Hamburger Kunstgriff
28.01. - 03.02.2016

28. Januar 2016 • Text von

Diese Woche gibt’s Nichts zu sehen in Hamburg. Vorher vielleicht noch ein wenig Dematerialisierung. Man sagt uns Fischköpfen nicht umsonst Bescheidenheit nach. Klischee erfüllt. Punkt.

Tatsächlich tun wir ganz bescheiden und konzentrieren uns in dieser Woche auf den Kunstverein. Die Gruppenausstellung „Fluidity“ beleuchtet die Spuren der konzeptionellen Kunst in rund 50 Jahren.

Darren Bader, Goat as a microprocessor that vomits blood to grow basil Dimensions variable, .Courtesy of the artist and Andrew Kreps Gallery, New York

Darren Bader, Goat as a microprocessor that vomits blood to grow basil
Dimensions variable, .Courtesy of the artist and Andrew Kreps Gallery, New York

Die Kunst wird losgelöst von ihrer Materialität betrachtet, hin zu Idee und Bedeutung. Tradierte Blickwinkel werden laufend überholt und Strukturen und Wertigkeiten verfließen. Das Feld der Kunst wird geöffnet und Partizipation gefördert. Diese dynamischen Prozesse ermöglichen, dass gesellschaftliche und ökonomische Prozesse Einfluss auf die politische Kunst nehmen. Die Ausstellung „Fluidity“ geht über den Aspekt der Dematerialisierung hinaus und diskutiert die aktuelle Repräsentations- und Kunstfeldbedingungen vor deren historischen Entwicklung neu,

UBERMORGEN, "The Project Formerly Known As Kindle Forkbomb", 2011-2013, Mixed Media: Floor Diagram, Paper Sculpture, Books, Bildcredit: Kunsthall Aarhus, 2013

UBERMORGEN, „The Project Formerly Known As Kindle Forkbomb“, 2011-2013, Mixed Media: Floor Diagram, Paper Sculpture, Books, Bildcredit: Kunsthall Aarhus, 2013

Die teilnehmenden Künstler sind: Sarah Abu Abdallah, Heba Amin, Eleanor Antin, Darren Bader, Tyler Coburn, Simon Denny, Jason Dodge, Maria Eichhorn, Dora Garcia, Liam Gillick, Melanie Gilligan, Goldin+Senneby, Pierre Huyghe, Roberto Jacoby, Hanne Lippard, Lee Lozano, Mathias Poledna, Mladen Stilinovic, Ubermorgen

WANN: Eröffnung ist am 29. Januar ab 19 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 10. April.
WO: Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23, 20095 Hamburg

Dora Garcia, "The artist without works: a guided tour around nothing", 2013 Exhibition: Unrest of Form. Imagining the Political Subject, A project by Wiener Festwochen, Academy of Fine Arts Vienna, and Secession In cooperation with Museumsquartier Wien Performed by Nora Jacobs and Markus Schotten, Photo: Oliver Ottenschlaeger

Dora Garcia, „The artist without works: a guided tour around nothing“, 2013, Performed by Nora Jacobs and Markus Schotten, Photo: Oliver Ottenschlaeger.

Zum Eröffnungsabend wird dann aber doch die Dematerialisierung auf die Spitze getrieben. Geleitet vom Interesse, die Grenzen zwischen Realität und Repräsentation, zwischen Künstlerin, Werk und Öffentlichkeit herauszufordern, entwirft Dora García Geschichten, Szenarien und Situationen, die es ihr erlauben, einzugreifen und Erwartungen umzukehren. „The Artist Without Works: A Guided Tour Around Nothing“ verspricht nicht zu wenig. Zu sehen gibt es Nichts. Inszeniert wird eine Führung durch die Ausstellung einer Künstlerin, die keine Werke produziert. Die „nutzlos gewordene Hülle der Kunst wird abgestoßen“, um die Gegenwart und den Gegenstand der Kunst besser in den Blick nehmen zu können.

WANN: Am 29. Januar um 19 Uhr.
WO:  Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23, 20095 Hamburg

Jetzt haben wir fast schon zu viel gesagt.