Hamburger Kunstgriff
09.08. – 15.08.18

9. August 2018 • Text von

Gerüchteweise sinken die Temperaturen in der Stadt wieder auf ein Maß, das auch Nordlichter ertragen können. Es spricht also nichts mehr dagegen, raus aus den Kellern und Planschbecken zu kriechen und sich ins Kunstvergnügen zu stürzen. Auf Kampnagel, der MS Seute Deern und im Museum am Rothenbaum tun sich passende Kunstoasen in der öden Sommerlochzeit auf.

Ho Tzu Nyen

Es ist wieder so weit! Auf Kampnagel hat das Sommerfestival gestartet und lockt mit nicht enden wollenden Theateraufführungen, Konzerten, Performances und natürlich auch Kunst die Leute hinterm Kühlschrank hervor. Zum Beispiel begeisterte der bildende Künstler Ho Tzu Nyen bereits Wien mit seiner ersten Bühnenarbeit. In Hamburg zeigt er die Weltpremiere von „The Mysterious Lai Teck“ – dem Generalsekretär der malaiischen Kommunistischen Partei von 1939 bis 1947, der mit rund 50 Decknahmen als Triple- Agent für Frankreich, Großbritannien und Japan enttarnt wurde.

WANN: Das Sommerfestival läuft noch bis zum 26. August. Hier geht’s zum ausführlichen Programm.
WO: Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg.

Jenny Schäfer

Sommer und Wasser bilden eh schon ein Dreamteam, noch besser wird’s, wenn Kunst in den Mix kommt. Das ist wohl in etwa der Grundgedanke beim „Bordkiosk Surprise“ bei dem sich an sechs Mittwochen Künstlerinnen und Künstler auf dem Achterdeck der „MS Seute Deern“ zu künstlerischen Interventionen zusammenfinden. Diese Woche haben die Kuratoren Raphael Dillhoff und Nina Lucia Gross ist Jenny Schäfer eingeladen. Sie präsentiert „individuelle Krisenvorsorge“. Beim „Prepping“ geht es um das Ansammeln von Equipment, dass im Krisenfall das Überleben sichern soll. Schäfer fragt mit eigens zusammengestellten Survival Kits danach, was man wirklich braucht und wie dieses Leben und Überleben eigentlich aussehen soll.

WANN: Mittwoch, den 15. August 2018, zwischen 18 und 22 Uhr.
WO: MS Seute Deern, Traditionsschiffhafen Ponton 1, Hamburg.

Filmstill aus „Pumzi“, © Vanuri Kahiu

Museen und Kinos sind allgemein für ihre angenehme Temperierung bekannt. Ein künstlerischer Kurzfilmabend im umbenannten „Museum für Völkerkunde“, jetzt „Museum am Rothenbaum“ , klingt also per se dieser Tage schon traumhaft. Das Programm hat es aber auch sonst in sich. In Anlehnung an die aktuelle Ausstellung „Flow of Forms“ über Designgeschichten zwischen Afrika und Europa vier Kurzfilme von Wanuri Kahiu, Kibweh Tavares, Frances Bodomo und Abstract Omega. Die Filme entwerfen Zukunftsvisionen im Spannungsfeld von Utopie und Dystopie.

WANN: Der Filmabend findet am Donnerstag, den 09. August, ab 18 Uhr statt. Alle Filme werden auf Englisch bzw. Swahili mit englischen Untertiteln gezeigt.
WO:
Museum am Rothenbaum, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg.

 

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