Nürnberger Kunstgriff
21.10. - 27.10.16

21. Oktober 2016 • Text von

Nürnberg gleicht dieser Woche einem Verwirrspiel aus Imitation und Duplikaten, Farben und Künstlern im Wohnzimmer. Doch keine Angst, der Kunstgriff eilt rettend zur Hilfe und schafft Klarheit.

Blick in die Ausstellungsräume mit Werken von Inge Gutbrod und Markus Kronberger, 2016, Foto: Annette Kradisch © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Kunstvilla im KunstKulturQuartier

Blick in die Ausstellungsräume mit Werken von Inge Gutbrod und Markus Kronberger, 2016, Foto: Annette Kradisch © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 / Kunstvilla im KunstKulturQuartierBild-Kunst, Bonn 2016.

In der Kunstvilla sind ab kommender Woche mit der Ausstellung „Zwischen den Farben“ zwei Nürnberger Künstler im Dialog mit den Räumlichkeiten und miteinander zu sehen. Inge Gutbrod und Markus Kronberger, die sich bereits seit ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Akademie kennen, widmen sich, wenn auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise, beide dem Phänomen der Farbe und des Raumes. Gutbrod arbeitet dabei hauptsächlich mit Paraffinwachs, welches sich nach Belieben einfärben und dessen Aggregatzustand sich ändern lässt.
Markus Kronberger, einer der bekanntesten Nürnberger Vertreter der Konkreten Malerei, fokussiert sich in seiner Malerei auf das Quadrat als Ausgangsform und erweitert dieses Grundmotiv durch grafisch gestaltete Schriftzüge. Die Ausstellung erlaubt nicht nur die direkte Gegenüberstellung der beiden Künstler, sondern zeigt zugleich einen Querschnitt durch deren Hauptwerke der und  Entwicklung. Zusätzlich sind mehrere ortsbezogene Werke zu sehen, die eigens für die Räumlichkeiten der Kunstvilla geschaffen wurden. Bemerkenswert ist das Begleitprogramm zur Ausstellung; es werden Führungen, Workshops und Künstlergespräche angeboten.

WANN: Die Ausstellung läuft vom 27. Oktober bis zum 16. April 2017. Eröffnet wird am Mittwoch, den 26. Oktober ab 20 Uhr.
WO: In der Kunstvilla im KunstKulturQuartier, Blumenstraße 17, 90402 Nürnberg.

Sherrie Levine, "False God", 2008, Leihgeber und Foto: Privatsammlung. © Neues Museum Nürnberg.

Sherrie Levine, „False God“, 2008, Leihgeber und Foto: Privatsammlung. © Neues Museum Nürnberg.

Die US-amerikanische Künstlerin Sherrie Levine ist in ihrer Heimat gefeiert, in Deutschland hingegen ist sie bisher eher Kennern bekannt. Dies wird sich nun ändern, denn das Neue Museum widmet ihr mit  mit der Ausstellung „Sherrie Levine. After All„, die Werke aus 35 Jahren umfasst, nun die seit Langem  erste Ausstellung im deutschsprachigen Raum. Levine betreibt in ihrem Werk das, was unter vielen Künstlern höchst umstritten ist und dennoch seit Jahrhunderten betrieben wird: Sie wiederholt und dupliziert Ikonen der Moderne, darunter Edgar Degas, Yves Klein, Man Ray und viele andere. Dies wirft brennende Fragen nach Authentizität und Autorschaft auf und lädt zur kritischen Auseinandersetzung. Weiterhin beleuchten Levines Werke in Form von Fotografie, Malerei und Plastik die Rolle der klassischen Moderne für das Selbstverständnis der Gegenwart.

WANN: „After All“ wird ab dem 28. Oktober zu sehen sein. Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 27. Oktober um 19 Uhr statt.
WO: Neues Museum Nürnberg, Eingang Klarissenplatz, 90402 Nürnberg.

 
© Sebastian Franz

© Sebastian Franz.

In der Akademie Galerie kann man die Künstler der Ausstellung „AGAIN: wie wollen wir leben“ zuhause besuchen. Nicht ganz zuhause zwar, aber in dem Wohnraum, in den sie den Galerieraum im Rahmen der Ausstellung verwandeln, inklusive  Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche, Büro, Werkstatt und Garten. Die Grenzen zwischen Alltag und künstlerischer Praxis verschwimmen für die Akteure, ihre Privatsphäre wird durch Gespräche mit Ausstellungsbesuchern öffentlich. Auch hier geht es um Autorschaft, die einzelnen Werke der teilnehmenden Künstler Nicole Knap, Catherine Lehnerer, Kristina Tautz und Sebastian Franz werden zum kollektiven Gesamtwerk.

WANN: Die Ausstellung läuft durchgehend vom 27. Oktober bis zum 13. November. Zur Eröffnung ist am Mittwoch, den 26. Oktober ab 19 Uhr geladen.
WO: Akademie Galerie Nürnberg, Halle 13 Auf AEG, Muggenhofer Straße 135, 90429 Nürnberg.

 

 
Das Banner der "Imitate" © Edel Extra

Das Banner der „Imitate“ © Edel Extra.

Auch das Thema Imitation taucht in der Nürnberger Kunstwoche erneut auf: Im Edel Extra gastieren seit einiger Zeit im Rahmen des Kunstfestivals „Imitate“ sechs Veranstaltungen, die einen Blick auf die Wahrheit verschiedene Realitäten werfen und sich an die Ideale vergangener oder zukünftiger Sensationen anlehnen. Mit einigen Veranstaltungen hatten wir bereits das Vergnügen, nun stehen noch die „Quelle Sommerkollektion“ von Bernd Pflaum am Freitag, den 21.10. und die Vernissage der „Jahresausstellung“, kuratiert von Susanne Körner und unter Mitwirken anderer Lehrender der Akademie, am Mittwoch, den 26. 10. aus.

WANN: Imitiert wird noch bis zum 10. November.
WO: Im einzig wahren Edel Extra, Müllnerstr. 22, 90429 Nürnberg.

 

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