Hamburger Kunstgriff
09.06. - 15.06.16

9. Juni 2016 • Text von

In Hamburg vermischt sich das, was sonst gesondert steht. Ein Mezzo Mix an Möglichkeiten steht uns bevor und, wie wir als gebildetes Werbepublikum wissen, entsteht große Leidenschaft, sobald die Cola die Orange küsst. Kurzum: Der rote Faden durch die Woche ist die Gemeinschaft in und mit all ihren Facetten.

© Michael Witte 2015

© Michael Witte 2015

Und so kommt es, dass die Mixed Company nicht bloß eine Ausstellung ist. Es ist eine Gemeinschaft von Ausstellungen, die im Laufe der kommenden Wochen in üblichen und unüblichen Lokationen der Hamburger Kunstlandschaft eröffnet werden. Der Auftakt wurde gestern in der Krameramtsgasse, unweit des Michels, eingeläutet und am Samstag geht es weiter…*

Die Mixed Company kann als ein Appell an das “optimistische, glücksbereite … liebende Ich” verstanden werden und versucht beispielhaft anhand einer Reihe unterschiedlicher künstlerischer Positionen zu erforschen, was Gemeinschaft heute bedeutet, wie sie sich bildet und wo sie sich abgrenzt und Ideen für die Gestaltung zukünftiger Gemeinschaft zu entwickeln.

WANN: Die nächste Eröffnung ist am kommenden Samstag in der Affenfaust Galerie. Weitere Eröffnungen folgen und wir halten euch auf dem Laufenden.
WO: Die erste Ausstellung der Reihe ist in der Krameramtsgasse zu sehen. Kragenkamp 10/11, 20459 Hamburg 

Affenfaust Galerie, Elmar Lause "Aufstieg", 2010, Painting, mixed media on Canvas, 35 x 35 cm

Affenfaust Galerie, Elmar Lause „Aufstieg“, 2010, Painting, mixed media on Canvas, 35 x 35 cm

*…aber nicht allein, sondern in Gemeinschaft natürlich! In der Affenfaust Galerie werden Zahlen addiert und Kräfte gebündelt. 142 Jahre Kunst werden ab Samstag zelebriert, und somit die Vielfalt der Hamburger Galerielandschaft, denn so alt sind die teilnehmenden Galerien zusammenaddiert. Alle werden eins und wums, haben wir ein Brett á la Affenfaust auf dem Terminkalender stehen. Da kommt am Samstag tatsächlich keener drum rum!

Die Galerien Feinkunst Krüger, Heliumcowboy Artspace, Evelyn Drewes Galerie, Kramer Fine Art, Die Hamburger Galerie, Die Schlumper, Galerie der Villa, Galerie Herold, Galerie Kai Erdmann, Millerntor Gallery, OZM sowie die Affenfaust Galerie stellen ab Samstag künstlerische Positionen aus ihrem jeweiligen Programm zu einer Gruppenausstellung auf Initiative von und in der Affenfaust Galerie zusammen.

WANN: Vernissage ist am Samstag, den 11. Juni, ab 20 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 24. Juli zu sehen, immer Mittwoch, Donnerstag und Samstag von 14 bis 18 Uhr.
WO: Affenfaust Galerie, Paul-Rosen-Straße 43, 22767 Hamburg

Orlando Towers Soweto © Anja Geirn

Orlando Towers Soweto © Anja Geirn

 

Und wer hätte es gedacht: Am Samstag eröffnet die ZustandsZone ihre 16. Ausstellung mit dem Thema: „Gemeinschaft – Produktivität”. Unter diesem Motto werden unterschiedliche Arbeiten vom Künstler- und Architektenkollektiv raumlaborberlin und Anja Gerin in der ZustandsZone gezeigt. Damit korrespondierend besetzen und gestalten den öffentlichen Straßenraum davor mit ihrem umgebauten Klappwohnwagen „Paradiso: Garten auf Rädern“. Die Ausstellung führt verschiedene Projekte vor, in denen vielfältige Formen der Partizipation eine Produktivität in der Gemeinschaft offenlegen. Die Beiträge sollen Antworten auf die Auswirkungen einer Gemeinschaftlichkeit geben, durch die urbane Interaktionen gefördert werden können. Getrieben von einem sozialen Idealismus und jenseits persönlicher Bedürfnisse entwickeln sie Ideen für eine aktive Beteiligung, die ein verändertes Bewusstsein für die Gemeinschaft und ihre Produktivität schaffen. 

WANN: Eröffnung ist am Samstag den 11. Juni ab 18 Uhr mit einem Live-Konzert von Florian Fritsch, SongDogs und Justin Jardine. Von außen ist das Werk 24h lang betrachtbar, von innen immer donnerstags zwischen 18.30 und 20.30 Uhr.
WO: ZustandsZone, Königsstraße 16, 22767 Hamburg

kraft_akt, Prottypos © Monika Schröder

kraft_akt, Prottypos © Monika Schröder

In der xpon-art gallery wartet eine Gruppenausstellung zum Thema “kraft_akt” auf uns. Kraft und Akt – zwei Themen so alt wie die Menschheit selbst. Zum einen spielt Kraft mit ihren Synonymen Macht, Stärke und Energie eine wesentliche Rolle in jedem Versuch die Welt zu erklären – von den frühesten Schöpfungsmythen bis zur Relativitätstheorie. Und zum anderen ist der Akt die Urform der menschlichen Darstellung: die ältesten überlieferten Abbildungen zeigen unbekleidete Menschen. Bis heute ist es nicht unüblich über ein Aktbild zu sagen, es sei kraftvoll. Alles was anstrengend ist, kann ein Kraftakt sein – selbst das morgendliche Aufstehen. War der Akt der Schöpfung auch anstrengend? Wir wissen es nicht. In der Ausstellung werden Aspekte von Kampf und Spiel, Macht und Ohnmacht, von Tabu und Zügellosigkeit thematisiert. “Kraft ist immer im Spiel, denn ohne Energie passiert gar nichts.”

Ein Highlight: Mit Tabus und der Sexualisierung der Bilder beschäftigt sich auch Klaus Friese in seinen großformatigen Fotos und der interaktiven Installation „Arschfotobox“, in der jeder Besucher zur Vernissage und zur Finissage die Gelegenheit hat, ein Bild des eigenen Hinterns zu fotografieren– anonym und doch persönlich.

WANN: Eröffnet wird heute, am 09. Juni ab 20 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 3. Juli jeweils Samstag bis Dienstag von 18 bis 21 Uhr. Vom 22. bis 26. Juni bleibt die xpon-art gallery geschlossen und präsentiert in Zusammenarbeit mit Freifrau von Schulz e.V. die Ausstellung „AtemPause“ im Pop-up-Raum in der Grindelallee 117.
WO: Xpon-Art Gallery, Repsoldstraße 45, Hamburg

 

© Pedro Déniz

© Pedro Déniz

„Ich bin nicht imstande zwischen Kunst und Leben zu unterscheiden. Für mich ist diese Lebensweise (die Kunst) eine Art des In-der-Welt-seins und eine bewusste Entscheidung“ – Alles eins. Mit diesem wundervollen Zitat des auf Gran Canaria lebenden spanischen Künstlers Pedro Déniz schließen wir unsere Ausstellungstips für diese Woche. In seinem vielschichtigen und vielfältigen Werk findet Déniz eindrückliche Bilder für die Missstände unserer Zeit. In Form von Performances, Videos, Aktionen, Objekten und nicht zuletzt visueller Poesie, schafft er reduzierte und doch ästhetische Arbeiten, die durch die Gemeinschaft von tiefsinniger Kritik und subtiler Ironie im Gedächtnis bleiben.

Erstmals wird das Werk von Pedro Déniz, der bereits an zahlreichen internationalen Ausstellungen wie der Havana-Biennale oder der Biennale Zeitgenössischer Photographie in Mali, Afrika teilnahm, hier in Deutschland gezeigt.

WANN: Eröffnung ist am Freitag, den 10. Juni ab 19 Uhr. Die Ausstellung ist dann noch bis zum 12. August zu sehen.
WO: Galerie und Verlag St. Gertrude, Goldbachstraße 9, 22765 Hamburg, Altona

© Carsten Rabe

© Carsten Rabe

Und das wirklich letzte Wort zum Sonntag erklingt von Seiten des Frappant e.V.: „halleluja“. Am Freitag, den 10. Juni wird die Ausstellung, die Fotografie, Videoinstallation, Objekte und Zeichnung von Carsten Rabe und Olaf Böckmann vereint, eröffnet. Amen.

WANN: Eröffnung ist am Freitag, den 10 Juni, ab 19 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 19. Juni zu sehen.
WO: Frappant e. V., Reiseweg 9, Viktoria-Kaserne, 22765 Hamburg

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