Berliner Kunstgriff
13.11. - 19.11.18

13. November 2018 • Text von

Im Spiegel der Gegenwart. Im Bärenzwinger suchen Natalie Czech und Mirjam Thomann nach verborgenen Räumen, Romana Schmalisch und Robert Schlicht analysieren die Arbeitswelt im HKW und Karl Haendel hinterfragt bei Wentrup die Macht der Bilder. 

Bärenzwinger 2017, Foto: Robert Eckstein.

„Meeting with the other as such, but still „, lautet der Titel der kommenden Ausstellung im Bärenzwinger. Die Realität im Ausstellungsraum unterscheidet sich von der tatsächlichen Wirklichkeit. Um diesem Konstrukt zu entfliehen, suchen Natalie Czech und Mirjam Thomann nach Räumen im Raum. In den eigens für den Bärenzwinger konzipierten Arbeiten setzen sich die beiden Künstlerinnen einerseits mit der Historie des Ortes, andererseits mit subjektiven Raum- und Körpererfahrungen auseinander.

WANN: Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 15. November, um 19 Uhr eröffnet und läuft bis zum 20. Januar 2019. 
WO: Bärenzwinger, Im Köllnischen Park, 10179 Berlin.

Humanity at Work, Romana Schmalisch, Robert Schlicht: Top/Down, 2017 (Filmstill).

Noch besser, noch schneller, noch effektiver. Der Kapitalismus will den Profit steigern – um jeden Preis. Der Imperativ unserer Zeit heißt Effizienz und Selbstoptimierung. Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitswelt und wie hat sie sich verändert? Wie wird man heute erfolgreich? Inwieweit lässt sich Produktivität ins Unermessliche steigern? Zu welchen und auf wessen Kosten? Wie wird der Wert von Arbeit gemessen? Und wer misst ihn? Fragen dieser Art zum Thema Arbeiten in kapitalistischen Gesellschaften gehen Romana Schmalisch und Robert Schlicht in ihren gemeinsamen Projekten nach, die sich zwischen Film und Theorie bewegen. Die Ausstellung vermittelt reale und fiktive Erzählungen aus und um die Arbeitswelt. Für die Besucher wird der Blick hinter die Kulissen zum Selbstexperiment. 

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Freitag, den 15. November, um 19 Uhr.
WO: Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin.

Karl Haendel, Chicken & Eagle, Courtesy the artist and WENTRUP, Berlin.

Auch bei Wentrup ist der Besucher aktiv gefragt. In seiner zweiten Galerieausstellung setzt sich Karl Haendel mit dem Thema „Doppelgänger“ auseinander. Jede der für ihn typischen fotorealistischen Zeichnungen wird einen nur unmerklich andersartigen Zwilling haben. Die Doppelstücke werden in der Galerie in zwei voneinander getrennten Räumen gezeigt. In seinen Werken verarbeitet Haendel bekannte Themen, Bilder und Symbole, welche er in seinen Ausstellungen zu einem umfassenden, sowohl zwei- wie auch dimensionalen Raumkonzept ausbaut. Die Macht der Bilder und ihre fortwährende (Aus-)Wirkung erfährt in der dieser Schau eine Dopplung, wodurch unterbewusste Assoziationen wiederkehrend in Frage gestellt werden.

WANN: Eröffnet wird am Freitag, den 16. November, von 18 bis 21 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 22. Dezember. Am Donnerstag, den 15. November, findet von 19 bis 20:30 Uhr ein Gespräch mit Karl Haendel im Palais Populaire statt. Mehr Infos dazu gibt es hier.
WO: WENTRUP, Tempelhofer Ufer 22, 10963 Berlin.

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