Hamburger Kunstgriff
30.03 - 05.04.17

30. März 2017 • Text von

Körperlich mag so ein Spagat eine Herausforderung darstellen. Aber im Kopf kriegen wir’s ganz passabel gebacken. Zwischen Kunst und Geschichte im Kunstverein, Kunst und Architektur in den Deichtorhallen und schließlich zwischen Kunst und Marketing im Superstudio.

Ausstellungsansicht: "The History Show" im Kunstverein Hamburg, 2017 © Fred Dott

Ausstellungsansicht: „The History Show“ im Kunstverein Hamburg, 2017 © Fred Dott

Die Gruppenausstellung „The History Show“ bildet den Auftakt zum 200-jährigen Jubiläum des Kunstvereins in Hamburg und basiert auf der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner facettenreichen Historie. Im Fokus der Untersuchung steht die Gründungs- und Ausstellungsgeschichte von 1817 bis in die Gegenwart. Ausgehend von der Recherche wurden thematische Schwerpunkte identifiziert, die die Arbeit des Kunstvereins in den vergangenen zweihundert Jahren geprägt haben. So ließ Burk Koller für das Kapitel Institutionskritik am Tag nach der Ausstellungseröffnung ein Flugzeugbanner über dem Kunstverein kreisen, auf dem ein Open Call nach Franz Kafkas „Der Verschollene“ die Einladungspolitik von Kunstinstitutionen mit ihrem Konkurrenz- und Marketingdruck kritisch kommentierte. Nuriye Tohermes ist Teil der Klasse von Marjetica Potrč an der HFBK und Initiatorin des Kollektivs „Das Archipel“. Für das Kapitel Religion & Sentiment zitierten die beteiligten Künstler die 1985/86 u.a. im Kunstverein veranstaltete „Biennale des Friedens“ und nehmen in ihrem Beitrag „Politics and Love“ Liebe für das Gegenüber zur Grundlage eines politischen Konzepts und einer neuen Perspektive auf ein Zusammenleben. Kathrin Wolf fertigte als Teil des Künstlerinnen-Kollektivs „3 Hamburger Frauen“ für das Kapitel Identitäten eine allegorisch aufgeladene Wandmalerei, auf der sich das Kollektiv programmatisch selbst porträtiert. Zum Abschluss der Ausstellung sind Koller, Tohermes und Wolf zu einem Austausch über die Jubiläums-Ausstellung eingeladen.

WANN: Am Sonntag, den 2. April von 14 bis 16 Uhr.
WO: Im Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23.

Installation von Peter Buggenhout in der Ausstellung ELBPHILHRMONIE REVISITED. © Henning Rogge/Deichtorhallen Hamburg

Installation von Peter Buggenhout in der Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ © Henning Rogge/Deichtorhallen Hamburg

Anlässlich der Ausstellung „Elbphilharmonie Revisited“ diskutieren der Architekt der Elbphilharmonie, Jacques Herzog sowie die Künstlerinnen Sarah Morris und Monica Bonvicini über Fragen zum Verhältnis von Kunst und Architektur. Bauen Künstler die besseren Welten? Jaja, schon klar: Architekten leiten ihre Entwürfe von den Anforderungen ihrer Bauherren ab und Künstler sind grundsätzlich freier darin große Fragen aufzuwerfen, oder doch nicht? Wo und wie lassen sich Grenzen zwischen den Disziplinen ziehen? Stehen Kunst und Architektur denn überhaupt auf verschiedenen Seiten? Das Gespräch wird vom Journalisten Kolja Reichert von der FAZ moderiert.

WANN: Schon heute um 19 Uhr. Eintritt 6 bzw. 10 Euro.
WO: In den Deichtorhallen.

Sowohl als auch © Bartosz Ludwinski

Links: „Sowohl als auch“ © Bartosz Ludwinski; mitte und rechts © Daniel Wesche. 

Vorfreuen könnt ihr euch auch auf drei Tage und Abende des Austauschens, Erlebens und Begegnens in der nächsten Woche. Sowohl als auch – Ava und Daniel stellen sich als Kollektiv49.com in Person und mit ihren Arbeiten vor, schaffen einen Ort der Begegnung und reden über Brand Experience. Installation, Fotoausstellung, Live-Happening und Markenerlebnis verschmelzen zu einem ganzheitlichen Erlebnis anlässlich des Launchs des neuen adidas Originals NMD_CS2.

WANN: Die Vernissage Kick-Off Party steigt am 6. April um 20 Uhr, die Ausstellung ist dann an den beiden folgenden Tagen 7. und 8. April jeweils zwischen 16 bis 21 Uhr.
WO: Im Superstudio Hamburg, Hohenesch 13.

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