Münchner Kunstgriff
14.11. – 20.11.18

14. November 2018 • Text von

Körper, Odysseen und dunkle Töne. Diese Woche geht es zur Ausstellung “BODYSCAN” in die ERES-Stiftung, zu den Irrfahrten des Meese in die Pinakothek der Moderne und zu Irina Ojovans Präsentation „blackitout!“ in die Galerie Britta von Rettberg.

Jonathan Meese: DER ERZFRISCHESTE ERZERDBARIGE „SPIELZEUGMUND DE LARGE“ KUSST ALLES IN DIE GEILSTE DEMOKRATIELOSIGKEIT HINEIN UND HERAUS, SUPER, SUPER, SUPER…, 2011 © Photography Jan Bauer, Courtesy Jonathan Meese, © Jonathan Meese /VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

Er hebt den Arm und nennt es Meese-Gruß, die Bayreuther Festspiele haben ihn als „Parsifal“-Regisseur gefeuert und seine Mutter ist sein wohl treuester Beistand. Jonathan Meese ist ein veritabler und doch um umstrittener Kunststar. Er inszeniert sich als messianische Figur und bezieht sich gerne auf Mythen. Jetzt eben Odysseus. Drunter macht er es nicht. In der Pinakothek der Moderne wird ihm ab Mittwoch unter dem Titel „Die Irrfahrten des Meese“ eine Retrospektive gewidmet. In der griechischen Sage besteht der Held Odysseus auf seinen Irrfahrten gefährliche Abenteuer und löst geheimnisvolle Aufgaben, um am Ende vielleicht als ein Anderer heimzukehren. Meese selbst will sich in seiner Ausstellung ebenfalls auf eine imaginierte Reise mit zahlreichen Stationen begeben. In Zeichnungen, Bildern und Skulpturen aus über 20 Jahren finden Begegnungen mit unterschiedlichsten ambivalenten Protagonisten und Situationen statt. Kommt und hört die Sirenen.

WANN: Die Eröffnung ist am 14. November, ab 19 Uhr, zu sehen bis 3. März.
WO: Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40 80333 München.

Irina Ojovan: „Sarmizegetusa N50“, Galerie Britta von Rettberg.

Eine reduzierte Farbpalette, vorwiegend dunkle Töne. Schwarz als markantes Gestaltungsmittel. Die Galerie Britta von Rettberg präsentiert ab Mittwoch die Einzelausstellung „blackitout!“ der Künstlerin Irina Ojovan. Ihre Kunstwerke lassen sich als konkrete Gedanken begreifen. Den Ausgangspunkt bilden Erinnerungen und visuelle Empfindungen, die auf Leinwand oder als Skulptur in ihre reinste Form übersetzt werden. Dabei bleibt kein Pinselstrich sichtbar, der Prozess des Malens ist erst auf den zweiten Blick erkennbar, die Farbe selbst wird zum Bildsujet.

WANN: Die Eröffnung ist am 14. November, zu sehen bis 10. Januar.
WO: Galerie Britta von Rettberg, Gabelsbergerstraße 51, 80333 München.

Peter Kogler: o. T., 2018 Collage, Bildvorlagen Courtesy Kunstkammer Georg Laue, München / London und Siemens Healthineers.

Body Art und Barock. Heimliche Zeichnungen im anatomischen Institut und das Cinematic Rendering von lebendigen Leibern. Der menschliche Körper war und ist für Künstler immer ein zentrales Thema. Der Eigene und auch der Fremde, lebendig oder tot. Die ERES-Stiftung widmet sich nun ab kommenden Mittwoch in der Ausstellung BODYSCAN dem Thema Anatomie in Kunst und Wissenschaft vom Barock bis heute. Die Ausstellung präsentiert einen reichen Schatz anatomischer Darstellungen und Kunstwerke sowohl alter als auch zeitgenössischer Kunst. In einem eigens für die Schau entwickelten Display finden sich außergewöhnliche Stücke aus der Wunderkammer, gleichwertig arrangiert neben aktuellen Kunst-Positionen, anatomischen Schautafeln, Moulagen, Pappmaché -Modellen und popkulturellen Objekten wie Magazin- Covern oder Science-Fiction-Filmsequenzen. Bilder von und mit Körpern.

WANN: Die Eröffnung ist am 20. November, zu sehen bis 2. März.
WO: ERES-Stiftung Römerstr. 15, 80801 München.

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