Hamburger Kunstgriff
12.11. – 18.11.2015

12. November 2015 • Text von

Ihr seid traurig und blast Trübsal? Euch ist langweilig und wisst nichts mit euch anzufangen? Oder ihr seid mega gestresst und braucht dringend einmal eine Auszeit? Super! Denn diese Woche ist vollgepackt mit netten Ausstellungen in Hamburg. Trotzt dem grauen Schietwetter und zieht die Buxen hoch! Ausreden gibt’s nicht.

Direkt morgen vom 13. bis zum 15. November gastieren „Index 15″ und der „Berenberg Preis für junge Kunst“ im Kunsthaus Hamburg. Die Ausstellungsreihe „Index“ feiert in diesem Jahr im Kunsthaus Hamburg ihr 15 jähriges Bestehen mit einer grundlegenden Neuerung. Aus der Motivation heraus, die Nachwuchsförderung deutlicher hervorzuheben wird die Schau fortan nicht mehr als Verkaufsausstellung konzipiert. Präsentiert werden überwiegend mediale Positionen sowie Installationen, von denen eine mit dem „Berenberg Preis für Junge Kunst“ ausgezeichnet wird. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung richtet sich an 15 Künstlerinnen und Künstler, die ihr Studium in den letzten drei Jahren an einer Kunsthochschule in Deutschland oder im Ausland absolviert haben. (Quelle: Kunsthaus Hamburg)

David Schulz, Spiegelinstallation (Es müsste heißen : Man denkt mich) Zweikanal-Videoinstallation, 11 Min. 52

David Schulz, Spiegelinstallation (Es müsste heißen : Man denkt mich)
Zweikanal-Videoinstallation, 11 Min. 52

Ebenfalls bis zum 15. November noch zu sehen: „900 und etwa 26000 Tage“ im Kunstverein Hamburg. Die Blockade Leningrads zählt neben dem Holocaust zu den größten Verbrechen in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Sie dauerte nahezu 900 Tage und kostete über eine Million Menschen, vorwiegend Zivilisten, das Leben – meist
wegen extremer Unterernährung. Bewusst von den deutschen Truppen geplant, bleibt diese Tragödie in ihren Ausmaßen nahezu unvorstellbar und ist im größeren Kontext des Vernichtungskrieges zu betrachten, den Nazi-Deutschland gegen die Sowjetunion führte.
Während die Blockade Teil des kollektiven Gedächtnisses in der Sowjetunion und dem heutigen Russland wurde und ihr eine eigene offizielle Museumsgedenkstätte im heutigen St. Petersburg gewidmet ist, ist sie im öffentlichen Diskurs Deutschlands wenig präsent.

Junge Künstler aus Moskau, St. Petersburg und Hamburg (der Partnerstadt von St. Petersburg) präsentieren Ideen und Entwürfe für mögliche öffentliche Formen der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Blockade und stellen diese im Kunstverein vor. Das Metropolis Kino zeigt hierzu auch noch heute Abend, am 12. November Thomas Kufus  Film „Blockade: Leningrad 1941–1944“ vor. (Quelle: Kunstverein Hamburg)

DEU, Hamburg, "900 und etwa 26000 Tage" Ausstellung im Kunstverein Hamburg, 2015, Copyright photo: Fred Dott

DEU, Hamburg, „900 und etwa 26000 Tage“ Ausstellung im Kunstverein Hamburg, 2015, Copyright photo: Fred Dott

Direkt im Anschuss winkt auch schon das nächste Sahnestückchen in Sachen Ausstellung. Der Salondergegenwart geht in die fünfte Runde und präsentiert auch dieses Jahr wieder vielfältige Positionen zeitgenössischer Malerei. Neben bekannten Namen wie Jorinde Voigt, Helene Appel, Thilo Heinzmann oder Oskar Rink gibt es talentierte Newcomer zu entdecken. Diese dynamische Mischung macht den salondergegenwart aus und bietet einen spannenden und abwechslungsreichen Querschnitt durch die aktuelle deutsche Malereiszene. Auch wenn es am Freitag, den 13. los geht, braucht ihr keine Angst zu haben. Einfach einmal vorbei schauen und eine schöne Zeit verbringen lohnt sich ungemein! (Quelle: Salondergegenwart)

 Jankowska Malgosia, Der Weg im Wald, 2015, Aquarell und Filzstift auf Papier, 110x150cm


Jankowska Malgosia, Der Weg im Wald, 2015, Aquarell und Filzstift auf Papier, 110x150cm

Natürlich war das noch nicht alles! Am Samstag, den 14. November seid ihr in die Affenfaust Galerie eingeladen. Die Hamburger Künstler 1010 und Julian Gorten präsentieren  ihre erste gemeinsame Ausstellung. Dabei treffen zwei verschiedene künstlerische Positionen und Arbeitsweisen aufeinander. Der Aufprall der expressiv-intuitiven Position Gortens mit der kalkulierten und abstrakten Arbeitsweise von 1010 führt zu einer Veränderung der gewohnten Perspektive. Durch das Zusammenspiel dieser ästhetisch gegenpoligen Ausgangslage konstituiert sich die Ausstellung „False Flag City“. (Quelle: Affenfaust Galerie)

1010 / Julian Gorten - False Flag City, 2015

1010 / Julian Gorten – False Flag City, 2015

Wenn das mal nicht ein Angebot für euch alle ist. Es gibt also keinen Grund traurig und alleine in der Wohnung herumzuhocken. Und wenn doch, seid ihr selber Schuld.

 

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