Berliner Kunstgriff
13.02. - 19.02.18

13. Februar 2018 • Text von

Berlin tickt nach seinen eigenen Jahreszeiten. Zur Berlinale ist es umtriebig. Als Berlinale-Sparte eröffnet das Programm des 13. Forum Expanded in der Akademie der Künste, in der Berlinischen Galerie spricht Cyrill Lachauer und die Niels Borch Jensen Galerie eröffnet mit neuen Arbeiten von Thomas Zipp.

©Kay Strasser

Forum und Forum Expanded sind die experimentellsten Festivalkategorien der Berlinale. Am Mittwoch eröffnet das 13. Forum Expanded in der Akademie der Künste im Haus am Hanseatenweg. Unter dem Titel „A Mechanism Capable of Changing Itself“ werden internationale Filme, Diskussionen und Performances sowie eine Gruppenausstellung mit einer Vielfalt an Arbeiten zu sehen sein. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern mit dokumentarischen Mitteln die Möglichkeiten von Kino und Musik neu gedacht und eingesetzt werden können.

WANN: Die Gruppenausstellung eröffnet am Mittwoch, den 14. Februar, um 19 Uhr. Mehr zum Programm hier.
WO: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin.

Cyrill Lachauer, DodgingRaindrops – A Separate Reality, 2016/17, film still © Cyrill Lachauer

Fünf Monate lang war der deutsche Fotograf Cyrill Lachauer in Mississippi unterwegs und hat versucht dem insvesondere im Zuge der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA verstärkten Mythos des „white (angry) middleclass man“ auf den Grund zu gehen. Die Ausstellung  „What do you want here“, die seit November letzten Jahres in der Berlinischen Galerie zu sehen ist, zeigt anhand von Fotografie und Text die Resultate dieser Sinnsuche. Den anderen Teil der Ausstellung bildet der Filmessay „Dodging Raindrops – A Separate Reality“, in dem Lachauer den vermeintlichen Feldforschungsreisen des umstrittenen Ethnologen Carlos Castaneda folgt.

WANN: Das Screening mit anschließendem Gespräch zwischen Cyrill Lachauer und Guido Faßbender findet am Freitag, 16. Februar von 18 bis 20 Uhr statt. Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis 18 Uhr geöffnet, bis dahin gilt normaler Museumseintritt.
WO: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin.

Thomas Zipp, abstract pleasures # 2, 2017, photogravure, sugar lift aquatint, letters punched in copper, 75 x 59,5 cm, edition of 12, series of 6, © the artist and BORCH Gallery Berlin

„abstract pleasures“ heißt die neue Werkserie von Thomas Zipp, die kommenden Freitag in der Niels Borch Galerie gezeigt wird. Bei Zipp ist alles ein Verweis. So zeigen die Arbeiten teils Momentaufnahmen von Zipps Performance und das wiederkehrende Motiv von Reanimationspuppen und deren maskenhaften Gesicht, das eine Kopie der „Schönen Unbekannten aus der Seine“ ist. Auch kennzeichnend, die aufgerissenen Augen. Zipps Kunst ist ein Trip. Sie ist das Experiment, der Komplexität der menschlichen Psyche samt all ihrer Tiefen künstlerisch einen Raum zu geben. Sie ist auch der Versuch, die vereinfachten und flachgebügelten Auswüchse dieses komplexen Mensch-Seins samt all seiner Horror zu entlarven.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Freitag, 16. Februar um 18 Uhr.
WO: Niels Borch Jensen Gallery and Editions, Lindenstrasse 34, 2, 10969 Berlin.

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