Berliner Kunstgriff
04.06. - 10.06.19

4. Juni 2019 • Text von

Diese Woche findet jeder sein Programm: Tanz und Diskurs mit ASSEMBLE im LVX, Film und Humor mit Bani Abidi im Martin-Gropius-Bau, Musik und Architektur mit Creamcake in der Klosterruine, Maschine und Körper mit Caroline Mesquita bei carlier | gebauer. 

Ligia Lewis, Water Will (in Melody) © Julien Barbes.

ASSEMBLE lädt in den Grünen Salon zum Gespräch zwischen der Choreografin, Performerin und Tänzerin Ligia Lewis und dem Schriftsteller und Theoretiker Prof. Joshua Chambers-Letson. Lewis beschäftigt sich in ihren Arbeiten u.a. mit Affekt, Empathie und Sinnlichkeit und insbesondere mit sozialen Einschreibungen des Körpers. In ihrem jüngsten  Stück „Water Will (in Melody)“ werden Verlangen und Imagination als dystopische Fantasie thematisiert; dabei fließen Körper und Bewegung, Sinne und Berührung ineinander über. Chambers-Letson arbeitet an der Schnittstelle von Performance, critical race Theorie und politischer Theorie.

WANN: Das Gespräch findet heute, am 4. Juni um 19 Uhr statt. Der Eintritt kostet 5 Euro. Tickets gib es hier.
WOGrüner Salon, Volksbühne, Rosa-Luxemburg-Platz, 10119 Berlin.

Bani Abidi, Karachi Series I, 2009. Courtesy: die Künstlerin & Experimenter, Kolkata © Bani Abidi.

Im Martin-Gropius Bau eröffnet am Mittwoch die Ausstellung „They Died Laughing“ mit Filmen und Drucken von Bani Abidi. Die Künstlerin ist bekannt für ihre unverwechselbare Filmästhetik, die von subtilem Humor und den dunklen Absurditäten des Alltags geprägt ist. Dabei nutzt sie Film sowohl als Speichermedium für individuelle und kollektive Erinnerungen wie auch als Motor von Fiktion und Poesie. Zentrale Themen sind geopolitische Verstrickungen und historische wie aktuelle Konflikte, und das Verhältnis von Staatsmacht, Patriotismus sowie der Repräsentation und Verkörperung von Macht. Für die Ausstellung hat Abidi ein neues Projekt entwickelt. „The Lost Procession“ basiert auf den Erfahrungen der verfolgten ethnischen Gemeinschaft der Hazara aus Quetta, der Hauptstadt der pakistanischen Provinz Belutschistan, die seit einigen Jahren unter anderem nach Deutschland flieht. Die Ausstellung ist kuratiert von Natasha Ginwala.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Mittwoch, 5. Juni von 19 bis 22 Uhr. D<er Eintritt ist frei.
WO: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin.

In der Klosterruine findet am Freitag der erste von insgesamt drei Abenden der Musik- und Performance-Reihe „Paradise Found“ statt. Als offene und queere Plattform arbeiten Creamcake an der Schnittstelle von Musik, Kunst und Technologie und untersuchen dabei insbesondere den Einfluss des Internets auf Musik. Mit dem experimentell-progressiven Programm „Paradise Found“ reagieren sie auf eine immer schneller werdende Gegenwart und stellen dieser das Machen und Erleben von Musik in ihrer eigenen Zeitlichkeit entgegen. Die Ruine der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche in der Klosterstraße in Mitte bietet dafür ein ähnlich interessantes Setting wie es sonst nur das Kraftwerk mit Formaten wie „The Long Now“ verspricht. Mit Kara-Lis Coverdale, COOL FOR YOU , Lamin Fofana und Judith Sönnicken.

WANN: Am Freitag, den 7. Juni von 18 bis 23 Uhr findet der erste Abend der Paradise Found-Serie statt. Tickets sind über Residentadvisor zu haben und kosten 7 Euro. Die beiden nächsten Creamcake-Abende sind am 27. Juli und 17. August.
WO: Ruine der Franziskaner Klosterkirche , Klosterstr. 73a, 10179 Berlin.

Caroline Mesquita, ASTRAY, carlier | gebauer, Berlin.

Ebenfalls am Freitag eröffnet in der Galerie carlier | gebauer „ASTRAY“, die zweite Ausstellung der französischen Bildhauerin und Videokünstlerin Caroline Mesquita. In ihren teils raumgreifenden Skulpturen und Installationen beschäftigt sich Mesquita mit Transformation und wechselseitigem Austausch zwischen Mensch und Objekt. Sie spielt dabei gleichermaßen auf menschliche, organische und maschinelle Körper an. Das Video als künstlerische Ausdrucksform erlaubt ihr über den ursprünglichen Schaffungsprozess hinaus mit ihren Kreationen in Interaktion zu treten. 

WANN: Die Eröffnung beginnt um 18 Uhr und dauert bis 21 Uhr. Die Ausstellung ist bis 20. Juli zu sehen.
WO: carlier | gebauer, Markgrafenstraße 67 | 10969 Berlin

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