Berliner Kunstgriff
4.12. – 10.12.18

4. Dezember 2018 • Text von

Das Jahr neigt sich gen Ende und auch in der Kunstwelt wird fleißig über schon Bestehendes reflektiert. Aber sie wäre nicht die Kunst, wenn sie nicht auch versuchen würde, ein bisschen weiter zu blicken und Neues zu erschaffen.

Holm Friebe, Annika von Taube, Anne Waak © Promo.

Noch drücken wir uns vor den Neujahrsresolutionen. Wir beginnen lieber sachte mit einer Revue des bisher durchlebten Jahres. Die morgige Ausgabe des Live-Talkformats „NUN – Die Kunst der Stunde“ hat genau dies vor: Was in Berlin war neu, was war gut, was bleibt? Organisiert wird die lockere Gesprächsrunde von den Publizist*innen Annika von Taube, Anne Waak und Holm Friebe. Da es sich um die zehnte Ausgabe handelt und gewissermaßen Jubiläum gefeiert wird, kommen mehr Gäste als sonst. Geladen sind u.a. Roger Bundschuh (Bundschuh Architekten), Silke Hohmann (MONOPOL), Silke Neumann (Bureau N), Anne Schwanz (OFFICE IMPART), Tobias Timm (Die ZEIT) und Raul Walch (Künstler). Ob die Beteiligten einer Meinung sind, wird sich zeigen. Falls wider Erwarten betretenes Schweigen eintritt, sorgt Jens Friebe mit seinem musikalischen Beitrag für Ablenkung.

WANN: Die Talkrunde beginnt am Mittwoch, den 5. Dezember, um 20 Uhr. Tickets gibt es hier.
WO: Volksbühne, Roter Salon, Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin.

Still aus Kerstin Honeits SILO5, 2018 © Kerstin Honeit / VG Bild-Kunst.

Mit dem Titel „Meming Architectures – Schlösser, Silos und queere Cowboys“ lässt das Screening und Gespräch mit Kerstin Honeit und Nanna Heidenreich Raum für Spekulation. Im Fokus des Abends steht Kerstin Honeits Beschäftigung mit Architektur als Speichermedium verschiedener Formen hegemonialer Konstruktionen. Gezeigt werden ihre Videoarbeit „my castle your castle“ und Ausschnitte ihrer neuen Arbeit „SILO5“. Für erstere diente ihr der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als unmittelbares Beispiel, dessen Baustelle sie sich für den Film zu eigen machte. „SILO5“, gedreht in einer kanadischen Silo-Anlage, behandelt Vorgänge und Implikationen des Bewahrens. Mit Bezug auf die Videoarbeiten geht es im anschließenden Gespräch mit der Medienkulturwissenschaftlerin Nanna Heidenreich um die Thematik des Speicherns sowie die in Honeits künstlerischer Forschung wiederkehrenden Aspekte Arbeit, Sprache und Gesten des Drag.

WANN: Screening mit anschließendem Gespräch finden am Donnerstag, den 6. Dezember, um 19 Uhr statt. In deutscher Sprache. Eintritt frei.
WO: n.b.k., 128-129, Chausseestraße, 10115 Berlin.

Galerie Wedding, Cyrill Lachauer & Antje Engelmann, „This land is your land | This land is my land“, © Promo.

Die Ausstellung von Antje Engelmann und Cyrill Lachauer „This land is your land | This land is my land“ erzählt von Gegenüberstellungen unterschiedlicher Weltvorstellungen sowie dem Zusammenfallen binärer Strukturen und dem sich daraus ergebenden ephemeren (Lebens-)Raum. Das aus Woody Guthries Songtitel entliehene „land“ hat multiple, ineinander verschränkte und co-existierende Bedeutungsebenen. Das Land im ökonomischen Sinn; die Erde als ihre eigene Existenz und Mutter allen Lebens; der Planet mit seiner spezifischen Tektonik; der Erdboden in seinen unterschiedlichen Schichten. Nichts existiert ohne das Andere. Unser Leben, seine Limitationen und Möglichkeiten, eine Heterotopie zwischen „bios“ und „geos“ – unter dieser Prämisse spinnen die Künstler*innen und Kurator*innen unterschiedliche Narrative des Miteinanderlebens, seiner Grenzen und Überlappungen. Ein Großteil der Arbeiten ist während ihrer gemeinsamer Reisen durch Nordamerika entstanden. Den Ausstellungstext von Bonaventure Ndikung gibt es hier.

WANN: Eröffnet wird am Donnerstag, den 6. Dezember, von 19 bis 22 Uhr. Am 17. Januar 2019 um 17:30 Uhr führen die Künstler*innen Antje Engelmann und Cyrill Lachauer sowie die Kurator*innen Bonaventure Soh Bejeng Ndikung und Solvej Helweg Ovesen durch die Ausstellung.
WO: Galerie Wedding, Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin.

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