationsansicht Felix Kultau und Malte Zenses – Pay for Rituals, fiebach, minninger, Köln, 2017.

Der aktuelle Stipendiat des Marianne-Defet-Stipendiums Malte Zenses bekommt Gelegenheit seine Arbeit im Kunstverein Nürnberg, Albrecht-Dürer-Gesellschaft zu präsentieren. In seinen subtil-abstrakten Bildern und Objekten verbindet der in Berlin lebende Künstler persönliche Erfahrungen mit Fragestellungen aus der Grafik und Semiotik zu einem zurückhaltenden aber komplexen Gesamtgefüge. Die chiffrenhaften, zeichnerischen Setzungen seiner Leinwände können mal als Geste, mal als Zeichen gedeutet werden und legen in ihrer reduzierten Präzision einen Fokus auf die Leere des Raums und die fragmenthafte Wirkung von Bildern und Kunstwerken.

WANN: Die Ausstellung „in tyrannis“ eröffnet am Donnerstag, den 30. November, um 19 Uhr.
WO: Die Albrecht-Dürer-Gesellschaft residiert in der Kressengartenstraße 2.

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