Chameleons of the night
„Saturdays People“ in der Galerie Sperling

23. Januar 2017 • Text von

Ängste, Spaß und Abgründe. Stefan Fuchs zeigt in seiner ersten Einzelausstellung „Saturdays People“ in der Galerie Sperling am Regerplatz eine Reihe persönlicher Bilder und Skulpturen.

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Stefan Fuchs: Saturdays People, Installationsansicht, © the artist. Courtesy of SPERLING, Munich. Photos by Sebastian Kissel.

Gesichter, Menschen, Räume. Die hochformatigen Bilder, in lockerer Hängung in der Galerie Sperling installiert, erzählen Geschichten, Anekdoten. Von verrauchten Gesprächen über Bier, von den Kopfschmerzen danach. Vom Zusammentreffen und von Abschieden. Von Spaß und Abgrund. Jedes dieser Bilder schafft seine eigene Geschichte, zusammen scheinen sie in den Räumen der Galerie eine ganze Erzählung zu formen. Es sind schwebende Situationen, die auf den klar strukturierten Gemälden komponiert sind. Manche fast comichaft, manche mit einem Zug ins verzerrt Groteske. Die Bilder haben einen zarten Humor, driften teils ins Absurde ab und zeigen die aufmerksamen Beobachtungen des Malers Stefan Fuchs.

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Stefan Fuchs: Saturdays People, Installationsansicht, © the artist. Courtesy of SPERLING, Munich. Photos by Sebastian Kissel.

„Saturdays People“ ist Stefan Fuchs‘ erste Einzelausstellung in einer Galerie, in der jungen Kunstszene Münchens ist er aber beileibe kein Unbekannter. Zusammen mit anderen jungen Künstlern hat er in den letzten Jahren unterschiedliche Ausstellungsprojekte ins Leben gerufen, seine Arbeiten in lokalen Off-Spaces gezeigt und auch international mit unabhängigen Räumen kooperiert. Gemeinsam mit befreundeten Künstlern hat er 2014 den artist run space SPREEZ gegründet, in dem sie ein anspruchsvolles und ambitioniertes internationales Programm umgesetzt haben und sich sehr schnell einen Namen erarbeiten konnten. Trotz kleinem Budget und teils unsicheren Mietsituationen.

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Stefan Fuchs: Chameleons of the night, 2017, © the artist. Courtesy of SPERLING, Munich. Photos by Sebastian Kissel.

Die Lebensrealität junger Künstler, die Begegnungen und auch die schwierigen Arbeitssituationen thematisieren die Bilder in der Ausstellung. Fast wie eine visuelle Zusammenstellung von etwas gemeinsam Erlebten, von gemeinsamen vergangenen Projekten. Dabei verdichtet, gebrochen, überdeckt und mit unkonkreteren Elementen angereichert. Fast melancholische, komprimierte Erinnerungen in Acryl und Aquarellstift auf Leinwand. Dass die Bilder dabei weder kitschig noch belanglos zu werden drohen verdanken sie auch ihrer formalen Klarheit. In vollem Bewusstsein der Ausästelungen des Malereidiskurses und dessen theoretischen Konstrukten wählt Fuchs diese klare Form der Malerei. Er scheint sich eine gewisse Unschuld und gesunde Naivität nicht nur bewahrt sondern förmlich erarbeitet zu haben.

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Stefan Fuchs: Something hot, 2017(left), The shed, 2017 (right), © the artist. Courtesy of SPERLING, Munich. Photos by Sebastian Kissel.

Neben der Malerei zeigt Stefan Fuchs auch zwei Skulpturen, die die Ausstellung ergänzen. In diesen gekonnt im Raum positionierten Objekten greift er farbliche und gestalterische Elemente aus der Malerei auf. Pastellrote Flammen wirken fast, als wäre die Farbe noch nicht ganz getrocknet. Auch materiell greift er auf bereits im Atelier Vorhandenes zurück, integriert so in älteren Projekten benutzte Teile und verbindet so die Vergangenheit mit der Gegenwart. Und mit der Zukunft.

WANN: Die Arbeiten sind noch bis zum 9. März 2017 zu sehen.
WO:
Galerie Sperling, Regerplatz 9, 81541 München.

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