Nürnberger Kunstgriff
14.10. – 20.10.16

14. Oktober 2016 • Text von

Der Kunstnachwuchs zeigt uns wie der Hase läuft, ein alter Maler-Hase wird für sein Lebenswerk gewürdigt, bunte Farben verdrehen uns außerdem den Kopf bis uns ganz schwindlig wird und Kriegsfotografien bringen uns zum Nachdenken. Ganz schön viel los in dieser Kunstwoche, aber seht selbst.

Peter Angermann: Lom, 2010 © Peter Angermann.

Peter Angermann: Lom, 2010 © Peter Angermann.

In der Galerie Sima ist ab kommender Woche der Künstler Peter Angermann vertreten. Anlass der Ausstellung ist die Verleihung des Großen Preises der Stadt Nürnberg an Angermann. Besonders in und um Nürnberg ist der Künstler mit seinen bunten neoexpressionistischen Werken ein Begriff, doch auch darüber hinaus ist er national wie international in renommierten Ausstellungshäusern oder durch seine Kunst im öffentlichen Raum vertreten. Die Ausstellung „Trampolin“ zeigt nun neben neuen Gemälden Angermanns viele seiner weniger bekannten Zeichnungen.

WANN: Peter Angermann lädt am Dienstag, den 18. Oktober um 19 Uhr zur Eröffnung; die Austellung läuft anschließend bis zum 16. November. Die öffentliche Presiverleihung findet am Montag, den 7. November um 19.30 Uhr in der Tafelhalle Nürnberg statt.
WO: Die Ausstellung könnt ihr in der Galerie Sima, Hochstraße 33, 90429 Nürnberg, besuchen.

Tomasz Skibicki: Live Low Work High, 2016 Videostill © Tomasz Skibicki 2016

Tomasz Skibicki: Live Low Work High, 2016 Videostill © Tomasz Skibicki 2016.

Besonders freuen wir uns wie immer auf die Absolventenausstellung der AdBK Nürnberg. Insgesamt 36 Studierende aus nahezu allen Klassen, von Freier Malerei über Bildhauerei bis hin zu Grafik Design und vielen mehr, zeigen Arbeiten, die sie persönlich als besonders wegweisend für ihre künstlerische Laufbahn erachten. Der Campus selbst verwandelt sich dabei in einen Ausstellungsraum; zur gleichen Zeit heißt es für die Studenten Abschied nehmen vom geschützten Umfeld der Akademie. Wir lassen uns gerne überraschen, was die Absolventen dieses Jahr mit der Fülle an künstlerischen Ausdrucksmitteln erarbeitet haben. Die besten Arbeiten der Austellung werden mit dem Absolventenpreis ausgezeichnet, zudem erscheint ein Katalog mit allen Werken.

WANN: Die Austellung läuft vom 20. bis 23. Oktober; eröffnet wird am Mittwoch, den 19. Oktober um 19 Uhr.
WO: In der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Bingstr. 60, 90480 Nürnberg.

Edgar Diehl: Laxmansola, 2014  © Bunsen Goetz Galerie

Edgar Diehl: Laxmansola, 2014 © Bunsen Goetz Galerie.

Starke Farben und geometrische Konstruktionen bestimmen das Werk Edgar Diehls. In seiner zweiten Ausstellung in der Bunsen Goetz Galerie, „…und seitdem ist mir schwindlig“, setzt sich der Künstler besonders mit der Frage auseinander, wieviel Farbe nötig ist, damit sie erlebbar wird. Als Medium präferiert Diehl dabei das Relief, das zwischen reiner Bildfläche und Skulptur, zwischen zwei- und dreidimensional liegt. Der Künstler selbst, der bereits seit den 80er Jahren intensiv am Thema Farbe forscht, sieht seine Reliefs als Landschaften. Das Ergebnis sind Werke, die die Übergänge zwischen den Dimensionen verwischen; ein Effekt, der durch die starke Farbigkeit noch unterstützt wird. Und ja, ein bisschen schwindelig kann einem bei langem Hinsehen tatsächlich werden…

WANN: Die Vernissage findet am Donnerstag, den 20. Oktober um 19 Uhr statt.
WO: In der Bunsen Goetz Galerie, Pool der zeitgenössischen Kunst, Bucher Straße 83, 90419 Nürnberg.

 
© Christoph Bangert

© Christoph Bangert

Ein ernstes Thema wird im Künstlerhaus im KunstKulturQuartier künstlerisch behandelt. In der Ausstellung „Vom Lachen und vom Sterben“ zeigt Christoph Bangert Fotografien ausgewählter Werke seiner zwei Projekte „hello camel“ und „war porn“. Beide Fotobände zeigen Fotografien von Kriegsschauplätzen in Afghanistan, Indonesien, Libanon, Gaza und dem Irak, allerdings aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Während „war porn“ sich intensiv mit der gewalttätigen Seite des Krieges auseinandersetzt, zeigt „hello camel“ die skurrilen Seiten – da steht auch schonmal eine Plastik-Toilette mitten im Nirgendwo in Afghanistan. „Vom Lachen und vom Sterben“ bringt nun diese beiden Aspekte des Krieges, Absurdität und Gewalt, zusammen und stellt gleichzeitig zur Diskussion, wie unsere westliche Gesellschaft mit ebendiesen Themen umgeht.

WANN: Die Fotoausstellung eröffnet am Donnerstag, den 20. Oktober, um 20 Uhr, und läuft bis zum 20. November 2016.
WO: Im Künstlerhaus des KunstKulturQuartier, Königstraße 93, 90402 Nürnberg.

Weitere Artikel aus Nürnberg