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	<title>gallerytalk.net &#187; München Interview</title>
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	<description>Zeitgenössische Kunst in Berlin, Hamburg, München und Nürnberg</description>
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		<title>The Eye of the Tiger &#8211; Saskia Diez erstellt die Edition Charlie</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2013 05:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bereits seit einem halben Jahr begl&#252;ckt das Restaurant- und Barkonzept Charlie uns neben ausgezeichnetem vietnamesischem Essen mit der „Edition Charlie“. Aus der Kollaboration mit M&#252;nchner K&#252;nstlern und Designern gehen einmal im Monat Grafiken, Fotografien und Kunstwerke aber auch allt&#228;gliche Gebrauchsgegenst&#228;nden &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2013/02/the-eye-of-the-tiger-saskia-diez-erstellt-die-edition-charlie.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Bereits seit einem halben Jahr begl&uuml;ckt das Restaurant- und Barkonzept Charlie uns neben ausgezeichnetem vietnamesischem Essen mit der „Edition Charlie“. Aus der Kollaboration mit M&uuml;nchner K&uuml;nstlern und Designern gehen einmal im Monat Grafiken, Fotografien und Kunstwerke aber auch allt&auml;gliche Gebrauchsgegenst&auml;nden hervor. Bisher wurden unter anderem M&uuml;nchner Gr&ouml;&szlig;en wie Olaf Unverzart, Mirko Borsche oder Ayzit Bostan eingeladen die Edition zu gestalten. Im Februar erwartet uns ein Schmuckst&uuml;ck der Designerin Saskia Diez. Die gelernte Goldschmiedin und studierte Industriedesignerin ist f&uuml;r ihre puristischen jedoch gleichzeitig poetischen Entw&uuml;rfe bekannt. Im Interview spricht sie &uuml;ber ihre Edition und teilt mit uns ihre Gedanken zu essenziellen Aspekten guten Schmuckdesigns.</p>
<div id="attachment_8651" class="wp-caption aligncenter" style="width: 598px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/o_RQ7rGad_Mp_4OlIayzxO7dttSPqaJwXHweBWjEtL8.jpeg"><img class="size-full wp-image-8651" title="Saskia Diez, Foto: Stefan Heinrichs" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/o_RQ7rGad_Mp_4OlIayzxO7dttSPqaJwXHweBWjEtL8.jpeg" alt=" The Eye of the Tiger   Saskia Diez erstellt die Edition Charlie" width="588" height="800" /></a><p class="wp-caption-text">Saskia Diez, Foto: Stefan Heinrichs</p></div>
<div style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was macht f&uuml;r dich gutes Schmuckdesign aus?</strong></div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">Saskia Diez: Ob es letzten Endes ein Schmuckst&uuml;ck ist, oder etwas anderes, ist eigentlich nebens&auml;chlich. Ich mag es, wenn sich jemand Gedanken beim Entwerfen gemacht hat, wenn etwas in sich schl&uuml;ssig gestaltet ist und m&ouml;glichst das Objekt als Ganzes mit allen seinen Komponenten durchdacht ist. Schmuck sollte daher nicht nur gut aussehen, sondern auch angenehm zu tragen und unkompliziert im &#8220;Gebrauch&#8221; sein, zum Beispiel dadurch, dass man es leicht reparieren kann, usw. Ich selbst vermeide unn&ouml;tige Details und beschr&auml;nke mich gerne auf eine Schl&uuml;sselidee, die dadurch viel besser zur Geltung kommt. Dar&uuml;ber hinaus arbeite ich gerne mit Materialien, die eine eigene Sch&ouml;nheit besitzen. F&uuml;r die Edition Charlie sind das Silber und Seide.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was f&uuml;r ein Objekt hast du dir f&uuml;r die Edition Charlie ausgedacht?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Saskia Diez: Ich habe mich in den Tiger verliebt, den ich auf der Speisekarte des Charlie gefunden habe. Den habe ich zu einem kleinen Anh&auml;nger aus Silber gemacht, der an einem roten Seidenfaden ums Handgelenk getragen werden kann.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div id="attachment_8653" class="wp-caption aligncenter" style="width: 810px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/CI5euGlH6E0J2cQjiIjh0EwHpFAPOXtoQ6Vd__g8SdMioOhOyWvrjy-QDzr-0MR8Lt6h8Ud5r8CtvhxcG4b_0sMFmW46NuFHb_U9b6az5B-iVdKQQo87z5pj4bTXbwWV4qYdCmN3nEqyVT9uhW3vfWCa4ydtzaK9_CHfIGChCIOA.jpeg"><img class="size-full wp-image-8653" title="Edition Charlie von Saskia Diez" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/CI5euGlH6E0J2cQjiIjh0EwHpFAPOXtoQ6Vd__g8SdMioOhOyWvrjy-QDzr-0MR8Lt6h8Ud5r8CtvhxcG4b_0sMFmW46NuFHb_U9b6az5B-iVdKQQo87z5pj4bTXbwWV4qYdCmN3nEqyVT9uhW3vfWCa4ydtzaK9_CHfIGChCIOA.jpeg" alt=" The Eye of the Tiger   Saskia Diez erstellt die Edition Charlie" width="800" height="599" /></a><p class="wp-caption-text">Edition Charlie von Saskia Diez</p></div>
<div style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Gab es f&uuml;r dich konkrete Beweggr&uuml;nde f&uuml;r die Konzeption?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Saskia Diez: Der Tiger ist ein stolzes und mutiges Tier, das sich aufmacht Au&szlig;ergew&ouml;hnliches zu erreichen und sich ungern anpasst.</div>
<div style="text-align: justify;">Das Rot der Seidenkordel bringt Gl&uuml;ck und lenkt b&ouml;se Blicke ab.</div>
<div style="text-align: justify;">Die Knoten stehen f&uuml;r Freundschaft und Liebe, aber auch verschlungene Schicksalswege.</div>
<div style="text-align: justify;">Ich finde, alles das passt wunderbar zu den Leuten vom Charlie.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Ist es dir wichtig, dass deine Entw&uuml;rfe und Schmuckst&uuml;cke eine Symbolik verk&ouml;rpern?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Saskia Diez: Symbolik spielt im Schmuck oft eine wichtige Rolle, die mal st&auml;rker und mal weniger stark zu erkennen ist. Doch gerade, wenn es um kleine Figuren oder Anh&auml;nger geht, gef&auml;llt es mir, wenn sie f&uuml;r den Tr&auml;ger etwas bedeuten, ihn sch&uuml;tzen und begleiten.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was ist f&uuml;r Schmuckdesign wichtiger? Tradition oder Alltags&auml;sthetik?</strong></div>
<div style="text-align: justify;">Saskia Diez: In meinen Entw&uuml;rfen ist beides zu finden. Ich mache Schmuck f&uuml;r den allt&auml;glichen Gebrauch. Doch die Tradition, die im Schmuck so alt ist, wie die Menschheit selbst, wird man immer finden. Diese beiden Eigenschaften lassen sich nicht voneinander l&ouml;sen.</div>
<div style="text-align: justify;"></div>
<div style="text-align: justify;">
<div id="attachment_8654" class="wp-caption aligncenter" style="width: 543px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/t1BRXYKNVCjKMBpvQCR0cjkn8DVf3WrGX5gKpclc7-kpbjASJI3R2vfNxuaRFezkgQrR4MC7KahV6_3sgtt5sg.jpeg"><img class="size-full wp-image-8654" title="Saskia Diez' Showroom, Foto: Ulli Myrzik" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/03/t1BRXYKNVCjKMBpvQCR0cjkn8DVf3WrGX5gKpclc7-kpbjASJI3R2vfNxuaRFezkgQrR4MC7KahV6_3sgtt5sg.jpeg" alt=" The Eye of the Tiger   Saskia Diez erstellt die Edition Charlie" width="533" height="800" /></a><p class="wp-caption-text">Saskia Diez&#39; Showroom, Foto: Ulli Myrzik</p></div>
</div>

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		<title>Giftiger Bauschaum und &#252;berdimensionales Kinderspielzeug &#8211; Kris Buckley entf&#252;hrt uns in ihre k&#252;nstlerische Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jan 2013 05:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Akademie der bildenden Künste]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kris Buckley]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerin]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

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		<description><![CDATA[gallerytalk.net: Deine neue Serie unterscheidet sich stark von deinen alten Arbeiten. Wie bist du darauf gekommen giftigen Baustoff zu Skulpturen zu verarbeiten? Kris Buckley: Ich bin gelernte Glasmalerin. Ich bevorzuge den Umgang mit st&#246;rrischen, widerspenstigen Stoffen. Bauschaum beispielsweise ist sehr &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2013/01/7416.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
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<div id="attachment_7417" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.34.56.png"><img class="size-large wp-image-7417" title="Kris Buckley in der Klasse Glasmalerei der AdbK M&uuml;nchen, Foto: Charlotte Schlutius" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.34.56-1024x681.png" alt="Bildschirmfoto 2013 01 06 um 13.34.56 1024x681 Giftiger Bauschaum und überdimensionales Kinderspielzeug   Kris Buckley entführt uns in ihre künstlerische Welt" width="584" height="388" /></a><p class="wp-caption-text">Kris Buckley in der Klasse Glasmalerei der AdbK M&uuml;nchen, Foto: Charlotte Schlutius</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Deine neue Serie unterscheidet sich stark von deinen alten Arbeiten. Wie bist du darauf gekommen giftigen Baustoff zu Skulpturen zu verarbeiten?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong></strong>Kris Buckley: Ich bin gelernte Glasmalerin. Ich bevorzuge den Umgang mit st&ouml;rrischen, widerspenstigen Stoffen. Bauschaum beispielsweise ist sehr lebendig. Wie er sich beim Spritzen ausdehnt ist er schwer vorhersehbar. Er l&auml;sst sich zwar lenken, aber nicht einfach alles mit sich machen. Vor allem wollte ich weg von einem rein &auml;sthetischen Denken und mit einem zeitgen&ouml;ssischen Material arbeiten, dessen Verwendung im k&uuml;nstlerischen Kontext untypisch ist.</p>
<div id="attachment_7418" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.35.25.png"><img class="size-large wp-image-7418" title="Kris Buckleys aktuelle Arbeit an einer Glasmalerei, Foto: Charlotte Schlutius" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.35.25-1024x686.png" alt="Bildschirmfoto 2013 01 06 um 13.35.25 1024x686 Giftiger Bauschaum und überdimensionales Kinderspielzeug   Kris Buckley entführt uns in ihre künstlerische Welt" width="584" height="391" /></a><p class="wp-caption-text">Kris Buckleys aktuelle Arbeit an einer Glasmalerei, Foto: Charlotte Schlutius</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie stellst du deine Skulpturen her?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kris Buckley: Wie bereits angesprochen, kann ich den Bauschaum nicht in eine vorgegebene Form spritzen. Bei der Bearbeitung dehnt er sich in alle Richtungen aus. Dennoch habe ich eine Technik entwickelt, durch die ich es schaffe diese Materialeigenschaft sowie meine k&uuml;nstlerische Botschaft zu transportieren. Ich nehme Haushaltsger&auml;te wie Gef&auml;&szlig;e oder Vasen und beschichte sie mit einer Plastikfolie. Meine Wahl fiel nicht nur aus rein praktischen Gr&uuml;nden auf diese Objekte. Mich hat der Gedanke fasziniert aus einem der &auml;ltesten Kulturg&uuml;ter, die urspr&uuml;nglich dazu dienten Essen haltbar zu machen, ein Kunstwerk zu schaffen. Dar&uuml;ber spritze ich dann den Bauschaum, den ich an bestimmten Stellen mit einer Schnur abbinde. Teilweise lege ich noch kleine Gegenst&auml;nde um die Gef&auml;&szlig;e herum. Somit kann sich der Bauschaum innerhalb der von mir geschaffenen Grenzen ausbreiten.</p>
<div id="attachment_7419" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.35.58.png"><img class="size-large wp-image-7419" title="Kris Buckley zeigt uns eine ihrer Bauschaumarbeiten, Foto: Charlotte Schlutius" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.35.58-1024x686.png" alt="Bildschirmfoto 2013 01 06 um 13.35.58 1024x686 Giftiger Bauschaum und überdimensionales Kinderspielzeug   Kris Buckley entführt uns in ihre künstlerische Welt" width="584" height="391" /></a><p class="wp-caption-text">Kris Buckley zeigt uns eine ihrer Bauschaumarbeiten, Foto: Charlotte Schlutius</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was m&ouml;chtest du dem Betrachter durch die Wahl dieses Materials vermitteln?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong></strong>Kris Buckley: Die Skulpturen sind charakterisiert durch Widerspr&uuml;che. Zum einen sind sie sehr ansehnlich,. Doch ihr Schein tr&uuml;gt, denn der Bauschaum ist giftig. Kurioserweise wurde das Material bisher zum H&auml;userbau eingesetzt. Vor wenigen Monaten wurde der Bauschaum mit dem ich arbeitete sogar vom Markt genommen weil er Krebserregend ist. Diese Ambivalenz des Heims als Zufluchtsort der Sicherheit gegen&uuml;ber dessen giftiger Herstellung ist in den Arbeiten enthalten. Ebenso wie die Tatsache, dass Bauschaum zwar als Material organische Formen annimmt, aber tats&auml;chlich niemals verwest. Irgendwann f&auml;ngt der Bauschaum an zu br&ouml;ckeln, aber er wird sich niemals ganz aufl&ouml;sen, denn er kann sich nicht zersetzten.</p>
<div id="attachment_7420" class="wp-caption aligncenter" style="width: 1034px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Buckley-1024x768.jpg"><img class="size-full wp-image-7420" title="Rauminstallation von Kris Buckley bei der Jahresausstellung 2012 der AdbK M&uuml;nchen, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Buckley-1024x768.jpg" alt="Buckley 1024x768 Giftiger Bauschaum und überdimensionales Kinderspielzeug   Kris Buckley entführt uns in ihre künstlerische Welt" width="1024" height="768" /></a><p class="wp-caption-text">Rauminstallation von Kris Buckley bei der Jahresausstellung 2012 der AdbK M&uuml;nchen, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
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<p><strong>gallerytalk.net: Wie geht man mit giftigem Material im Atelier um?</strong></p>
<p>Kris Buckley: Die Herstellung kann nat&uuml;rlich gef&auml;hrlich sein. Wegen der Ausd&uuml;nstungen trage ich mittlerweile eine Maske vor Mund und Nase. Aber besondere Schutzkleidung habe ich nicht. Im Sommer war ich sogar in kurzen Hosen im Atelier. Im Arbeitsprozess stellt der K&uuml;nstler die Kunst &uuml;ber den Menschen. Bei mir hat die Neugier auf das Material &uuml;berwogen, sodass ich gar nicht &uuml;ber die k&ouml;rperlichen Konsequenzen nachgedacht habe. Das sind kleine Einbu&szlig;en, die sich nicht vermeiden lassen und die man als K&uuml;nstler gerne f&uuml;r die Kunst in Kauf nimmt.</p>
<div id="attachment_7421" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.44.53.png"><img class="size-large wp-image-7421" title="Kris Buckley zeigt uns weiter Abbildungen ihrer Bauschaumarbeiten, Foto: Charlotte Schlutius" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2013/01/Bildschirmfoto-2013-01-06-um-13.44.53-1024x685.png" alt="Bildschirmfoto 2013 01 06 um 13.44.53 1024x685 Giftiger Bauschaum und überdimensionales Kinderspielzeug   Kris Buckley entführt uns in ihre künstlerische Welt" width="584" height="390" /></a><p class="wp-caption-text">Kris Buckley zeigt uns weiter Abbildungen ihrer Bauschaumarbeiten, Foto: Charlotte Schlutius</p></div>
<p><strong>gallerytalk.net: Welche Assoziationen denkst du rufen die fertigen Skulpturen beim unbedarften Betrachter hervor?</strong></p>
<p><strong></strong>Kris Buckley: Ich denke ich bin viel zu tief in der Materie, um unbedarft an meine Arbeit heranzugehen. Gute Kunst ist f&uuml;r mich Kunst, die in mehrere Richtungen wirkt. Ich bin sehr kritisch, wenn ich auf etwas sto&szlig;e, dass ich auf Anhieb verstehe. Der Bedeutungsgehalt der Skulpturen allein geht in viele verschiedene Richtungen. Bei der Jahresausstellung in der Akademie war mir wichtig, die Bauschaumobjekte in einer Rauminstallation mit gefundenen Youtube Videos zusammenzubringen. Es war interessant die Wirkung auf die Besucher zu sehen, manche von ihnen waren bezaubert, manche entsetzt, jemand weinte sogar, der andere war wiederrum v&ouml;llig begeistert.</p>
<p><strong>gallerytalk.net: Was wird in deiner n&auml;chsten Ausstellung zu sehen sein?</strong></p>
<p><strong></strong>Kris Buckley: Aktuell plane ich gemeinsam mit dem Theaterregisseur Dominik Frank eine Ausstellung. Ich m&ouml;chte Fotos von meinem dreij&auml;hrigen Sohn ausstellen, die ihn zeigen, wie er Alltagsgegenst&auml;nde ordnet. Wenn Kinder ein gewisses Alter erreichen, fangen sie an, die Dinge um sich herum anders wahrzunehmen. Um die Welt zu verstehen, geben sie den Dingen eine Ordnung. Mein Sohn hat schon vor L&auml;ngerem damit angefangen, zum Beispiel aus dem Nichts heraus Schuhe in eine Reihe zu stellen. Meine Fotos zeigen ihn, wie er nicht nur sein Spielzeug, sondern anschlie&szlig;end auch sich selbst in das von ihm geschaffene System eingeordnet hat. Er wollte, dass ich die Situation aufnehme. Und so entstand ein Foto davon, wie er in der Dusche neben seinen kleinen Dinosaurierfiguren liegt. Ich baue seine Tiere gerade ma&szlig;stabsgetreu zur K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e eines Erwachsenen aus Kunststoff nach. F&uuml;r die Ausstellung m&ouml;chten wir das Wohnzimmer meines Freundes in den Ausstellungsraum holen. Auf dem Fernseher soll eine Tierdokumentation laufen w&auml;hrend eine Schauspielerin unter Anleitung von Dominik Frank nackt mit den &uuml;berdimensionalen Spielzeugen spielen, sie ordnen und schlie&szlig;lich sich selbst hinzuordnen soll. Zwar planen wir die Vorgehensweise genau, aber so wie mich zu berechenbares Material schnell langweilt, so m&ouml;chte ich auch in Installationen ein Zufallselement belassen. Ansonsten w&uuml;rde ich ja alles bestimmen und k&ouml;nnte f&uuml;r mich pers&ouml;nlich gar nichts mehr vom k&uuml;nstlerischen Prozess lernen. Dieses Zufallselement ist die Schauspielerin. Ihr Verhalten, insbesondere ihr Umgang mit der Ausstellungssituation, mit der Nacktheit, mit der Aufgabe und mit dem Publikum ist nicht vorhersehbar. Ich sehe die Ausstellung also eher als Experiment. Sie soll uns die Frage beantworten, ob es m&ouml;glich ist, wieder in die Rolle des unschuldigen und unbedarften Kindes zu schl&uuml;pfen.</p>
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		<title>Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/12/charlie-brown-an-der-schnittstelle-von-kunst-und-mode-ein-interview-mit-ayzit-bostan.html</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Dec 2012 12:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Replika]]></category>

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		<description><![CDATA[gallerytalk.net traf die Modedesignerin und K&#252;nstlerin Ayzit Bostan anl&#228;sslich ihrer Edition f&#252;r das M&#252;nchner Restaurantkonzept „Charlie“ zum Interview. Schon 1997 ehrte die Stadt M&#252;nchen die k&#252;nstlerische Leistung der gelernten Damenschneiderin mit dem F&#246;rderpreis f&#252;r angewandte Kunst. Zuletzt bezauberte uns die &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/12/charlie-brown-an-der-schnittstelle-von-kunst-und-mode-ein-interview-mit-ayzit-bostan.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6939" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.35.16.png"><img class="size-large wp-image-6939" title="gallerytalk.net traf Ayzit Bostan zum Interview, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.35.16-1024x682.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.35.16 1024x682 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="388" /></a><p class="wp-caption-text">gallerytalk.net traf Ayzit Bostan zum Interview, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net traf die Modedesignerin und K&uuml;nstlerin <a href="http://www.ayzitbostan.com" target="_blank">Ayzit Bostan</a> anl&auml;sslich ihrer Edition f&uuml;r das M&uuml;nchner Restaurantkonzept „Charlie“ zum Interview. Schon 1997 ehrte die Stadt M&uuml;nchen die k&uuml;nstlerische Leistung der gelernten Damenschneiderin mit dem F&ouml;rderpreis f&uuml;r angewandte Kunst. Zuletzt bezauberte uns die geb&uuml;rtige T&uuml;rkin gemeinsam mit Gerhardt Kellermann mit dem Projekt „Replika“ im M&uuml;nchner Hofgarten, das in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat M&uuml;nchen entstand. Im Interview sprach sie &uuml;ber Charlie Brown und die Schnittstelle von Kunst und Mode.</strong></p>
<div id="attachment_6938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.33.38.png"><img class="size-large wp-image-6938" title="Zu Besuch in Ayzit Bostans Atelier w&auml;hrend der Vorbereitungen f&uuml;r die Edition, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.33.38-1024x685.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.33.38 1024x685 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="390" /></a><p class="wp-caption-text">Zu Besuch in Ayzit Bostans Atelier w&auml;hrend der Vorbereitungen f&uuml;r die Edition, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Du bewegst dich mit deiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Modedesign und bildender Kunst. Was sagt das &uuml;ber dein Selbstverst&auml;ndnis aus?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ayzit Bostan: Egal ob ich Kleider oder Kunst kreiere, ich gehe sehr pr&auml;zise und nach meinem eigenen Rhythmus vor. Dabei f&uuml;hle ich mich und meine Arbeit keinem Metier konkret zugeordnet. Modedesign und Kunst greifen bei mir ineinander. Beispielsweise habe ich bei meinem Projekt „Replika“ die Arkaden im M&uuml;nchner Hofgarten mit Vorh&auml;ngen best&uuml;ckt und dadurch ein „Kleid f&uuml;r den Hofgarten“ geschaffen. Meine Kunst hat meistens textile Bez&uuml;ge und auch meine Kleider, vor allem meine Taschenkollektion, haben objekthaften Charakter. Ich empfinde meine Vorgehensweise weder als Vor- noch als Nachteil. Sie dr&uuml;ckt sich durch eine sehr pers&ouml;nliche und sensible Auseinandersetzung mit Projekten aus und macht meinen eigenen Stil aus. Dabei geht es mir um eine essentielle aber auch poetische Sch&ouml;nheit die ich visualisieren m&ouml;chte.</p>
<div id="attachment_6933" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/replika.jpg"><img class="size-full wp-image-6933" title="Replika, Installation Hofgarten M&uuml;nchen 20.07.-22.10.2012 by Ayzit Bostan &amp; Gerhardt Kellermann,  www.replika.cc" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/replika.jpg" alt="replika Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="450" height="600" /></a><p class="wp-caption-text">Replika, Installation Hofgarten M&uuml;nchen 20.07.-22.10.2012 by Ayzit Bostan &amp; Gerhardt Kellermann, www.replika.cc</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Kann man die morgendliche Wahl der Garderobe als kuratorische Leistung ansehen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ayzit Bostan: Das ist eine interessante Idee, &uuml;ber die ich so noch nicht nachgedacht habe. Ich glaube die Kombination von Kleidung ist f&uuml;r uns ein allt&auml;glicher und dadurch unbewusster Prozess geworden. Dennoch finde ich, dass es fast keine intimere Auseinandersetzung mit dem Menschen gibt, als die des Anziehens. Ich empfinde es als Kompliment, wenn eine Person bereit ist, meine Kleidung zu tragen, sie auf ihre Haut zu lassen. Darin steckt eine wahnsinnige Sensibilit&auml;t. Sowieso mag ich ja keine Mode. Ich mag nur gute Kleidung. Deshalb denke ich, dass die morgendliche Kleiderwahl eher eine Wertsch&auml;tzung als etwas Kuratorisches ist.</p>
<div id="attachment_6934" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.25.36.png"><img class="size-large wp-image-6934" title="Zu Besuch in Ayzit Bostans Atelier, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.25.36-1024x680.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.25.36 1024x680 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="387" /></a><p class="wp-caption-text">Zu Besuch in Ayzit Bostans Atelier, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was steckt hinter der Edition, die du f&uuml;rs Charlie entworfen hast?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ayzit Bostan: Das Charlie ist ein Restaurant, das Freunde von mir betreiben. Sie fragen jeden Monat einen anderen M&uuml;nchner K&uuml;nstler, Designer oder Grafiker, ob sie ein kleines Geschenk in einer Auflage von 100 St&uuml;ck entwerfen wollen. F&uuml;r meine Edition wollte ich mich unbedingt auf das vietnamesische Restaurant beziehen. Da ich den Namen Charlie mit der Figur Charlie Brown assoziierte, zeichnete ich einen vietnamesischen Charlie Brown und lie&szlig; ihn auf Stoffservietten drucken. Ich mag es Motive zu ver&auml;ndern und dadurch deren komplette Aussage zu ver&auml;ndern. Au&szlig;erdem finde ich Charlie Brown mit seinen Brotf&uuml;ssen einfach unglaublich sympathisch. Durch die Verwendung der Servietten kommt wiederrum mein textiler Hintergrund zum tragen.</p>
<div id="attachment_6935" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.27.31.png"><img class="size-large wp-image-6935" title="Ayzit Bostans Edition f&uuml;rs Charlie, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.27.31-1024x686.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.27.31 1024x686 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="391" /></a><p class="wp-caption-text">Ayzit Bostans Edition f&uuml;rs Charlie, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Seit Oktober hast du eine Professur an der Kunsthochschule in Kassel f&uuml;r das Design textiler Produkte. Wie gibst du deine Erfahrung an deine Studenten weiter?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ayzit Bostan: Meine Studenten erwarteten bestimmt ein minimalistisches Thema von mir. Aber ich wollte selbst etwas lernen und nicht nur Gelerntes weitergeben. Deshalb habe ich das Thema Voodoo f&uuml;r mein erstes Projekt ausgew&auml;hlt. Die Religion soll durch einen Entwurf in unsere Welt transportiert und in die Moderne eingesetzt werden. Bei der Umsetzung versuche ich meinen Studenten zu helfen, indem ich ihr Talent und ihre Neugier anrege. Ich will ihnen gerade nicht meinen eigenen Geschmack aufzwingen. Da ich selbst nicht studiert habe, wei&szlig; ich nicht ob diese Art von Methode richtig oder falsch ist. Aber es f&uuml;hlt sich gut an.</p>
<div id="attachment_6936" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.29.04.png"><img class="size-large wp-image-6936" title="Ayzit Bostan bereitet die Edition f&uuml;rs Charlie vor, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.29.04-1024x685.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.29.04 1024x685 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="390" /></a><p class="wp-caption-text">Ayzit Bostan bereitet die Edition f&uuml;rs Charlie vor, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was sehen wir 2013 von dir?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ayzit Bostan: Im Januar wird endlich meine Taschenkollektion fertig sein, worauf ich mich schon sehr freue. Und f&uuml;r Februar ist eine Fotoausstellung zu meinem Projekt Replika geplant. Es werden Fotografien von unterschiedlichen Fotografen gezeigt, die jeweils ihre eigene Sichtweise von der Installation eingefangen haben. Diesen Gedanken habe ich auch f&uuml;r meine Jahresgabe f&uuml;r den Kunstverein M&uuml;nchen aufgegriffen. Von mir wird es eine Arbeit geben, die Replika aus einer besonderen Perspektive zeigt.</p>
<div id="attachment_6937" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.30.43.png"><img class="size-large wp-image-6937" title="Vorbereitungen f&uuml;r Ayzit Bostans Jahresgabe 2012 f&uuml;r den Kunstverein M&uuml;nchen, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/12/Bildschirmfoto-2012-12-01-um-13.30.43-1024x656.png" alt="Bildschirmfoto 2012 12 01 um 13.30.43 1024x656 Charlie Brown an der Schnittstelle von Kunst und Mode – Ein Interview mit Ayzit Bostan" width="584" height="374" /></a><p class="wp-caption-text">Vorbereitungen f&uuml;r Ayzit Bostans Jahresgabe 2012 f&uuml;r den Kunstverein M&uuml;nchen, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;">

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		<title>35 Jahre konkrete Kunst in M&#252;nchen &#8211; Ein Interview mit Walter Storms &#252;ber die kuratorische Leistung eines Galeristen, Rock&#8217;n&#039;Roll und die M&#252;nchner Kunstszene</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/11/35-jahre-konkrete-kunst-in-muenchen-ein-interview-mit-walter-storms-ueber-die-kuratorische-leistung-eines-galeristen-rocknroll-und-die-muenchner-kunstszene.html</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Nov 2012 13:15:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[München Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Storms]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gallerytalk.net/?p=6778</guid>
		<description><![CDATA[Anl&#228;sslich der Er&#246;ffnung der Ausstellung &#8220;Licht&#8221; in der Galerie Walter Storms, die Werke Rupprecht Geigers und Shannon Finley zeigt, trafen wir den Galeristen Walter Storms, der  mit uns nicht nur &#252;ber sein aktuelles Ausstellungskonzept, sondern &#252;ber seine nun schon &#252;ber &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/11/35-jahre-konkrete-kunst-in-muenchen-ein-interview-mit-walter-storms-ueber-die-kuratorische-leistung-eines-galeristen-rocknroll-und-die-muenchner-kunstszene.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Anl&auml;sslich der Er&ouml;ffnung der Ausstellung &#8220;Licht&#8221; in der Galerie Walter Storms, die Werke Rupprecht Geigers und Shannon Finley zeigt, trafen wir den Galeristen Walter Storms, der  mit uns nicht nur &uuml;ber sein aktuelles Ausstellungskonzept, sondern &uuml;ber seine nun schon &uuml;ber 30 Jahre w&auml;hrende Galeriet&auml;tigkeit sprach.</strong></p>
<div id="attachment_6788" class="wp-caption aligncenter" style="width: 493px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.45.131.png"><img class="size-full wp-image-6788" title="Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.45.131.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.45.131 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="483" height="665" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie kamen Sie mit der Kunst in Ber&uuml;hrung?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: Meine erste Ausstellung habe ich 1968 organisiert, als ich noch im Gymnasium war. Ich war damals Manager einer Rock’n’Roll Band, deren Gigs ich organisierte. Osteuropa hat mich sehr fasziniert. Und so fuhren wir mit der Band nach Prag. Dort lernte ich dann einen K&uuml;nstler kennen, dessen Grafiken mir gut gefielen. Seine Arbeiten schmuggelte ich &uuml;ber die Grenze, rahmte sie eigenh&auml;ndig in meinem Gymnasium und h&auml;ngte sie dort in einem der R&auml;ume auf. Im Telefonbuch suchte ich alle wichtigen Adressen zusammen und lud die gesamte Stadtprominenz zur Vernissage ein. Wir haben alles verkauft.</p>
<div id="attachment_6781" class="wp-caption aligncenter" style="width: 689px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.48.38.png"><img class="size-full wp-image-6781" title="Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.48.38.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.48.38 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="679" height="456" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Herr Storms, auf wie viele Jahre Galeriet&auml;tigkeit blicken Sie zur&uuml;ck?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: Meine Galerie gibt es bereits 35 Jahre. 1972 verlie&szlig; ich K&ouml;ln um in M&uuml;nchen Kunstgeschichte zu studieren. Damals erschien M&uuml;nchen als Nabel der Welt. Im Zuge der olympischen Spiele durchlebte die Stadt einen unbeschreiblichen Wandel. Die infrastrukturelle Neugestaltung mit dem Bau der U-Bahn und der Fu&szlig;g&auml;ngerzone hat dazu stark beigetragen. Doch insbesondere das olympische Kulturprogramm zog massenweise junge Leute an. Viele wollten dabei sein und ich auch.</p>
<div id="attachment_6782" class="wp-caption aligncenter" style="width: 721px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.51.24.png"><img class="size-full wp-image-6782" title="Walter Storms mit Benita B&ouml;hm von gallerytalk.net, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.51.24.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.51.24 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="711" height="473" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms mit Benita B&ouml;hm von gallerytalk.net, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wieso sind Sie Galerist geworden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: In D&uuml;sseldorf lernte ich G&uuml;nther Uecker kennen, der in der Kunstszene bereits ein Star war. Dagegen war ich eine Null. Er war es, der mich dazu ermutigte eine Galerie zu er&ouml;ffnen. Als Kunststudent war ich ja ein reiner Theoretiker und hatte von gesch&auml;ftlichen Dingen keine Ahnung. Aber Uecker hat mich sehr ermutigt und mir seine Hilfe zugesagt. So er&ouml;ffnete ich meine Galerie und lernte mit der Zeit, worauf es in diesem Beruf ankommt.</p>
<div id="attachment_6783" class="wp-caption aligncenter" style="width: 463px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.54.16.png"><img class="size-full wp-image-6783" title="Walter Storms w&auml;hrend des in der Galerie veranstalteten Siebdruckworkshops anl&auml;sslich der Open Art, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.54.16.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.54.16 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="453" height="570" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms w&auml;hrend des in der Galerie veranstalteten Siebdruckworkshops anl&auml;sslich der Open Art, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Hat sich die M&uuml;nchner Kunstszene und das Kunstpublikum seitdem ver&auml;ndert?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: Um 1977 herum gab es einen Galerienboom in M&uuml;nchen. Ich gr&uuml;ndete damals nicht nur meine Galerie sondern mit drei Kollegen auch die Kunstzeitschrift „Neue Kunst in M&uuml;nchen“. Gemeinsam mit 10 bis 12 anderen Galerien entstand die heute noch bestehende „Initiative M&uuml;nchner Galerien f&uuml;r zeitgen&ouml;ssische Kunst“, deren Sprecher ich 20 Jahre lang war. Wir waren die ersten in Deutschland, die in Form der „Open Art“ ein Galerienwochenende organisierten. Mittlerweile gibt es das ja in jeder Stadt. Doch wir sind die Einzigen, die dieses Format mit einer derart ununterbrochenen Kontinuit&auml;t inzwischen seit 24 Jahren durchgezogen haben. Dar&uuml;ber hinaus gibt es heute ein breiteres Angebot, z.B. durch die neugegr&uuml;ndeten F&ouml;rdervereine der Kunstinstitutionen, die heute auch spezielle Programme f&uuml;r junge Kunstliebhaber anbieten.</p>
<div id="attachment_6784" class="wp-caption aligncenter" style="width: 365px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.56.19.png"><img class="size-full wp-image-6784" title="Ausstellungsansicht &quot;Rupprecht Geiger und Shannon Finley - Licht&quot; in der Galerie Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.56.19.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.56.19 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="355" height="536" /></a><p class="wp-caption-text">Ausstellungsansicht &quot;Rupprecht Geiger und Shannon Finley - Licht&quot; in der Galerie Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was macht Ihre K&uuml;nstlermannschaft aus?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von Anfang konzentrierte ich mich auf ungegenst&auml;ndliche, konkrete Kunst und engagierte mich besonders f&uuml;r K&uuml;nstler aus Italien und Osteuropa. &Uuml;ber die Jahre sind viele K&uuml;nstler hinzugekommen, die in den unterschiedlichsten Medien, aber immer „konkret“ arbeiten. Mit den K&uuml;nstlern, die ich jahrelang ausstelle, verbindet mich eine lange und enge Freundschaft. Wir haben schon einen Omnibus f&uuml;r einen Ausflug gemietet oder sind gemeinsam aufs Oktoberfest gegangen. Diese pers&ouml;nliche Komponente ist mir sehr wichtig. Ich liebe es Menschen zusammen zu bringen. Teilweise war die &auml;ltere Generation meiner K&uuml;nstler Vorbild f&uuml;r das Schaffen der J&uuml;ngeren. Es ist interessant einen Austausch zwischen ihnen herzustellen und zu sehen, wie die Jungen von den Erfahrungen der Alten lernen aber auch umgekehrt die Alten furch die frischen Ideen der Jungen inspiriert werden.</p>
<div id="attachment_6785" class="wp-caption aligncenter" style="width: 612px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.58.15.png"><img class="size-full wp-image-6785" title="Walter Storms mit Julia Geiger w&auml;hrend des Siebdruckworkshops anl&auml;sslich der Open Art, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-13.58.15.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 13.58.15 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="602" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms mit Julia Geiger w&auml;hrend des Siebdruckworkshops anl&auml;sslich der Open Art, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Ihre aktuelle Ausstellung stellt die Arbeiten der K&uuml;nstler Rupprecht Geiger und Shannon Finley gegen&uuml;ber. Begreifen Sie sich bei solchen Ausstellungskonzepten mehr als Kurator oder als Galerist?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: Man sieht sich bei jeder Ausstellung als Kurator. Vor allem die K&uuml;nstler &uuml;bertragen dem Galeristen unbewusst diese Aufgabe, selbst wenn sie das gar nicht vorhatten. Eine Ausstellung einzurichten bringt den K&uuml;nstler, der voller kreativer Ideen ist, und den Galeristen, der die Kunstwerke an die &Ouml;ffentlichkeit bringen will, dazu gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Galeriearbeit ist kein reiner Kunsthandel. Ein Galerist arbeitet an der Basis. Er ist meist der erste, der die Arbeiten, die teilweise noch nie auf dem Kunstmarkt waren, im Atelier sieht. Vor allem haben K&uuml;nstler bei der Produktion ihrer Werke nicht vor Augen, wie eine Arbeit sp&auml;ter gezeigt werden soll. So muss der Galerist, der die &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde kennt, die Werke ausw&auml;hlen und sie „an die Wand bringen“. In der Regel mache ich Einzelausstellungen, aber wenn ich ein bestimmtes Thema habe, auch Gruppenausstellungen. Mehrere K&uuml;nstler nebeneinander auszustellen kann eine interessante Dynamik in das Ausstellungskonzept bringen.</p>
<div id="attachment_6786" class="wp-caption aligncenter" style="width: 500px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-14.00.19.png"><img class="size-full wp-image-6786" title="Besucher des Siebdruckworkshops in der Galerie Walter Storms" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-14.00.19.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 14.00.19 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="490" height="635" /></a><p class="wp-caption-text">Besucher des Siebdruckworkshops in der Galerie Walter Storms, Foto: Anatol Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wieso haben Sie gerade Shannon Finley mit Rupprecht Geiger zusammengebracht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Walter Storms: Inhaltlich spielt das Thema Licht die entscheidende Rolle. Es ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf dem man Geiger und Finley zusammenbringen kann. Dennoch bestehen Unterschiede. Beispielsweise der Generationenunterschied der K&uuml;nstler. Dennoch zeigt die direkte Gegen&uuml;berstellung die „Jugendlichkeit“ des Altmeisters Geiger und auf der anderen Seite die Reife der Werke Shannon Finleys. Es bestehen aber auch technische Verschiedenheiten. Rupprecht Geiger setzt die Pigmente pur und fast schon k&ouml;rperlich auf die Leinwand. Shannon Finley hingegen arbeitet sehr transparent, in unz&auml;hligen Schichten.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide K&uuml;nstler schaffen auf der Basis optischer Ph&auml;nomene mit Farben ungegenst&auml;ndlichen Raum. Geiger erreicht dies durch die fluoreszierenden Tagesleuchtfarben, Finley dagegen durch die prismatisch entwickelte Tiefenschichtung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Interview f&uuml;hrte Benita B&ouml;hm.</strong></p>
<div id="attachment_6787" class="wp-caption aligncenter" style="width: 464px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-14.01.28.png"><img class="size-full wp-image-6787" title="Walter Storms, Foto: Anato Obolensky (www.anatol.ch)" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/11/Bildschirmfoto-2012-11-21-um-14.01.28.png" alt="Bildschirmfoto 2012 11 21 um 14.01.28 35 Jahre konkrete Kunst in München   Ein Interview mit Walter Storms über die kuratorische Leistung eines Galeristen, RocknRoll und die Münchner Kunstszene" width="454" height="572" /></a><p class="wp-caption-text">Walter Storms, Foto: Anato Obolensky (www.anatol.ch)</p></div>

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		<title>Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespr&#228;ch mit dem Bildhauer Nico Kiese</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/10/ein-konkretes-wie-kenntnisreiches-gespraech-mit-dem-bildhauer-nico-kiese.html</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Oct 2012 12:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Bronzeguss]]></category>
		<category><![CDATA[firstlines gallery]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Balve]]></category>
		<category><![CDATA[Installationen]]></category>
		<category><![CDATA[Nico Kiese]]></category>

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		<description><![CDATA[gallerytalk.net traf den Bildhauer Nico Kiese zum Interview. In der firstlines gallery zeigte er uns seine Arbeiten und erkl&#228;rte uns seine k&#252;nstlerischen wie handwerklichen Vorgehensweisen. Entstanden ist ein konkretes wie kenntnisreiches Gespr&#228;ch &#252;ber Kunst. Nico Kiese vor &#8220;Dreilapper&#8221;, 2009, Bronzeguss, 30 x &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/10/ein-konkretes-wie-kenntnisreiches-gespraech-mit-dem-bildhauer-nico-kiese.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong></strong><strong>gallerytalk.net traf den Bildhauer Nico Kiese zum Interview. In der <a href="firstlines.de" target="_blank">firstlines gallery</a> zeigte er uns seine Arbeiten und </strong><strong>erkl&auml;rte uns seine k&uuml;nstlerischen wie handwerklichen Vorgehensweisen. Entstanden ist ein konkretes wie kenntnisreiches Gespr&auml;ch &uuml;ber Kunst.</strong></p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6217" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-09.10.001.png"><img class="size-large wp-image-6217" title="Nico Kiese vor &quot;Dreilapper&quot;, 2009, Bronzeguss, 30 x 30 x 30, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-09.10.001-1024x675.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 09.10.001 1024x675 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="384" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese vor &#8220;Dreilapper&#8221;, 2009, Bronzeguss, 30 x 30 x 30, Foto: Reiner Allgeier</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie siehst du deine Arbeit im Verh&auml;ltnis zu traditioneller Bildhauerei?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Wenn ich mich konkret festlegen m&uuml;sste, w&uuml;rde ich mich als Bildhauer bezeichnen. Darunter ordne ich alles ein was plastisches Arbeiten umfasst. Die zeitgen&ouml;ssische Bildhauerei zeichnet sich im Gegensatz zum traditionellen Verst&auml;ndnis des Genres durch eine breite Vielfalt an Materialen und die unbegrenzten M&ouml;glichkeiten ihrer Bearbeitung aus. Das macht den Arbeitsbereich so interessant. Auf der anderen Seite schafft diese F&uuml;lle aber auch eine Komplexit&auml;t, die &uuml;berwunden werden muss. Anders als ein klassischer Holzschnitzer sehe ich mich immer wieder mit der Frage konfrontiert, welches Material ich ausw&auml;hle, wie ich es bearbeite und warum. Skulptur oder Installation? Klein oder gro&szlig;? Und warum entscheide ich mich &uuml;berhaupt daf&uuml;r? Je mehr Auswahl ich habe, desto l&auml;nger denke ich auch dar&uuml;ber nach.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: center;">
<dl id="attachment_6214" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-12.00.59.png"><img class="size-large wp-image-6214" title="Diverse Bronzeg&uuml;sse von Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-12.00.59-1024x680.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 12.00.59 1024x680 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="387" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Diverse Bronzeg&uuml;sse von Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: W&uuml;rdest du dich als konzeptuellen K&uuml;nstler bezeichnen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Oft bin ich mir dar&uuml;ber selbst nicht im Klaren. Es ist einfacher etwas Freies und Abstraktes zu kreieren. Die Spannung der Objekte entsteht bereits durch Form- und Farbgebung. Es ist ein meditatives Arbeiten, dass sich von selbst entwickelt. Trotzdem versuche ich auch konkrete Konzepte zu erarbeiten, was eine ganz andere Herangehensweise darstellt. Bei meinen Installationen habe ich oft eine konkrete Symbolik vor Augen, die umgesetzt werden muss.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6221" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-14.26.47.png"><img class="size-large wp-image-6221" title="Nico Kiese zeigt uns in der firstlines gallery seine Skulptur &quot;Fertig aus&quot;, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-14.26.47-1024x679.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 14.26.47 1024x679 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="387" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese zeigt uns in der firstlines gallery seine Skulptur &#8220;Fertig aus&#8221;, Foto: Reiner Allgeier</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Kannst du uns den Entstehungsprozess deiner Arbeiten exemplarisch an einer deiner Bronzeskulpturen n&auml;her bringen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Ich habe begonnen mit der Spannung und Biegsamkeit von Papier zu experimentieren und kleine Module zu konstruieren, die ich vervielf&auml;ltigt, zusammengesetzt und schlie&szlig;lich mit Wachs &uuml;berzogen habe. Die Formfindung der Skulpturen kann man grunds&auml;tzlich als einen sehr intuitiven und handwerklichen Prozess beschreiben. Schon beim &Uuml;berziehen der noch sehr filigranen und biegsamen Papierskelette mit Wachs ver&auml;ndern sich Aussehen und Wirkung komplett. Auch das Wachs hat je nach Verarbeitungstemperatur spezifische Materialeigenschaften, mit denen ich arbeite. Die Wachsobjekte werden sp&auml;ter im Gussverfahren in Metall umgewandelt und erzielen wieder eine v&ouml;llig neue Wirkung.</p>
<div id="attachment_6227" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.58.111.png"><img class="size-large wp-image-6227" title="Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.58.111-1024x680.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 08.58.111 1024x680 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="387" /></a><p class="wp-caption-text">Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier</p></div>
<p style="text-align: justify;">Bei diesen Metallg&uuml;ssen ist es mir wichtig Denkmuster und Erwartungen an das klassische Material umzukehren. So bearbeitete ich die Oberfl&auml;chen der gegossenen Plastiken beispielsweise mit Lack oder sandstrahlte sie. Es interessiert mich Material bewusst anders zu verwenden. Vor diesem Hintergrund entstand auch meine Skulptur „Fertig aus“, bei der ich Gusstrichter, Guss und Luftkan&auml;le so konstruierte, dass sie als Teil der Form wahrgenommen werden. Weiter entfernte ich nicht wie &uuml;blich s&auml;uberlich die  Gipsschamottemasse, sondern belie&szlig; Teile an der Skulptur und &uuml;berarbeitete diese nur geringf&uuml;gig. Ich wollte die Kraft, Rohheit und Handwerklichkeit, die f&uuml;r den Bronzeguss notwendig ist bei diesem St&uuml;ck beibehalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Art von Metallskulpturen stellt eine Serie dar, von der ich immer wieder denke, ich h&auml;tte sie abgeschlossen. Doch wahrscheinlich sind sie daf&uuml;r als konstruktive Arbeiten zu wandelbar.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6202" class="wp-caption aligncenter" style="width: 500px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.59.47.png"><img class="size-full wp-image-6202" title="Nico Kiese, &quot;Fertig Aus&quot;, 2012, Bronzeguss, 30 x 35 x 30, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.59.47.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 08.59.47 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="490" height="740" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese, &#8220;Fertig Aus&#8221;, 2012, Bronzeguss, 30 x 35 x 30, Foto: Reiner Allgeier</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Gehst du an die Konzeption deiner Installationen auch intuitiv heran?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Spannung, Kraft und Wirkung dieses Typs von Arbeiten kann man nicht an konkreten Punkten festmachen. Es kommt auf den Gesamteindruck an, weshalb ich viel analytischer vorgehen muss, als bei Skulptur oder Objekt. Deshalb dauert die Entwicklung einer Installation auch viel l&auml;nger. Neben der handwerklichen Umsetzung kann die konzeptuelle Vorbereitung  die H&auml;lfte der Zeit einnehmen.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/grande-hommage1.jpg"><img class="size-large wp-image-6211" title="Nico Kiese, &quot;Grand Hommage&quot; bei der Jahresausstellung der AdbK M&uuml;nchen 2012" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/grande-hommage1-768x1024.jpg" alt="grande hommage1 768x1024 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="778" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese, &#8220;Grand Hommage&#8221; bei der Jahresausstellung der AdbK M&uuml;nchen 2012, Foto: Laura H&ouml;ss</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: In welcher Beziehung stehen f&uuml;r dich Objekt und Raum?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Bei Rauminstallationen muss man zum einen mit dem ganzen Raum arbeiten und ergr&uuml;nden, in welcher Beziehung er mit der Installation steht. Dazwischen liegt dann die Vermittlung der eigenen k&uuml;nstlerischen Botschaft. Zum anderen ist in Installationen immer auch der Mensch an sich enthalten. Der Betrachter ist im Endeffekt wichtiger Teil der Installation. Das ist der gr&ouml;&szlig;te Unterschied zu einzelnen Objekten. Die Installation wird am Menschen gemessen, beispielsweise daran wie gro&szlig; er ist und wie er den Raum wahrnimmt. Deshalb muss ich als K&uuml;nstler auch viel mehr Dinge bedenken und kalkulieren. Vor allem geht es dabei auch darum, mich selbst und die Dinge die ich darstellen will zu reflektieren.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6212" class="wp-caption aligncenter" style="width: 641px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-11.57.24.png"><img class="size-full wp-image-6212" title="Nico Kiese, „Das Brot ist die Nahrung des K&ouml;rpers, die Narzisse ist die Nahrung der Seele und wer zwei Laibe Brot hat, soll einen davon f&uuml;r den Preis der Narzisse festlegen.“, 2012, Rauminstallation: Gehwegplatten, 30 Bronzeplastiken, Teppich, Holz, Hammer  " src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-11.57.24.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 11.57.24 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="631" height="467" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese, „Das Brot ist die Nahrung des K&ouml;rpers, die Narzisse ist die Nahrung der Seele und wer zwei Laibe Brot hat, soll einen davon f&uuml;r den Preis der Narzisse festlegen.“, 2012, Rauminstallation: Gehwegplatten, 30 Bronzeplastiken, Teppich, Holz, Hammer, Foto: Nico Kiese</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Kannst du uns ein Beispiel nennen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Meine aktuellste Installation ist „Das Brot ist die Nahrung des K&ouml;rpers, die Narzisse ist die Nahrung der Seele und wer zwei Laibe Brot hat, soll einen davon f&uuml;r den Preis der Narzisse festlegen.“ Hier habe ich den Galerieraum komplett mit M&uuml;nchner Gehwegplatten ausgelegt. Somit wird nicht nur der Bezug zum urbanen Raum, sondern auch zu meinem pers&ouml;nlichen Alltagsleben in M&uuml;nchen hergestellt. Auf dieser Fl&auml;che aus Gehwegplatten verstreut liegen 30 Bronzeobjekte – N&auml;gel denen Narzissenbl&auml;tter und Bl&uuml;ten entwachsen, sowie ein gro&szlig;er abgenutzter Hammer –  Dazu kommt noch ein brunnen- bzw. schalenartiger Sockel der im Raum aufgestellt ist. Einige der Betonplatten sind zertr&uuml;mmert, von dem sinnlosen Versuch die besagten N&auml;gel in sie hineinzutreiben. Hierin ist eine Parallele zum k&uuml;nstlerischen Schaffen zu erkennen. Auch ich habe mich f&uuml;r einen Beruf entschieden, der mich erf&uuml;llt, mich aber oftmals eher vor Probleme stellt, als wirklich von wirtschaftlichem Nutzen ist. Durch die unvollendete, surreale Szenerie, die zum Scheitern verurteilt scheint, wird der Betrachter beim Betreten der Installation selbst zum Protagonisten. Allein der  Versuch die Geschehnisse zu rekonstruieren oder die Vorg&auml;nge in Gedanken zu vollenden, l&auml;sst ihn Teil der Installation werden.</p>
<div id="attachment_6226" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.55.131.png"><img class="size-large wp-image-6226" title="Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-08.55.131-1024x678.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 08.55.131 1024x678 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Nico Kiese, Foto: Reiner Allgeier</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Du hast des &Ouml;fteren mit Frank Balve zusammengearbeitet. Was sind die Herausforderungen bei so einer Kollaboration?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Ich habe die letzten zwei Jahre neben meinen Einzelprojekten kontinuierlich mit Frank zusammengearbeitet. Die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung daran ist es, die kreative Energie zweier K&ouml;pfe zu kanalisieren. Es ist ein langer Prozess bis die eigenen Ideen der gemeinsamen Sache dienen. Dazu muss man sich selbst zur&uuml;cknehmen und viel diskutieren um einen Konsens zu finden. Das beste Ergebnis erreicht man, wenn jeder bereit ist, sich zwar vollends einzubringen, aber trotzdem dem Projekt unterzuordnen.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_6213" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/SIRENE-6-web.jpg"><img class="size-large wp-image-6213" title="Nico Kiese und Frank Balve, &quot;Sirene&quot; bei der Artionale 2011, Foto: Nico Kiese" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/SIRENE-6-web-1024x681.jpg" alt="SIRENE 6 web 1024x681 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="388" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese und Frank Balve, &#8220;Sirene&#8221; bei der Artionale 2011, Foto: Nico Kiese</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was sehen wir von dir in Zukunft?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Nico Kiese: Das Sch&ouml;ne an der Kunst ist es ja, dass man machen kann was man will. Die letzten zwei Monate konnte ich zeitlich bedingt nicht produzieren. Aber ich werde schon wieder unzufrieden damit. Ich merke wie sich immer mehr Ideen anstauen, die unbedingt umgesetzt werden m&uuml;ssen. Momentan f&uuml;hle ich mich nicht danach etwas Konkretes anzusprechen. Mir macht eher das formale Arbeiten am Material Spass. Demn&auml;chst steht vor allem die Diplomarbeit f&uuml;r die Akademie der bildenden K&uuml;nste an. Ich wei&szlig; jetzt schon, dass die Herstellung ein langer Prozess wird. Bis ich von einem Thema oder Konzept &uuml;berzeugt bin, muss ich es lange &uuml;berdenken. Zu dieser psychischen kommt dann durch die handwerkliche Umsetzung noch eine k&ouml;rperliche Anstrengung hinzu. Aber das ist ja gerade das Extreme an Kunst. K&uuml;nstler zu sein ist kein Job, den man nach Feierabend niederlegt.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="" class="wp-caption alignnone" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-09.04.23.png"><img title="Nico Kiese, &quot;o.T.&quot;, 2008, Bronzeguss (patiniert), 18 x 8 x 8, Foto: Reiner Allgeier" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/10/Bildschirmfoto-2012-10-25-um-09.04.23-1024x680.png" alt="Bildschirmfoto 2012 10 25 um 09.04.23 1024x680 Ein konkretes wie kenntnisreiches Gespräch mit dem Bildhauer Nico Kiese" width="584" height="387" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Nico Kiese, &#8220;o.T.&#8221;, 2008, Bronzeguss (patiniert), 18 x 8 x 8, Foto: Reiner Allgeier</dd>
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		<title>Verstrickungsgefahr &#8211; M&#252;nchner Guerillastrickerin im Interview</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/09/verstrickungsgefahr-muenchner-guerillastrickerin-im-interview.html</link>
		<comments>http://www.gallerytalk.net/2012/09/verstrickungsgefahr-muenchner-guerillastrickerin-im-interview.html#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2012 08:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gallerytalk.net/?p=4417</guid>
		<description><![CDATA[Mal sind es Laternenpfh&#228;le, dann unsere Fahrr&#228;der. Die Rausfrauen sind aktiver denn je und ihre Strickarbeiten in der ganzen Stadt verteilt. gallerytalk.net traf eine der beiden Guerillastrickerinnen zum Interview. gallerytalk.net: Mich w&#252;rde interessieren, wie euer erstes Strickobjekt aussah und wie &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/09/verstrickungsgefahr-muenchner-guerillastrickerin-im-interview.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Mal sind es Laternenpfh&auml;le, dann unsere Fahrr&auml;der. <a href="https://www.facebook.com/dierausfrauen" target="_blank">Die Rausfrauen</a> sind aktiver denn je und ihre Strickarbeiten in der ganzen Stadt verteilt. gallerytalk.net traf eine der beiden Guerillastrickerinnen zum Interview.</strong></p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3026.jpg"><img class="size-large wp-image-5091" title="Guerillastrickaktion, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3026-1024x768.jpg" alt="IMG 3026 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a>Guerillastrickaktion von &#8220;Die Rausfrauen&#8221;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Du bist Guerilla-Strickerin und versch&ouml;nerst zusammen mit deiner Mitstrickerin unter dem Namen „Die Rausfrauen“ M&uuml;nchens Innenstadt. Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir beide stammen eigentlich aus der Theaterwissenschaft. Auf einer Reise nach London entdeckte Sissi unheimlich viel Street Art und brachte haufenweise B&uuml;cher zu dem Thema mit zur&uuml;ck nach M&uuml;nchen. Wir selbst wollten ebenso etwas in den urbanen Raum hineintragen dass jeder sehen konnte. Wir wollten weg von der klassischen Publikum-B&uuml;hne-Situation und dachten M&uuml;nchen k&ouml;nnte ein wenig Street Art ganz gut vertragen. Da wir beide handwerklich sehr aktiv sind und gerne basteln und n&auml;hen oder anderweitig mit Material umgehen, haben wir uns schlie&szlig;lich f&uuml;r Wolle entschieden, um unser Projekt zu realisieren. Wolle ist ein Material, das im Gegensatz zu Graffiti oder Farbe, nur applikabel ist und nicht eingreift oder etwas kaputt macht. Im Juni letzten Jahres haben wir deshalb „Die Rausfrauen“ gegr&uuml;ndet.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="attachment_5092" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_2991.jpg"><img class="size-large wp-image-5092" title="Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_2991-1024x768.jpg" alt="IMG 2991 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Mich w&uuml;rde interessieren, wie euer erstes Strickobjekt aussah und wie ihr es</strong> <strong>im &Ouml;ffentlichen Raum angebracht habt? Was ging dir dabei durch den Kopf?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Unser erstes Projekt war kein einzelnes Objekt. Tats&auml;chlich haben wir mehrere Strickereien vorbereitet und dann angebracht. So zum Beispiel zwei kleine Schals um B&auml;ume herum oder ein Bikinioberteil f&uuml;r den Nixenbrunnen am Oberanger. Das allererste Mal sind wir um vier Uhr morgens losgegangen und dann direkt der Stra&szlig;enreinigung in die Arme gelaufen. Mit der Zeit wird man aber mutiger. Am aufreibendsten war das Anbringen unserer Nachahmung eines Stra&szlig;enschildes aus blauer Wolle mit dem in Schreibschrift aufgestickten Stra&szlig;ennamen. Ein Stra&szlig;enschild h&auml;ngt viel h&ouml;her als man denkt. Sissi musste erst auf einen Parkscheinautomaten klettern und von dort aus dann auf meine Schultern klettern. Ich hatte wirklich Angst, dass die Polizei jeden Moment vorbei fahren k&ouml;nnte und uns erwischt. Ein Stra&szlig;enschild ist ja immerhin ein Verkehrszeichen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie entstehen eure Ideen. Von was lasst ihr euch inspirieren?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Von der Stadt. Die Dinge, die wir sehen und &uuml;ber die wir denken, dass sie Farbe, Wolle oder Stoff vertragen k&ouml;nnten, nehmen wir in Angriff, Das ist ein ziemlich spontaner kreativer Prozess. Generell glaube ich, dass Kreativit&auml;t immer im Moment entsteht. Wir sind ein gutes Team, das es versteht sich gegenseitig die B&auml;lle zuzuspielen. Au&szlig;erdem darf man nicht zu viel planen, sonst verlieren die Aktionen ihren Reiz. Heute zum Beispiel, als ich das Sitzkissen an der Bushaltestelle vor dem Haus der Kunst angebracht habe (siehe Abbildungen), wusste ich vorher noch nicht, ob es &uuml;berhaupt funktionieren w&uuml;rde. Die Ma&szlig;e und wie ich das Objekt anbringen sollte, hatte ich mir im Kopf &uuml;berlegt. Wenn es nicht geklappt h&auml;tte, w&auml;re ich zu einem Baum im Englischen Garten gegangen um es dort anzubringen.</p>
<div id="attachment_5094" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_30021.jpg"><img class="size-large wp-image-5094" title="Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_30021-1024x768.jpg" alt="IMG 30021 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: So wie ich das verstanden habe, wollt ihr nicht nur den urbanen Raum humorvoll versch&ouml;nern, sondern auch traditionelle Handwerks- und Haushaltsarbeit nach au&szlig;en tragen. Stimmt das?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, das ist auf jeden Fall eine weitere Inspirationsquelle f&uuml;r unsere Arbeit.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir sehen uns dabei allerdings nicht als Feministinnen. Dennoch haben wir Interesse an den sogenannten Gender Studies. Der Diskurs und die Theorien &uuml;ber die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft sind bereits viel weiter als in den Medien kommuniziert. Stets geht die Diskussion um das Thema Rollenverteilung. Man sollte vielmehr die Rahmenbedingungen daf&uuml;r schaffen, dass jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau nicht mehr vor die Wahl gestellt wird, welche Rolle er einnimmt. Wir m&ouml;chten mit unserem Projekt einen Teil zur Vermengung der unterschiedlichen Rollenvorstellungen beitragen. Historisch gesehen wird der Mann mit der &Ouml;ffentlichkeit und dem „Drau&szlig;en“ verbunden. Frauen wirkten eher im privaten Bereich. Durch unsere Arbeit durchkreuzen wir diese Situation, indem wir die im Haushalt ausge&uuml;bten und traditionell weiblich besetzen T&auml;tigkeiten nach au&szlig;en in den &ouml;ffentlichen Raum tragen. Das impliziert auch unser Name „Die Rausfrauen“.</p>
<p style="text-align: justify;">Abgesehen davon ist es uns wichtig die Handwerks- und Haushaltsarbeit in unserer heutigen schnelllebigen Wegwerfgesellschaft zu bewahren. Es macht zufrieden etwas selbst herzustellen und das eigene Ergebnis zu sehen. Der Self-Made-Trend nimmt mehr und mehr zu und ein bisschen sehe ich uns auch in dieser Bewegung.</p>
<div id="attachment_5095" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_2994.jpg"><img class="size-large wp-image-5095" title="Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_2994-1024x768.jpg" alt="IMG 2994 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was benutzt ihr denn f&uuml;r Materialien? M&uuml;ssen die Maschen und Nadeln nicht &uuml;berdimensional und das Garn sehr robust sein? Habt ihr schon mal dar&uuml;ber nachgedacht Plastik zu verwenden?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Prinzipiell verwenden wir ganz normale Wolle und ganz normale Nadeln, die man in Haushaltsgesch&auml;ften kaufen kann. Man muss einfach l&auml;nger stricken. Aber f&uuml;r einen Laternenpfahl reicht beispielsweise schon ein Schal, den wir dann um den Pfahl herumn&auml;hen oder mit einem Wollfaden zusammenn&auml;hen. Ansonsten gibt es noch T-Shirt-Yarn, dicker Verschnitt aus der Stoffproduktion, der bei der Produktion &uuml;brig bleibt. Man kann auch mit Seilen stricken. Das wird richtig dick, geht aber nur mit den H&auml;nden. Sissi hat bereits versucht mit Streifen aus M&uuml;lls&auml;cken zu h&auml;keln, sich dabei aber in die Finger geschnitten.</p>
<p style="text-align: justify;">Stoffliches m&ouml;gen wir grunds&auml;tzlich am liebsten. Gerade weil es einen Kontrast zu Beton und Asphalt in der Stadt setzt. Dazu muss man aber sagen, dass wir immer auch das nehmen, was uns gerade zu Verf&uuml;gung steht.</p>
<div id="attachment_5096" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3030.jpg"><img class="size-large wp-image-5096" title="Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3030-1024x768.jpg" alt="IMG 3030 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickaktion von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Bushaltestelle Haus Kunst, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was steht bei „Die Rausfrauen“ in Zukunft an?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben kein riesiges neues Projekt vor Augen. Dennoch f&auml;nden wir es spannend alters&uuml;bergreifend zu arbeiten. Vor allem im Hinblick auf den Vernetzungs- und Verstrickungsgedanken. Sowohl zwischen den Generationen, aber nat&uuml;rlich auch online. Ohne das Bloggen w&auml;ren wir nie so pr&auml;sent geworden. Erst durch die Aufmerksamkeit f&uuml;r unsere Objekte, durch die wir die Leute irritieren, inspirieren und zum Nachdenken anregen, hat unsere Street Art erst ihre Daseinsberechtigung.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Vielen Dank f&uuml;r das Interview. Es war sehr interessant, die Gueriallastrickkunst einmal nicht nur aus der Perspektive des Betrachters zu erleben.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte Benita B&ouml;hm.</strong></p>
<div id="attachment_5099" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_30391.jpg"><img class="size-large wp-image-5099" title="Guerillastrickgeschenk f&uuml;r gallerytalk.net von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_30391-1024x768.jpg" alt="IMG 30391 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickgeschenk f&uuml;r gallerytalk.net von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div>
<p><div id="attachment_5098" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3041.jpg"><img class="size-large wp-image-5098" title="Guerillastrickgeschenk f&uuml;r gallerytalk.net von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Foto: Benita B&ouml;hm" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/09/IMG_3041-1024x768.jpg" alt="IMG 3041 1024x768 Verstrickungsgefahr   Münchner Guerillastrickerin im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Guerillastrickgeschenk f&uuml;r gallerytalk.net von &quot;Die Rausfrauen&quot;, Foto: Benita B&ouml;hm</p></div></dt>
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		<item>
		<title>Demokratie in der Kunstpreislandschaft &#8211; Jens Semjan und Dr. Annette Doms von Artgrant im Interview</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/07/demokratie-in-der-kunstpreislandschaft-jens-semjan-und-dr-annette-doms-von-artgrant-im-interview.html</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2012 07:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[München Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Artgrant]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Annette Doms]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Semjan]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstpreis]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gallerytalk.net/?p=4122</guid>
		<description><![CDATA[Anl&#228;sslich der Preisverleihung des 4. Artgrant Kunstpreises hat gallerytalk.net die Gr&#252;nder des Preises Jens Semjan und Dr. Annette Doms zum Gespr&#228;ch getroffen. &#220;berraschend demokratisch, wie wir finden! Die Preisverleihung findet heute, 12. Juli 2012, von 18-21h in der artgrant Galerie, &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/07/demokratie-in-der-kunstpreislandschaft-jens-semjan-und-dr-annette-doms-von-artgrant-im-interview.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;"><strong>Anl&auml;sslich der Preisverleihung des 4. Artgrant Kunstpreises hat gallerytalk.net die Gr&uuml;nder des Preises Jens Semjan und Dr. Annette Doms zum Gespr&auml;ch getroffen. &Uuml;berraschend demokratisch, wie wir finden! Die Preisverleihung findet heute, 12. Juli 2012, von 18-21h in der artgrant Galerie, Isabellastr. 40, statt.</strong></span></p>
<div id="attachment_4125" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/07/IMG_3276.jpg"><img class="size-large wp-image-4125" title="Jens Semjan und Dr. Annette Doms in der Artgrant Galerie" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/07/IMG_3276-1024x768.jpg" alt="IMG 3276 1024x768 Demokratie in der Kunstpreislandschaft   Jens Semjan und Dr. Annette Doms von Artgrant im Interview" width="584" height="438" /></a><p class="wp-caption-text">Jens Semjan und Dr. Annette Doms in der Artgrant Galerie</p></div>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;"><strong>gallerytalk.net: Hinter artgrant steht nicht nur ein Kunstpreis, sondern ebenso ein Netzwerk f&uuml;r bildende K&uuml;nstler. Was war zuerst da?</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan: Nach dem Erhalt des Diploms f&uuml;r mein Studium der bildenden K&uuml;nste, bewarb ich mich selbst bei vielen Kunstpreisausschreibungen. Grunds&auml;tzlich muss man sich diesen Prozess &auml;hnlich einer Jobbewerbung vorstellen. Mit der Besonderheit, dass ein K&uuml;nstler sich nicht nur einmal alle paar Jahre sondern mindestens zwei Mal j&auml;hrlich bewerben muss und das stets mit einem hohen k&uuml;nstlerischen wie administrativen und monet&auml;ren Aufwand verbunden ist. Daher kam ich auf die Idee, einen eigenen Kunstpreis zu gr&uuml;nden, der auf die Bed&uuml;rfnisse der K&uuml;nstler zugeschnitten ist und flexibel und frei gestaltbar bleibt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dr. Annette Doms: Das Netzwerk ging dann mit der Auslobung einher und hat sich durch die Bewerber St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck aufgebaut. Mittlerweile haben wir 800 Bewerber/Jahr und machen uns Gedanken dar&uuml;ber mehrere Einzelpreise zu vergeben. Au&szlig;erdem soll das zur Verf&uuml;gung stehende Vergabegeld von aktuell 15.000 Euro auf 30.000 Euro aufgestockt werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was unterscheidet artgrant von den vielen anderen Kunstpreisen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Dr. Annette Doms: Artgrant ist frei von typischen Ausschlusskriterien wie Altersgrenze, Medium oder der Professionalit&auml;t der K&uuml;nstler. Damit ist unser Kunstpreis nicht auf die Auslober sondern vielmehr auf die Teilnehmer zugeschnitten. Egal ob die Bewerber am Ende einen Preis erhalten oder nicht, sie bleiben zun&auml;chst auf der Website mit eigener Pr&auml;senz vertreten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Also seht ihr euch im Bereich des Onlinenetzwerkes nicht als Galeristen 2.0?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Dr. Annette Doms: Nein. Wie eben erl&auml;utert m&ouml;chten wir eine Selektion vermeiden. Die direkte Kontaktaufnahme mit den K&uuml;nstlern oder deren Galerien ist m&ouml;glich und nat&uuml;rlich vermitteln wir die K&uuml;nstler oder deren Galerien auch gerne innerhalb unserer eigenen Kunstprojekte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Hat euer Konzept nicht negative Auswirkungen auf die Qualit&auml;t der vom Netzwerk vertretenen Kunst?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Dr. Annette Doms: Wir stellen mittlerweile eine Landkarte der deutschen K&uuml;nstlerlandschaft dar, wodurch sicherlich ein enormes Qualit&auml;tsgef&auml;lle entsteht. Charakteristika wie Exklusivit&auml;t und Elite bleiben dabei zwangsl&auml;ufig auf der Strecke. Sie sind aber ein Kompromiss den wir dem demokratischen Weg schulden, den wir f&uuml;r unser Projekt eingeschlagen haben. Zum einen gleichen wir dieses Problem mit einer Bearbeitungsgeb&uuml;hr von 23 Euro aus damit unseri&ouml;se Kandidaten sich nicht bewerben. Zum anderen k&ouml;nnen wir mit den Preisvergaben unsere Qualit&auml;tsanspr&uuml;che konkret aufzeigen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Unter welchen Kriterien findet sich die Jury zusammen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Dr. Annette Doms: Zun&auml;chst einmal m&uuml;ssen wir betonen, dass sich f&uuml;r jede Preisverleihung immer wieder eine neue Fachjury bildet. Die f&uuml;nf Juroren sollten optimalerweise aus einem K&uuml;nstler, einem Fachjournalisten, einem Sammler oder Galeristen sowie einer Person aus dem &ouml;ffentlichen Kunstleben, beispielsweise wie dieses Jahr Dieter Rehm als Direktor der Akademie der bildenden K&uuml;nste M&uuml;nchen, bestehen. Au&szlig;erdem sitzt noch einer von uns beiden in der Jury.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Habt ihr bei der Auswahl von Anfang an einen Favoriten im Blick oder seid ihr am Ende sehr &uuml;berrascht von dem Ergebnis der Juryauswahl?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Dr. Annette Doms: Die Jury plant immer einen kompletten Tag ein, an dem lange und kontrovers diskutiert wird, an wen der Preis vergeben wird. Dennoch muss eine Vorauswahl von uns beiden getroffen werden, um die Gesamtmenge an Bewerbungen auf einen Kreis von realistischen Preistr&auml;gern zu reduzieren. Dabei fasst unser geschulter Blick nat&uuml;rlicherweise diverse Kandidaten ins Auge. Im Endeffekt werden die Preistr&auml;ger jedoch durch die Jury bestimmt. Dadurch geht der Preis auch mal an K&uuml;nstler, von denen man es pers&ouml;nlich gar nicht erwartet hat. &Uuml;berraschend ist auch immer wieder der Einfluss einzelner Juroren. Manchmal pl&auml;diert ein Juror derart leidenschaftlich und &uuml;berzeugend f&uuml;r einen K&uuml;nstler, dass dadurch weitere Juroren &uuml;berzeugt werden. Somit kann das Ruder auch mal komplett umgerissen werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was war f&uuml;r euch pers&ouml;nlich die gr&ouml;&szlig;te Herausforderung bei der Auswahl der Preistr&auml;ger?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan: und Dr. Annette Doms: Es gibt es einen Aspekt, der uns jedes Mal Kopfzerbrechen bereitet. Weil unsere Bewerber so eindrucksvoll und vielseitig sind, stehen wir jedes Mal vor der Wahl, ob wir nun dem Maler, Bildhauer, Konzept-, Performance-, Videok&uuml;nstler oder einem der vielen anderen Vertreter unterschiedlicher Medien den Preis verleihen. Doch ist es nun mal schwierig &Auml;pfel und Tomaten zu vergleichen. Entscheidendes Kriterium f&uuml;r die F&ouml;rderungen ist neben der formal k&uuml;nstlerischen Qualit&auml;t, deswegen immer auch die Auseinandersetzung mit einer &uuml;berzeugenden Gesamtidee. Die Preistr&auml;ger werden bewusst im Hinblick auf ihr Alter, ihres bisherigen k&uuml;nstlerischen Werdeganges und ihre zukunftsweisenden Beitr&auml;ge zur zeitgen&ouml;ssischen Kunst ausgew&auml;hlt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: In welcher Hinsicht repr&auml;sentieren die Preistr&auml;ger die Ideale f&uuml;r die der artgrant Kunstpreis steht?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Jens Semjan und Annette Doms: Sie spiegeln den demokratischen Charakter des Artgrant Kunstpreises wieder. Dieses Jahr haben wir zum Beispiel endlich einen Performancek&uuml;nstler unter den Preistr&auml;gern. Und die gek&uuml;rten K&uuml;nstler weisen in jedem Fall eine freie Arbeitsweise auf, die sich nicht unbedingt in einem konkreten Medium beschr&auml;nken muss. Es ist eine Sammlung kontroverser, inhaltlich starker Positionen geworden, die aus demokratischen wie k&uuml;nstlerisch qualitativen Gesichtspunkten gut zu uns passt.</p>

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		<item>
		<title>H&#246;llengesch&#246;pfe</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/06/hoellengeschoepfe.html</link>
		<comments>http://www.gallerytalk.net/2012/06/hoellengeschoepfe.html#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2012 09:38:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bayerische Staatsoper er&#246;ffnete am Samstagmorgen die M&#252;nchner Opernfestspiele 2012 mit einer Installation des bildenden K&#252;nstlers Spencer Tunick. Der Ring hei&#223;t die neue Arbeit Tunicks, bei der insgesamt 1700 Kunstinteressierte nackt in der M&#252;nchner Innenstadt posierten. Inspiriert wurde Tunicks Kunstinstallation &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/06/hoellengeschoepfe.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Bayerische Staatsoper er&ouml;ffnete am Samstagmorgen die M&uuml;nchner Opernfestspiele 2012 mit einer Installation des bildenden K&uuml;nstlers Spencer Tunick. Der Ring hei&szlig;t die neue Arbeit Tunicks, bei der insgesamt 1700 Kunstinteressierte nackt in der M&uuml;nchner Innenstadt posierten. Inspiriert wurde Tunicks Kunstinstallation von Richard Wagners Opus magnum </strong><a href="http://www.bayerische.staatsoper.de/1225--~WagnersRing~ringstart~ring_start.html"><strong>Der Ring des Nibelungen</strong></a><strong> und der Neuinszenierung von Regisseur Andreas Kriegenburg, welche ebenfalls mit kraftvollen Menschenbildern arbeitet und am 30. Juni mit der Premiere von </strong><a href="http://www.bayerische.staatsoper.de/spielplan/oper/veranstaltungen/vorstellung.php?id=2587"><strong>G&ouml;tterd&auml;mmerung</strong></a><strong> ihre Vollendung findet. Tunick verwendete bei dieser Installation zum ersten Mal in einer urbanen Umgebung K&ouml;rperfarbe an den Mitwirkenden. Gallerytalk.net traf zwei Teilnehmer, die im Interview dar&uuml;ber sprechen, wie sie die Installation empfunden haben.</strong></p>
<div id="attachment_3904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/06/01gr.jpg"><img class="size-large wp-image-3904" title="Spencer Tunicks Installation vor der Bayerischen Staatsoper in M&uuml;nchen © Wilfried H&ouml;sl" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/06/01gr-1024x675.jpg" alt="01gr 1024x675 Höllengeschöpfe" width="584" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Spencer Tunicks Installation vor der Bayerischen Staatsoper in M&uuml;nchen © Wilfried H&ouml;sl</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie seid ihr beiden &uuml;berhaupt auf die Idee gekommen an dem Projekt teilzunehmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Um ehrlich zu sein sind wir tats&auml;chlich durch die Facebookseite von gallerytalk.net auf die Aktion aufmerksam geworden. Daraufhin haben wir beide uns spontan entschieden mitzumachen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Kostet solch eine Entscheidung nicht viel &Uuml;berwindung?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Anf&auml;nglich hatten wir nat&uuml;rlich unsere Bedenken. Vor allem ungef&auml;hr eine Stunde vorher wurden wir relativ nerv&ouml;s. Aber aus der Tatsache heraus, dass wir zusammen dort hin gegangen sind, fiel es uns einfacher. Wir konnten uns immer wieder gegenseitig motivieren und sagten uns, dass wir nicht nur f&uuml;r uns selbst, sondern ebenso f&uuml;r die Kunst teilnehmen wollten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Hattet ihr nicht Bedenken, dass ihr irgendjemanden trefft den ihr kennt?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Auf jeden Fall fragten wir uns das. Tats&auml;chlich haben wir auch jemanden getroffen, den wir aus unserem Klausurenkurs vom Sehen kennen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie muss man es sich vorstellen nackt zwischen 1700 anderen nackten Menschen zu sein? Schaltet man seine sexuellen Empfindungen dabei komplett aus?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Jeder Mensch besitzt Schamgef&uuml;hl, das ist v&ouml;llig normal. Es ist aber zu vergleichen mit einer &ouml;ffentlichen Sauna. Alle sind nackt und im Endeffekt findet man dadurch die Nacktheit der anderen nicht mehr so schlimm. Diese 1700 Leute bilden einen Querschnitt durch die Gesellschaft. Zwischen alt und jung, dick und d&uuml;nn, attraktiv und befremdlich. Das war auch mit einer der Faktoren, der die Stimmung entkrampft hat. H&auml;tten wir uns ausschlie&szlig;lich zwischen durchtrainierten Astralk&ouml;rpern wiedergefunden, w&auml;ren wir sicherlich nicht so entspannt an die Sache herangegangen. Es wurde auch als Konzept des K&uuml;nstlers wahrgenommen, jedem K&ouml;rper etwas Sch&ouml;nes abzugewinnen. Die f&uuml;lligen Leiber, angemalt mit goldener Farbe hatten beispielsweise etwas Barockes an sich. Sexuelle Empfindungen haben wir beide nicht versp&uuml;rt. Die Farbe, mit der die K&ouml;rper von Kopf bis Fu&szlig; angemalt waren, abstrahierte das Ganze auf sonderliche Art. Mit roter Farbe bemalt &auml;hnelten wir vielmehr kleinen H&ouml;llengesch&ouml;pfen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie wurde die Installation realisiert?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Alle Teilnehmer mussten p&uuml;nktlich um 3 Uhr erscheinen, um sich zu registrieren. Die Schlange reichte vom Eingang Marstallplatz bis zur Maximiliansstra&szlig;e. Bis wir registriert wurden verging eine halbe Stunde. Das Ausziehen und anmalen mit der roten Farbe hat eine weitere Stunde gedauert. Gegen 4 Uhr sind wir mit allen anderen roten Menschen durch den Hofgarten gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt d&auml;mmerte es bereits und es entstand eine eigent&uuml;mliche Stimmung. Vor allem, weil die „goldene Gruppe“ noch angemalt werden musste. So standen deren Mitglieder noch angezogen am Rand des Hofgartens haben uns nachgeschaut und geklatscht. Das war ein befremdliches Gef&uuml;hl. Von vier bis sechs Uhr machten wir die Fotos auf der Ludwigstra&szlig;e und dem Odeonsplatz, von halb sieben bis acht posierten wir vor der Oper. Es herrschte trotz der K&auml;lte eine gute und auch witzige Atmosph&auml;re. Unter den Mitwirkenden gab es viele Raucher, die Passanten um Zigaretten fragten. Da diese uns bereitwillig ein P&auml;ckchen &uuml;berlie&szlig;en, kam es, dass ein Haufen rot angemalter Menschen rauchend an der Oper stand. Als die Installation vorbei war sind wir beide dann noch nackt die Maximiliansstra&szlig;e runter gelaufen, neben uns fuhr bereits die erste Tram vorbei. Schlie&szlig;lich haben wir uns wegen der K&auml;lte beeilt uns anzuziehen und auf den Heimweg zu machen, auf dem uns immer wieder vereinzelt rote M&auml;nnchen begegneten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wie w&uuml;rdet ihr die Arbeitsweise Spencer Tunicks beschreiben?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Ziemlich herrisch w&auml;re jetzt die spontane Antwort. Aber nicht unbedingt negativ gemeint. Der K&uuml;nstler stand abwechselnd auf einer Leiter und einer hydraulischen Hebeb&uuml;hne, gab von dort aus seine Anweisungen und fotografierte. Irritierend war zum einen, dass viele Leute kein Englisch verstanden und somit Tunicks Dolmetscher alle Instruktionen &uuml;bersetzen musste. Es hie&szlig;, wir d&uuml;rften weder lachen, noch reden und m&uuml;ssten stets gerade aus schauen. In einer derartigen Menschenmasse, die aufgrund der ausgesch&uuml;tteten Endorphine so gut gelaunt war, dass sich immer wieder jemand gerade meinte er m&uuml;sse lustig sein, kam man sich vor wie in einer Schulklasse. Diese musste koordiniert werden und dazu spielte Spencer Tunick nunmal die strenge Klassenlehrerin. Aus seiner Erfahrung heraus wusste er sicherlich, wie er mit der Situation am besten umgehen musste. Doch seine Anweisungen waren teilweise schon sehr schroff. Nach getaner Arbeit hat man ihm jedoch angemerkt, wie sehr er sich &uuml;ber die Realisation gefreut hat.</p>
<div id="attachment_3905" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/06/03gr.jpg"><img class=" wp-image-3905" title="Spencer Tunicks Installation vor der Bayerischen Staatsoper in M&uuml;nchen © Wilfried H&ouml;sl" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/06/03gr-1024x665.jpg" alt="03gr 1024x665 Höllengeschöpfe" width="584" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Spencer Tunicks Installation vor der Bayerischen Staatsoper in M&uuml;nchen © Wilfried H&ouml;sl</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was war f&uuml;r euch der beste Moment des Morgens?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Vor der Oper lagen Steine, die das Laufen extrem erschwerten. Ein alter Mann kam nicht hin&uuml;ber und knickte um. Daraufhin ergriffen zwei M&auml;nner die Initiative und trugen ihn buchst&auml;blich auf das Foto. Dieser Augenblick beschreibt die Stimmung, die bei der Installation herrschte eiegntlich sehr anschaulich und war wahrscheinlich auch f&uuml;r Spencer Tunick der beste Moment.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: W&uuml;rdet ihr der Aussage „Nackt sind alle gleich.“ zustimmen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Allein schon aufgrund der Szenerie und der Umgebung entstand ein Gemeinschaftsgef&uuml;hl. Unserer Meinung nach ist das Entstehen dieses Gef&uuml;hls und dieser liebevollen, entspannten und friedlichen Stimmung, wie es Tunick in einem Interview ausdr&uuml;ckte, Teil seiner Idee. Alle Teilnehmer sind aus dem gleichen Grund gekommen und wenn man erst einmal nackt ist und sein anf&auml;ngliches Schamgef&uuml;hl &uuml;berwunden hat, kommt man sofort in Gespr&auml;ch. Im Grunde &uuml;berspielt man mit dieser Offenheit auch seinen Scham.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Empfindet ihr Stolz?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.L. und C.W.: Nat&uuml;rlich freut man sich dabei gewesen zu sein. Die Pressefotos, die bereits in den Zeitungen abgedruckt wurden, sehen sehr interessant aus und wir sind gespannt auf das k&uuml;nstlerische Ergebnis. Wer wei&szlig;, vielleicht werden unsere Bilder ja sp&auml;ter einmal von einem Kunsthistoriker analysiert oder wir gehen mit unseren Kindern ins Moma und k&ouml;nnen ihnen sagen, dass ihr Vater an der Wand h&auml;ngt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte Benita B&ouml;hm.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong></strong><strong>Quelle Einleitung: Pressetext Bayerische Staatsoper</strong></p>

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		<item>
		<title>Bart van der Heide im Gespr&#228;ch &#252;ber seine Arbeit am Kunstverein M&#252;nchen</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/05/bart-van-der-heide-im-gespraech-ueber-seine-arbeit-am-kunstverein-muenchen.html</link>
		<comments>http://www.gallerytalk.net/2012/05/bart-van-der-heide-im-gespraech-ueber-seine-arbeit-am-kunstverein-muenchen.html#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 May 2012 16:20:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Bart van der Heide]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kritiker]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthistoriker]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstverein München]]></category>
		<category><![CDATA[Kurator]]></category>
		<category><![CDATA[Mitgliederverein]]></category>
		<category><![CDATA[München]]></category>
		<category><![CDATA[Trisha Baga]]></category>
		<category><![CDATA[World Piece]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gallerytalk.net/?p=3067</guid>
		<description><![CDATA[gallerytalk.net: Seit 2010 sind Sie nun bereits als Direktor des M&#252;nchner Kunstvereins t&#228;tig. Was waren f&#252;r Sie bisher in pers&#246;nlicher Hinsicht sowie auf Ihre Arbeit bezogen die gr&#246;&#223;ten Herausforderungen in M&#252;nchen? B.v.d.H.: Pers&#246;nlich gesehen ist es mir unheimlich schwer gefallen &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/05/bart-van-der-heide-im-gespraech-ueber-seine-arbeit-am-kunstverein-muenchen.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Seit 2010 sind Sie nun bereits als Direktor des M&uuml;nchner Kunstvereins t&auml;tig. Was waren f&uuml;r Sie bisher in pers&ouml;nlicher Hinsicht sowie auf Ihre Arbeit bezogen die gr&ouml;&szlig;ten Herausforderungen in M&uuml;nchen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Pers&ouml;nlich gesehen ist es mir unheimlich schwer gefallen in M&uuml;nchen eine passende Wohnung zu finden. Ich habe bestimmt ein halbes Jahr aus dem Koffer gelebt und immer wo anders zur Untermiete gewohnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus professioneller Sicht muss ich sagen, dass die Arbeit im Kunstverein meiner Arbeit in London und Amsterdam sehr &auml;hnelt. Allerdings ist die architektonische Situation hier eine Besondere. Der Kunstverein hat sehr gro&szlig;e und charakterstarke R&auml;ume. Zwar habe ich auch zuvor Ausstellungen in dieser Dimension kuratiert, die Herausforderung besteht jedoch darin mit den limitierten Mitteln, die uns als Kunstverein zur Verf&uuml;gung stehen, unser Konzept zu realisieren. Doch ich mache das mit gro&szlig;er Begeisterung f&uuml;r das Geb&auml;ude, einem ambitionierten guten Team und tollen Mitgliedern.</p>
<div id="attachment_3068" class="wp-caption aligncenter" style="width: 2826px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Portrait.jpg"><img class="size-full wp-image-3068" title="Portrait" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Portrait.jpg" alt="Portrait Bart van der Heide im Gespräch über seine Arbeit am Kunstverein München" width="2816" height="2112" /></a><p class="wp-caption-text">Bart van der Heide vor der Liste der F&ouml;rdermitglieder des Kunstvereins M&uuml;nchen</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: In vielen Interviews anl&auml;sslich Ihres „Amtsantritts“ wurden Sie gefragt, was Sie mit der Institution vorhaben. R&uuml;ckblickend interessiert mich, ob die Ausstellungen und Projekte so realisiert werden konnten wie Sie es sich vorgestellt und auch vorgenommen haben und welche Ideen bisher auf der Strecke bleiben mussten.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Ich muss sagen, dass ich wirklich alles umgesetzt habe, was ich mir vorgenommen habe. Angefangen bei den Ausstellungen, f&uuml;r die ich viele internationale K&uuml;nstler gewinnen konnte, bis hin zu anderen gro&szlig;en Projekten. Mein Programm in den letzten zwei Jahren war genauso wie ich es wollte. Als ich an den Kunstverein kam, war es jedoch noch nicht abschlie&szlig;end formuliert, es konkretisierte sich erst im Prozess. Diese Eigenart frustrierte teilweise meine Interviewpartner, weil sie erwartet hatten, dass ich eine klare Position beziehe. Ich finde es macht aber gerade den Wert eines Kunstvereines aus, dass man in dieser Hinsicht einen freien Entscheidungsspielraum hat. Die Unabh&auml;ngigkeit der Kunstvereine ist ein wichtiges Modell.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Wenn ich Sie heute erneut zu Ihrem Programm befrage, wie w&uuml;rden Sie es beschreiben und wie hat es sich entwickelt? </strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Mein Programm dr&uuml;ckt vielmehr eine Position aus, bei der es um die Haltung des K&uuml;nstlers sowie des Betrachters geht. Es untersucht dabei Themen wie Verletzlichkeit und Blo&szlig;stellung aber auch was Offenheit gegen&uuml;ber Kunst bedeutet. Mir ist es wichtig, dass sich diese Thematiken in unserer Arbeit niederschlagen und ich denke es ist nun nach zwei Jahren erkennbar, dass alle Ausstellungen eine gewisse Sensibilit&auml;t vorweisen. Viele der Arbeiten waren sehr emotional, so wie beispielsweise bei Cathy Wilkes. Oder Willem de Rooij stellte eine v&ouml;llig neue und unbesprochene Werkgruppe aus, die bis dahin noch nicht in einer Institution zu sehen gewesen war. Damit geben die K&uuml;nstler viel von sich selbst preis. Wir fordern sie dazu heraus und geben ihnen gleichzeitig die Sicherheit das zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">Den Besuchern m&ouml;chte ich die Kunst pur vermitteln. Es gibt nicht viel Text, der die Arbeiten erkl&auml;rt. Au&szlig;erdem ist mir der visuelle Aspekt sehr wichtig. Jede Ausstellung hat den Anspruch den Betrachter durch die visuelle Erfahrung einzunehmen. Das soll die Leute dazu animieren, ihr eigenes Urteil zu f&auml;llen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein besonderes Augenmerk habe ich au&szlig;erdem auf die Hierarchie der R&auml;ume gelegt. Sie sollte immer wieder neu interpretiert und ausgelotet werden, sodass sie in aufeinanderfolgenden Ausstellungen auch komplett auf den Kopf gestellt werden konnte. Wenn ich einen K&uuml;nstler einlade, wei&szlig; ich im Vorhinein eigentlich nicht, wie die Ausstellung am Ende aussehen wird. Das hat einen gewissen Charme, weil die K&uuml;nstler mit der Raumbezogenheit zur Stadt M&uuml;nchen, zur Geschichte der R&auml;umlichkeiten sowie zum Mitgliederverein k&uuml;nstlerisch umgehen. Dadurch wird jede Ausstellung einzigartig und w&uuml;rde auch nirgendwo anders funktionieren.</p>
<div id="attachment_3069" class="wp-caption aligncenter" style="width: 2826px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Genauigkeit.jpg"><img class="size-full wp-image-3069" title="Genauigkeit" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Genauigkeit.jpg" alt="Genauigkeit Bart van der Heide im Gespräch über seine Arbeit am Kunstverein München" width="2816" height="2112" /></a><p class="wp-caption-text">Bart van der Heide im Gespr&auml;ch mit der K&uuml;nstlerin Trisha Baga w&auml;hrend des Ausstellungsaufbaus</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Was war Ihr gr&ouml;&szlig;tes Projekt?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Das war unsere Sommerakademie. Es war unglaublich zu sehen, dass t&auml;glich 80-200 Menschen – aus dem Ausland genauso wie aus M&uuml;nchen von der Akademie der bildenden K&uuml;nste – in den Kunstverein kamen um daran teilzunehmen. Inspiriert wurden wir von einer alten Ausstellung im Kunstverein bei der einige Studenten die Proteste von 1968 k&uuml;nstlerisch gestalteten. Sie hatte damals aus politischen Gr&uuml;nden sogar die Folge, dass der Kunstverein schlie&szlig;en musste. Das Thema der Sommerakademie war Selbstorganisation. Wir luden f&uuml;nf bereits bestehende Gruppen, die sich zum Beispiel mit Architektur, Feminismus oder Performance auseinandersetzen ein. In unserem edukativen Modell mussten sie sich erstmals gegen&uuml;ber ihrem Publikum, den anderen Teilnehmern, &ouml;ffnen und ihre internen Organisationsstrukturen darlegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Unser Team nahm in dem Projekt die v&ouml;llig neue, ungewohnte und vor allem unterst&uuml;tzende Aufgabe der Gastgeber wahr. Die 80 Teilnehmer, die sich eingeschrieben hatten wurden in einem Haus untergebracht, das nach Ablauf des Projekts abgerissen und uns bis dahin zur Verf&uuml;gung gestellt wurde. Tagt&auml;glich wurden die R&auml;ume des Kunstvereins dann von diesen vielen Menschen regelrecht okkupiert, die versorgt werden mussten. Pl&ouml;tzlich waren wir nicht mehr Kuratoren, sondern Koch oder Reinigungsteam. Bewusst veranstalteten wir die Akademie im Sommer. Dann haben wir viel weniger Besucher, sodass wir f&uuml;r die ja sehr internen Bereiche Ausbildung und Selbstorganisation ein intimeres Arbeitsumfeld schaffen konnten.</p>
<div id="attachment_3070" class="wp-caption aligncenter" style="width: 688px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Bildschirmfoto-2012-05-03-um-16.39.54.png"><img class="size-full wp-image-3070" title="Bildschirmfoto 2012-05-03 um 16.39.54" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Bildschirmfoto-2012-05-03-um-16.39.54.png" alt="Bildschirmfoto 2012 05 03 um 16.39.54 Bart van der Heide im Gespräch über seine Arbeit am Kunstverein München" width="678" height="456" /></a><p class="wp-caption-text">Bild von der Sommerakademie: Grand Openings: Gastexperte: Kerstin Br&auml;tsch, Foto: Ulrich Gebert, Quelle: http://www.kunstverein-muenchen.de/de/group-affinity</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Ein Kunstverein hat zum einen die Aufgabe auch unpopul&auml;re Kunst auszustellen die dem Durchschnittsbesucher nicht immer sofort zug&auml;nglich ist. Auf der anderen Seite sollte die Kunst bei den Besuchern Interesse wecken und auch von Ihnen verstanden werden. Wie schaffen Sie es als Direktor diesen Spagat zu verwirklichen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: M&uuml;nchen hat eine reiche Kunstlandschaft mit vielen Sammlungen und Kunstinstitutionen, welche die Kunst gut und popul&auml;r vermitteln. Gerade deshalb muss die Stadt auch Alternativen produzieren. Der Kunstverein wurde 1823 als solch eine unabh&auml;ngige Alternative zum staatlichen und kirchlichen Angebot gegr&uuml;ndet. Aus meiner Sicht ist er das bis heute geblieben.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich mache die Ausstellung vor allem f&uuml;r unsere Mitglieder. Im Gro&szlig;en und Ganzen habe ich unsere Mitglieder als Personen erlebt, die &uuml;ber die aktuelle Kunstlandschaft hier in M&uuml;nchen sehr gut informiert sind. Um das zu sehen was sie kennen gehen sie in die anderen gro&szlig;en Institutionen wie das Haus der Kunst oder die Pinakothek. Im Kunstverein aber wollen sie &uuml;berrascht werden. Diese beiden Pole geh&ouml;ren in M&uuml;nchen traditionell zusammen. F&uuml;r die Auswahl der ausstellenden K&uuml;nstler ist das sehr wichtig. Und auch der Vorstand erwartet, dass ich internationale neue Positionen zeige. Mein Ziel ist es, dass die Mitglieder stolz sind, auf die Bespielung des von ihnen finanzierten Kunstvereins. Der Raum soll deshalb Protagonist in der Arbeit des K&uuml;nstlers werden, damit die Besucher sehen k&ouml;nnen, wie er sich transformiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Im Gegensatz zu vielen anderen bayerischen Kunstvereinen schafft es der M&uuml;nchner Kunstverein viele junge Leute anzusprechen. Was ist Ihr Geheimnis?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Ich denke das ist abh&auml;ngig vom Direktor und vom Team. Konkret kann ich daf&uuml;r aber drei Gr&uuml;nde nennen. Erstens sind wir offen f&uuml;r Ideen und Kooperationen. Unsere Eingangshalle nutzen wir zum Beispiel f&uuml;r Events von Studenten, Buchpr&auml;sentationen oder f&uuml;r Liveacts bei den Vernissagen – Gastfreundschaft ist uns sehr wichtig. Zum anderen bespielen wir seit kurzem unser „Schaufenster“ im Hofgarten. Damit wollen wir uns noch mehr in das urbane Kreativnetz der Stadt einbringen und unter dem Motto „local contemporary“ auf multidisziplin&auml;re Weise interessante Projekte pr&auml;sentieren. Momentan ist die K&uuml;nstlerin Heike Jobst zu sehen, davor zeigten wir das Produktdesign „my bauhaus is better than yours“. Ziel ist es junge Kreative in M&uuml;nchen sichtbar zu machen. Drittens finden es junge Leute interessant, dass der Vorstand verst&auml;rkt ausl&auml;ndische Direktoren an den M&uuml;nchner Kunstverein holt. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn die junge Generation ist neugierig und kennt sich auch in der internationalen Kunstszene aus.</p>
<div id="attachment_3071" class="wp-caption aligncenter" style="width: 2826px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Trisha.jpg"><img class=" wp-image-3071" title="Trisha" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Trisha.jpg" alt="Trisha Bart van der Heide im Gespräch über seine Arbeit am Kunstverein München" width="2816" height="2112" /></a><p class="wp-caption-text">Trisha Baga bei den Vorbereitungen f&uuml;r ihre Ausstellung im Kunstverein</p></div>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Am 27. April er&ouml;ffnete die neue Ausstellung „World Peace“ von Trisha Baga. Was erwartet den Besucher und worauf haben Sie sich selbst am meisten gefreut?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">B.v.d.H.: Trisha Baga ist eine New Yorker Performance- und Videok&uuml;nstlerin und momentan der Shooting Star der Szene. Es wird ihre erste institutionelle Ausstellung sein. Interessant ist diese, weil die K&uuml;nstlerin eine mediale Landschaft kreiert hat. Sieht man die Installation, wenn das Licht an ist, dann f&uuml;hlt man sich wie in einer M&uuml;llhalde, weil &uuml;berall Fundst&uuml;cke scheinbar wahllos herumliegen. Wenn dann aber die Videos auf die Gegenst&auml;nde projiziert werden hat das einen unglaublichen Effekt. Der Raum wird zu einer Landschaft von Bildern und Reflexionen. Das entstandene Gesamtbild untersucht und destabilisiert die Strukturen hinter der Produktion moderner Medien. Vor allem die Platzierung der Objekte zeigt, dass die Gegenst&auml;nde eine konkrete Rolle dabei &uuml;bernehmen und ganz gezielt Elemente der Projektionen aufnehmen sollen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bez&uuml;glich der Ausstellung hatte ich ja bereits erw&auml;hnt, dass ich bei Organisationsbeginn oft nicht genau wei&szlig; was mich schlussendlich erwartet. Trisha Baga verbrachte Tag und Nacht in den R&auml;umen. Deshalb war ich besonders gespannt auf das Endprodukt: Auf das Bild, dass sie in den Raum gemalt hat.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>gallerytalk.net: Danke f&uuml;r Ihre Zeit und den Einblick in Ihre Arbeit. </strong><strong>Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte Benita B&ouml;hm.</strong></p>
<div id="attachment_3072" class="wp-caption aligncenter" style="width: 2826px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Programm.jpg"><img class="size-full wp-image-3072" title="Bart van der Heide und Trisha Baga" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/05/Programm.jpg" alt="Programm Bart van der Heide im Gespräch über seine Arbeit am Kunstverein München" width="2816" height="2112" /></a><p class="wp-caption-text">Bart van der Heide und Trisha Baga</p></div>

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		<title>Die Dreifaltigkeit in der M&#252;nchner Kunstszene &#8211; PLATFORM3</title>
		<link>http://www.gallerytalk.net/2012/02/die-dreifaltigkeit-in-der-muenchner-kunstszene-platform-3.html</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 13:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benita Böhm</dc:creator>
				<category><![CDATA[München Interview]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.gallerytalk.net/?p=1608</guid>
		<description><![CDATA[Die PLATFORM3, die sich seit fast drei Jahren im dritten Stock der Kistlerhofstr. 70 befindet, st&#252;tzt ihr Konzept auf drei Arbeitsbereiche. Wie man schnell merkt ist die Zahl 3 allgegenw&#228;rtig. Dritter Stock Als ich dem Pilotprojekt letzte Woche im Gewerbegebiet &#8230; <a href="http://www.gallerytalk.net/2012/02/die-dreifaltigkeit-in-der-muenchner-kunstszene-platform-3.html">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die <a href="http://platform3.de/" target="_blank">PLATFORM3</a>, die sich seit fast drei Jahren im dritten Stock der Kistlerhofstr. 70 befindet, st&uuml;tzt ihr Konzept auf drei Arbeitsbereiche. Wie man schnell merkt ist die Zahl 3 allgegenw&auml;rtig.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">Dritter Stock</span></p>
<p style="text-align: justify;">Als ich dem Pilotprojekt letzte Woche im Gewerbegebiet Kistlerhofstra&szlig;e meinen ersten Besuch abstattete, war ich zun&auml;chst verwirrt. Um in das dritte Stockwerk zu gelangen musste ich mich durch ein verh&auml;ngtes und vollgestelltes Treppenhaus k&auml;mpfen, vorbei an Handwerkern, mit denen ich mich nur gestikulierend verst&auml;ndigen konnte. Ich h&auml;tte wohl besser den Aufzug genommen&#8230; Endlich oben angekommen: erneute Irritation. Nur der Eingangsbereich sah mir mit mich willkommen hei&szlig;enden Kunstflyern entgegen. Um mich ins Innere zu begeben wurde ich erneut mit von der Decke an Ketten herunterh&auml;ngenden Arbeitsvliesen konfrontiert. Wie ich schnell erkannte, waren diese nun aber Teile der Ausstellung Juan Duques. Ganz bewusst w&auml;hlte er die Materialien der durch die Renovierungsarbeiten gepr&auml;gten Umgebung, um sie in einen erstaunlich &auml;sthetischen Kontext zu r&uuml;cken.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">Drei S&auml;ulen</span></p>
<p style="text-align: justify;">Die kuratorische Leistung, die mit der Organisation der vier bis f&uuml;nf Ausstellungen pro Jahr verbunden ist, stellt nur eine der drei S&auml;ulen dar, auf die sich die PLATFORM3 st&uuml;tzt.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0133.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1628" title="IMG_0133" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0133-768x1024.jpg" alt="IMG 0133 768x1024 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Neben dem Ausstellungsraum befinden sich auf dem Stockwerk au&szlig;erdem 21 Ateliers, die von professionellen bildenden K&uuml;nstlern angemietet werden k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem gibt ein zus&auml;tzliches Gastatelier, das einem internationalem f&uuml;r einen bestimmten Zeitraum zur Verf&uuml;gung gestellt wird. Vertreten sind K&uuml;nstler wie Nana Dix, <a href="http://www.gallerytalk.net/2010/11/assoziationen-nicola-hanke-und-mark-flood-2.html" target="_blank">Nicola Hanke, &uuml;ber die auf gallerytalk.net bereits eine Review erschien</a>,  Stephan Wischnewski oder Annegret Bleisteiner.</p>
<p style="text-align: justify;">Au&szlig;erdem arbeitet das <a href="http://hblankowitz.de/" target="_blank">Fotografenkollektiv HB Lankowitz</a> in einem der Ateliers.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0146.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1631" title="IMG_0146" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0146-768x1024.jpg" alt="IMG 0146 768x1024 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Ich hatte das Gl&uuml;ck Brigitta Reuter zu treffen, die mich in ihre Welt und ihre Arbeiten eintauchen lie&szlig;. In der hinteren linken Ecke staunte ich &uuml;ber ihren, aus pers&ouml;nlichen Fundst&uuml;cken bestehenden &#8220;Altar&#8221;. Bei der Betrachtung der Fotografien konnte ich mir lebhaft vorstellen, von wo sie diese ganzen Utensilien herbeitrug.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0145.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1632" title="IMG_0145" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0145-768x1024.jpg" alt="IMG 0145 768x1024 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="778" /></a>Eine mit &#8220;Transitbehausungen&#8221; betitelte Serie zeigt beispielsweise Strandh&auml;user, die fern der Zivilisation von Einsiedlern bewohnt werden. Diese entdeckt das Kollektiv auf weltweiten Reisen, auf denen auch Serien wie &#8220;Lampedusa&#8221; und &#8220;Behind the Sun&#8221; entstanden. Die Fotografien haben oft etwas D&uuml;steres an sich, k&ouml;nnen aber auch sehr humorvoll sein. Au&szlig;erdem beweisen vor allem die Konzepte die hinter den Arbeiten stehen, emotionale Tiefe. So zum Beispiel die &#8220;Portraitierung&#8221; von Gehw&auml;gelchen, die alte Menschen nach ihrem Ableben zur&uuml;cklie&szlig;en.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0142.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1633" title="IMG_0142" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0142-768x1024.jpg" alt="IMG 0142 768x1024 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Auch die gelernte Korbflechterin <a href="http://www.susanne-thiemann.de/" target="_blank">Susanne Thiemann</a> gew&auml;hrte uns einen Blick hinter die T&uuml;r ihres Ateliers, dass sie sich mit der Malerin Rita de Muynck teilt. Sie flechtet aus d&uuml;nnen Plastikschnuren organische Skulpturen. Damit gibt sie in diesem traditionellen Handwerk den Zeitgeist zur&uuml;ck. Die Objekte wirken vollkommen und eigenartigerweise leicht wie massiv. Manchmal seien sie Thiemann zu streng und so zerschneidet sie vorhandene Skulpturen wieder um neue Teile hinzuzuf&uuml;gen.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0140.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-1629" title="IMG_0140" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0140-768x1024.jpg" alt="IMG 0140 768x1024 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="778" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bildung ist das dritte gro&szlig;e Bestreben, das sich die PLATFORM3 auf die Fahne geschrieben hat. So bietet das B&uuml;ro eine Chance f&uuml;r Kulturschaffende, sich im Zuge eines Volontariats mit in die Organisation und Betreuung einzubringen und damit wichtige Praxiserfahrung zu sammeln. Die Volont&auml;rin Emily Utzerath war es auch, die gallerytalk.net zu einer Besichtigung eingeladen hatte. Gemeinsam mit Carina Essl und Anabel Roque Rodriguez hat sie mir ihre Arbeit und die Institution bei einem Kaffee n&auml;her gebracht. Denn Ziel soll auch sein, einen Ort zu bieten, in dem man sich zusammentun kann um anderen Menschen Kunst n&auml;her zu bringen. Dies entspricht auch unserer eigenen Philosophie. Deshalb bin ich froh, endlich in die Kistlerhofstr. 70, die ja doch fern ab von Kunstareal und Innenstadt liegt, gefahren zu sein. Doch die Herzlichkeit und Offenheit machen den langen Weg mehr als wett.</p>
<div id="attachment_1630" class="wp-caption aligncenter" style="width: 594px"><a href="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0130.jpg"><img class="size-large wp-image-1630" title="von links: Emily Utzerath, Anabel Roque Rodriguez und Carina Essl" src="http://www.gallerytalk.net/wp-content/uploads/2012/02/IMG_0130-e1329658887504-1024x948.jpg" alt="IMG 0130 e1329658887504 1024x948 Die Dreifaltigkeit in der Münchner Kunstszene   PLATFORM3" width="584" height="540" /></a><p class="wp-caption-text">von links: Emily Utzerath, Anabel Roque Rodriguez und Carina Essl</p></div>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">Dreij&auml;hriges Jubil&auml;um</span></p>
<p style="text-align: justify;">Und es wird bestimmt nicht mein letzte Besuch gewesen sein. Gerade die Tatsache, dass der Ausstellungsraum anl&auml;sslich des dreij&auml;hrigen Jubil&auml;ums der PLATFORM3 von den hausinternen K&uuml;nstlern bespielt wird, ist es wert, Ende M&auml;rz wieder hier vorbeizuschauen. Franck Leibovici stellte den 18 teilnehmenden K&uuml;nstlern daf&uuml;r die Frage wie sich das &Ouml;kosystem eines Kunstwerks entstehe. Die Antwort erarbeitete man in zwei intensiven gemeinsamen Workshops. Ergebnis sei den Betrachtern einen neuen Zugang zum K&uuml;nstler zu vermitteln, der nicht nur vom fertigen Objekt ausgeht. Das Konzept, den Besucher am Schaffensprozess teilhaben zu lassen, hat mir bei der Ausstellung &#8220;Skulpturales Handeln&#8221; im Haus der Kunst (<a href="http://www.gallerytalk.net/2011/12/skulpturale-auseinandersetzung-im-haus-der-kunst.html" target="_blank">Review vom 17.12.2011</a>) bereits gut gefallen und ich bin gespannt wie es in der PLATFORM3 umgesetzt wird. Die Jubil&auml;umsausstellung wird am 23.03.2012 um 19h in Anwesenheit aller K&uuml;nstler er&ouml;ffnet und dauert bis zum 28.04.2012 (&Ouml;ffnungszeiten: Mo-Sa 11-19h, Mi 12-20h). Au&szlig;erdem besteht am 24. und 25. M&auml;rz unter dem Motto &#8220;Offene Ateliers&#8221; die M&ouml;glichkeit, die K&uuml;nstler pers&ouml;nlich in ihrem Arbeitsumfeld kennenzulernen.</p>

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