Nürnberger Kunstgriff
15.04. - 21.04.2016

15. April 2016 • Text von

In dieser Woche bewegen wir uns in Extremen. Wir haben einen bekannten Namen für alte Kunsthasen im Programm und einen, den man sich merken sollte. Grob gesagt, ihr habt die Wahl zwischen psychedelischen, fröhlichen Mustern und Collagen und Installationen, die zu denken geben.

In der Popart-Galerie Flügel-Roncak trefft ihr auf den englischen Altmeister der Kunstprovokation: Damian Hirst. Diesmal hat er keinen Hai in Formaldehyd dabei und ihr müsst euch auch nicht vor diamantbesetzten Schädeln fürchten. Was kommt ist viel zahmer: Die Galerie präsentiert bis Ende Mai Werke aus dem „LOVE Gold“-Portfolio des Künstlers. Ihr seht Schmetterlings- und Herzprints. Wenn ihr ein solches Stück besitzt, könnt ihr dem „Horror in der Welt“ etwas entgegensetzen, behaupten jedenfalls Damian Hirst und Flügel-Roncak. Wir hoffen, dass es wahr ist. Für noch mehr positives Karma schaut euch Hirsts Werke aus der „Psalm“-Serie an. Dass Mandalas beruhigend wirken, wissen die Trendsetter mit Malbüchern unter euch.

WANN: Ab dem 15.04.2016 zeigt die Galerie für Pop Art und zeitgenössischen Kunst Werke von Damian Hirst.
WO: Die Galerie Flügel-Roncak findet ihr ganz zentral in der Obere Wörthstrasse 12, 90403 Nürnberg.

Damien Hirst: "Psalm - Miserere mei Deus" 2015 © GALERIE FLUEGEL-RONCAK.

Damien Hirst: Psalm – Miserere mei Deus, 2015 © GALERIE FLUEGEL-RONCAK.

Unser zweiter Tipp führt euch in die bunsen-goetz galerie. Vielleicht holt ihr euch zuerst bei Damian Hirst Kraft, dann kann es hinter der Nürnberger Burg losgehen: „Maybe this world is another planet`s hell“ gilt für die Ausstellung von Kerstin Himmler. Die Ansbacherin hat bei Stephan Balkenhol in Karlsruhe studiert. 2013 ist sie mit der Installation „Die Beute der Meute“ dem Nürnberger Publikum auf der RathausArt begegnet. Himmlers Werke sind buchstäblich vielschichtig, sie verwendet nicht nur unterschiedliche Materialien für ihre Collagen und Installationen. Die Themen ihrer Arbeiten haben zumeist einen bildhaften und doppelbödigen Sinn, sie sind „Allegorien der allgegenwärtigen Bedrohung des Lebens und Existenz“, schreibt die bunsen goetz galerie. Das Thema der Ausstellung führt in eine Welt nach Charles Addams: “Normal is an illusion. What is normal for the spider is chaos for the fly.”

WANN: Am 22. April habt ihr Gelegenheit ab 19:00 Uhr die Vernissage zu besuchen.
WO: Der „Pool“ der bunsen goetz galerie liegt im Stadtteil St. Johannis in der Bucher Str. 83.

Kerstin Himmler: Quitte, Kohl und Winkekatze, Collage, © Bunsen Goetz Galerie.

Kerstin Himmler: Quitte, Kohl und Winkekatze, Collage © Bunsen Goetz Galerie.

Letzte Station: »Ich bin nicht auf dieser Welt« im Studio des zumikon. Wer den Blick hinter die Realität sucht, wird bei Susanne Carl und Bruno Weiß fündig. Ihre Arbeiten sind Masken und Perücken, die sie an sorgsam ausgewählten Orten fotografieren. Für den Betrachter fühlt sich das so an: „Warum steht die Frau mit einem Regenschirm im Brunnen? Wohin geht der Mann im Schnee mit dem Koffer? Warum trägt der Schwimmer einen Hut?“.
Die Geschichten, die die Künstler mit den Fotografien erzählen, sind abgründig, schräg und manchmal ein wenig traurig. Genehmigt euch eure „Prise Anarchie im Alltag“, wie das Institut für Moderne Kunst uns die Ausstellung anpreist.

WANN: Am 21. April seid ihr zur Vernissage um 20:00 Uhr eingeladen.
WO: Das Studio im Zumikon liegt nahe der Pegnitz, in der Großweidenmühlstraße 21.

Susanne Carl und Bruno Weiß: "Ich bin nicht auf dieser Welt"

Susanne Carl und Bruno Weiß: „Ich bin nicht auf dieser Welt“

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