Münchner Kunstgriff
16.03. – 22.03.2016

16. März 2016 • Text von

Mit der Schau „Keine Angst vor Partizipation – Wohnen heute“ des Architekturmuseums in der Pinakothek der Moderne werden ab dieser Woche aktuelle Projekte für neuen Wohnraum in europäischen Großstädten vorgestellt. Der Fotograf und Filmemacher Jonas Opperskalski bespielt mit drei dokumentarischen Projekten das Stadtmuseum. Und bei Barbara Gross eröffnet die Ausstellung „Identity“, mit Arbeiten der in Kanada lebenden Künstlerin Jana Sterbak. Unser Blick auf die anstehende Woche.

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Zwischenräume, Frauenwohnen München Riem, 2007 Foto: Lurildo Meneses Silva

Die stetig und schnell wachsende Urbanisierung schreit laut nach innovativen Bauideen. Diese sind nicht nur für Architekten zur neuen Herausforderung geworden. Probleme, wie zu wenig Baufläche in den dicht bewohnten Städten, das Ziel der Beibehaltung oder Erhöhung von Wohnqualität sind Hürden, die in den zwölf hier gezeigten Bauprojekten genommen wurden und Lösungen aufzeigen. Dabei gilt es viel zu beachten. Das Architekturmuseum wird diesbezüglich ab Donnerstag konkret und macht deutlich, welche neuen Aufgaben in Hinblick auf den Zuwachs im urbanen Raum längst auf uns zugekommen sind. Begleitet wird die Ausstellung von fünf Abendveranstaltungen.
WANN: Die Ausstellung läuft ab 17.03 und endet am 12.06.2016
WO: Architekturmuseum der TU München, Barerstraße 40, 80333 München

A father lifts his son as hundreds of thousands of Ultra Orthodox Jews demonstrate in Jerusalem against any plans to make them undergo military service. The protests were sparked by cuts in government funding to Jewish theological seminaries, or yeshivas, and a planned crackdown on young ultra-Orthodox men seeking to avoid Israel's compulsory military draft. The picture was taken in Jerusalem, Israel, 2nd Mar 2014.

Im Dokumentarfilm „A journey into the unknown“ des Fotografen und Filmemachers Jonas Opperskalski fragt ein Vater einer sechsköpfigen Familie, ob er, wäre er nicht Roma, womöglich ein wichtiger Mensch geworden wäre. Wenn von der Nationalität, der Religionszugehörigkeit oder der eigenen Ethnie stets Rechtfertigung gefordert wird oder ihnen ständig Ablehnung oder Kategorisierung widerfährt, nagt das an der eigenen Identität. Wie sich das äußert zeigt der Künstler in seinen Bildessays und Filmen auf. Geografisch liegt das Augenmerk dabei auf der Levante. Konfrontiert werden hier hoffentlich nicht nur die Portraitierten. Drei Projekte des dokumentarischen Werkes von Jonas Opperskalski zeigt das Stadtmuseum ab Freitag
WANN: Die Ausstellung läuft ab 18.03 und endet am 22.05.2016
WO: Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

JANA STERBAK Sisyphus Sport, 1997 s/w Fotografie 28 x 28 cm Courtesy Barbara Gross Galerie, MŸnchen

JANA STERBAK Sisyphus Sport, 1997 s/w Fotografie 28 x 28 cm
Courtesy Barbara Gross Galerie, MüŸnchen

Jana Sterbak trickst mit der Gewohnheit unserer Wahrnehmung und schafft Reflexionsflächen, die vielschichtig und komplex sind. Das passiert teilweise durch sehr einfache Mittel, beispielsweise, wenn Alltagsgegenstände so verändert werden, dass sie ihre eigentliche Funktion verlieren und mit Hilfe von Übertreibung, Humor und Widersprüchlichkeit grundlegende Themen des Menschsein hinterfragen. Denn im Mittelpunkt steht, wie der Titel „Identity“ verrät, der Mensch als fühlendes Individuum, im eigenen Sein gefangen und gleichzeitig als soziales Wesen innerhalb der Gesellschaft gefordert. Eine vielseitige Auseinandersetzung, die mit Humor einhergeht, ohne dabei an Tiefe zu verlieren, ist ein wirkliches Kunststück. Freuen wir uns auf Jana Sterbak!
WANN: Die Ausstellung eröffnet am 18.03 um 19 Uhr, um 18 Uhr findet ein Künstlergespräch mit Jana Sterbak und Noemi Smolik statt
WO: Barbara Gross Galerie, Theresienstraße 56 (Hinterhof), 80333 München

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