Hamburger Kunstgriff
02.06. - 08.06.16

2. Juni 2016 • Text von

Unsere wasserreiche Metropole ist:
a) ein Labyrinth
b) kein Land für alte Männer
c) „Ein bißl Geld, ein bißl Sex, ein bißl Tragik und ein Bißl Traum“ 
d) Ich guck mir erst Evelyn Drewes, Galerie Morgenland, Feinkunst Krüger, Gerson Höger und die Deichtorhallen an, bevor ich antworte.

© Gerd Heide

© Gerd Heide

Alle, die mit a) geantwortet haben, sollten sich unbedingt „Das Labyrinth und seine Bewohner“ in der Galerie Morgenland anschauen. Detlef Klein und Gerd Heide übersetzen die verschlungenen Pfade und unüberblickbaren Tücken des gegenwärtigen Kapitalismus in mysteriöse Malereien.

Wann: Eröffnet wird am Freitag, den 3. Juni ab 20 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 2. Juli zu sehen.
Wo: Galerie Morgenland, Sillemstraße 79, 20257 Hamburg

2.	Ausstellungsansicht „no country for old men“ Evelyn Drewes Galerie

Ausstellungsansicht „no country for old men“ Evelyn Drewes Galerie

Wer b) gewählt hat, begibt sich am Besten in die Evelyn Drewes Galerie. Hier wird die Gruppenausstellung „no country for old men“ mit komplett neuen Werken fortgeführt. Jonas Grubelnik, Diego Sindbert und Robert Vellekoop bestücken die Galerie gänzlich frisch. Das klassische Tafelbild hat hier endgültig ausgedient. Stattdessen brechen die Drei mit Leichtigkeit aus dem altbekannten Rahmen der Zweidimensionalität aus und verwischen die Grenzen zwischen Bild, Objekt und Installation.

Wann: Die Ausstellung startet am Donnerstag, den 2. Juni ab 18 Uhr. Sie ist bis zum 21. Juni zu sehen.
Wo: Evelyn Drewes Galerie, Burchardstraße 14, 20095 Hamburg

4000, courtesy Feinkunst Krüger

4000, courtesy Feinkunst Krüger

Diejenigen, die von Antwortmöglichkeit c) überzeugt sind, werden voraussichtlich bei Feinkunst Krüger glücklich. Das Zitat stammt von 4000, der in seiner Jubiläumsausstellung noch zehn weitere Künstler neben sich duldet und sich mit einem derartig bunten Hofstaat aufmacht, den Hamburger Kunst-Olymp zu besteigen. Mit im Gepäck sind selbstverständlich seine humorvoll-ironischen Bilder.

Wann: Los geht’s am Samstag, den 4. Juni ab 20 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 25. Juni.
Wo: Feinkunst Krüger, Kohlhöfen 8, 20355 Hamburg

3.	Peter Nikolaus Heikenwälder: o.T., 50 x 60 cm, Öl auf Nessel, 2016

Peter Nikolaus Heikenwälder: o.T., 50 x 60 cm, Öl auf Nessel, 2016

Die Antwort d) zeugt von weit gefächertem Interesse, wer sich für sie entschieden hat, sollte neben den Obengenannten unbedingt noch zu GersonHöger und sich „pinkless“ anschauen. Peter Nikolaus Heikenwälder zeigt seine überhaupt nicht rosige, eher dunkle Malerei, die die Betrachtenden an merkwürdig magische Orte entführen will.

Wann: Unrosig wird es ab Donnerstag, den 2. Juni ab 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 25. Juni.
Wo: GersonHöger Galerie, Burchardplatz 5, 20095 Hamburg

Andreas Slominski: DAS Ü DES TÜRHÜTERS (Detail), Installation in der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen Hamburg, 14. Mai – 21. August 2016. Foto: Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg.

Andreas Slominski: DAS Ü DES TÜRHÜTERS (Detail), Installation in der Halle für aktuelle Kunst der Deichtorhallen Hamburg, 14. Mai – 21. August 2016. Foto: Henning Rogge / Deichtorhallen Hamburg.

Wer hingegen müde Augen aber immer noch Bock auf Kunst hat, begibt sich alternativ in die Deichtorhallen zum MusikImPuls-Konzert im Foyer zur Andreas Slominsky Ausstellung. Zu hören gibt es, klar, Musik, bei der die Grenzen von Klang und Installation gar nicht mehr ausgemacht werden können: mit György Ligetis 100 Metronomen, die ein mechanisches Konzert, Claude Paul Taffanel und John Cages 4:33 Minuten langer Stille, die zur Melodie wird.

Wann: Das Konzert findet am Donnerstag, den 2. Juni, um 19:30 Uhr statt.
Wo: Halle für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1, 20095 Hamburg

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