Nürnberger Kunstgriff
07.10. – 13.10.16

7. Oktober 2016 • Text von

Nürnberg, du Überraschungsei! Letztes Wochenende hast du uns beim Art Weekend  in die Galerien der Stadt gelockt. Jetzt gibt es die nächsten Highlights. Mit Fotografien für Fortgeschrittene und echter Kunst unter falscher Flagge.

Das Banner der "Imitate" © Edel Extra

Das Banner der „Imitate“ © Edel Extra

Das Edel Extra arrangiert ein echtes Kunstfestival und nennt es „Imitate“. Sich heftigst abarbeitend an den Idealen der jüngeren und älteren Vergangenheit hat diese Kunstinstitution sechs Veranstaltungen aufgestellt, die „sich schmiegend leicht an die Ideale vergangener oder zukünftiger Sensationen anlehnen und weit darüber hinausragen werden.“ Wir sind schwer beeindruckt und folgen den Edlen zu heimelig bekannt klingenden Veranstaltungen wie der „Blauen Nacht“ mit Lilly Urbat, den „Bierchen und Bühnchen“ mit Claudia Holzinger, dem „1. Gostenhofer Gin Tonic Festival mit Fischstäbchen“ unter der Leitung von Karin Kolb und Alexander Racz, zum „Klassik Open Air“, dirigiert von Susanne Wohlfart und Raphael Unger, zur „Quelle Sommerkollektion“ von Bernd Pflaum oder der „Jahresausstellung“, nur echt mit den Lehrenden der AdBK Nürnberg, kuratiert von Susanne Körner. Damit frühstücken wir die Nürnberger Kultur in einem Monat ab.

WANN: Zum Auftakt lädt „Edel Extra’s Blaue Nacht“ am Freitag, den 7. Oktober, um 19 Uhr. Ob die Edel Extra Azubis Blinkys verkaufen, ist noch nicht bekannt.
WO:
Edel geht die Welt zugrunde in der Müllnerstr. 22, dem Sitz der Galerie.

Daniel Schumann: Davis, 65, Kanada, Peter, 63, NY, aus der Serie "International Orange", 2013 © Daniel Schumann

Daniel Schumann: David, 65, Kanada, Peter, 63, NY, aus der Serie „International Orange“, 2013 © Daniel Schumann

In Kunsthalle und Kunsthaus sind wir eingeladen „Mit anderen Augen“ zu sehen. Die große Doppelausstellung bietet einen tiefen Einblick in die Portraitfotografie. Den Anfang machen die typologischen Portraits August Sanders, der im 19. Jahrhundert die Möglichkeiten der jungen Fotografie nutzte, um die Gesellschaft seiner Zeit zu dokumentieren. Spätere, serielle Arbeiten von Charles Fréger, Bernhard Fuchs, Hiroh Kikai, Joerg Lipskoch, Francesco Neri, Mette Tronvoll oder Albrecht Tübke lassen sich zu Sanders Arbeiten in Beziehung setzen. Portraits von Thomas Struth, Wolfgang Tillmans und Tobias Zielony erlauben dem Betrachter den Blick auf die Beziehung zwischen Fotograf und Potraitiertem. Thomas Ruff hingegen beschreitet den umgekehrten Weg und zeigt distanzierte Portraits bar jeder Individualität. Ergänzend zeigt Beat Streuli erstmals eine Installation mit Fotografien und Filmen, die im Sommer 2016 in Istanbul entstanden sind.

WANN: Der Streifzug durch die Portraitfotografie wird am Donnerstag, den 13.Oktober, um 20 Uhr eröffnet.
WO: Zwischen Hauptbahnhof und Cinecitta erstrecken sich beide Ausstellungsorte im KunstKulturQuartier. Zur Vernissage geht es durch den Eingang der Kunsthalle, Lorenzer Straße 32.

 

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