Hamburger Kunstgriff
01.09. – 07.09.16

1. September 2016 • Text von

Weniger ist mehr – früher war’s ein kluger Spruch von Mutti, so langsam glauben wir tatsächlich dran. Man wird eben doch mit den Jahren ein bisschen weise. Thematisch geht’s aber um mehr als nur das in dieser Woche, ist ja klar. Sommer ist fast vorbei, auch wenn Petrus das Konzept der Wärme jetzt erst verstanden hat. Die Sommerpause ist trotzdem rum!

Hallo Festspiele im Kraftwerk Bille © Tillmann Engel

Hallo Festspiele im Kraftwerk Bille © Tillmann Engel

Los geht’s natürlich mit einem großen Hallo! Die Hallo Festspiele 2016 werden in einer derzeit kaum genutzten urbanen Struktur stattfinden – dem ehemaligen Kraftwerk Bille in Hamburg. Ein Raum, der nun mit langfristigen, gemeinschaftlich entwickelten und baulich erprobten Nutzungskonzepten geöffnet wird. „Hallo“ will die Stadt und das Zusammenleben durch verschiedene künstlerische, experimentelle und partizipative Ansätze erproben – Anwohner und Nachbarschaft treffen auf ein Künstler-Kollektiv, um gemeinsam einen Ort zu gestalten. Außerdem soll ein Austausch mit „Yes We Camp / Les Grands Voisins“ in Paris stattfinden, eine Initiative, die ein ehemaliges Krankenhaus in einen Ort der Begegnung für Nachbarschaft und Öffentlichkeit umwandeln will. 

Zusammengesetzt heißt das dann „Hallo Les Grands Voisiuns“ und dieses deutsch-französische Netzwerk rund um die Design Build Szene erweitern will als übergeordnetes Ziel ein längerfristiges Nutzungskonzept für das Kraftwerk Bille einerseits und das ehemalige Hôpital Saint‐Vincent‐de‐Paul in Paris andererseits initiieren. 

WANN: Noch bis zum 4. September finden die Festspiele statt.
WO: Kraftwerk Bille, Bullendeich 14, 20537 Hamburg

© Olly Fathers

© Olly Fathers

Die Galerie heliumcowboy öffnet ihre Türen ab sofort für Gastkuratoren und holt sich zum Startschuss gleich frischen Wind ins Haus. Die junge Kuratorin und Galeristin Lavinia Rosen präsentiert mit der Ausstellung „Traces of Minimalism“ die Werke ausgewählter zeitgenössischer Künstler, die sich dem Stil des Minimalismus verschrieben haben.

Was sie alle eint ist der Schaffensprozess, der bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen hat – in Form von Abdrücken und Materialablagerung. Anhand dieser Hinweise kann man ahnen, sehen und verstehen, wie die Künstler gearbeitet haben, was für uns als Voyeure einen ganz besonderen Charme ausmachen könnte.

WANN: Ab heute bis zum 24. September wird ausgestellt. Eröffnung ist ab 18 Uhr.
WO: heliumcowboy, Bäckerbreitergang 75, 20355 Hamburg

Dagmar Nettelmann-Schuldt, Erinnerungsmosaik © Rainer Peeck

Dagmar Nettelmann-Schuldt, Erinnerungsmosaik © Rainer Peeck

Apropos Schaffensprozess: Stricheln, Kritzeln, Schraffieren, Auszeichnen – das Medium der Zeichnung ist in seiner Ausführung so vielfältig wie die Mittel, die ihm zur Verfügung stehen. Die xpon-art gallery macht sich das zu nutze und stellt die aktuelle Gruppenausstellung unter den Stern des aus:::zeichnens:

„Über die Jahrhunderte hinweg bedienten sich die Künstler der Zeichnung, um Ideen zu verbildlichen und sie für die Ausführung auf der Leinwand vorzubereiten. (…) Lange Zeit stand die Zeichnung damit ganz unten in der Gattungshierarchie, wurde von der Malerei, Architektur und Bildhauerei nur müde belächelt. Doch spätesten im 19. Jahrhundert kam ihre Stunde, plötzlich wurde sie ernst genommen und als autonome Gattung mit eigenständiger Wertigkeit anerkannt. Nun durfte sie sich als Grafik verstehen und hielt Einzug in die Kupferstichkabinette der Museen. Aber nicht nur das: sie machte einen Satz in die Moderne und öffnete sich dem Neuen, dem Anderen, dem Fremden und Überraschenden. Kooperationen mit der Computertechnik, mit der Fotografie, mit Farbe oder Bewegung waren die Folge.“ 

WANN: Eröffnung ist heute ab 20 Uhr. Die Ausstellung ist bis zum 09. Oktober zu sehen, inklusive Thesengespräch am 12. September und superleckerem Finnissage-Brunch á la xpon-art am 09. Oktober natürlich.
WO: xpon-art gallery, Repsoldstraße 45, 20097 Hamburg

In this Sunday, Sept. 20, 2015 photo, Pope Francis holds hands with Fidel Castro in Havana, Cuba. The Vatican described the 40-minute meeting at Castro's residence as informal and familial, with an exchange of books. (AP Photo/Alex Castro) |

Papst Franziskus trifft Fidel Castro auf Kuba, 19.9.2015 © picture alliance / AP Photo

Und morgen schicken wir euch ins Museum für Kunst und Gewerbe. Wo der Papst auf den Fidel trifft, beschäftigt sich die Ausstellung sports/no sports mit der Wechselwirkung von Mode und Sportbekleidung und richtet den Blick auf gesellschaftliche, formale und ästhetische Zusammenhänge.

WANN: Morgen wird eröffnet, Zeit bleibt aber noch bis zum 26. Februar.
WO: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steinvorplatz, 20099 Hamburg

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