Berliner Kunstgriff
03.04. - 09.04.18

3. April 2018 • Text von

Die Dekolonialisierung von 1968, die Visualisierung einer Stadt im digitalen Zeitalter und das Sichtbar-Machen von Roma-Künstler*innen. Diese Woche heißt es: Empowerment!

Anlässlich des 50. Jubiläums der Studentenaufstände und daraus resultierenden gesellschaftlichen Umbrüche 1968 finden dieses Jahr eine Reihe von Veranstaltungen statt. (Vor einigen Wochen berichtete gallerytalk beispielsweise über das Sonderprogramm der Berlinale Shorts „1968 – Rote Fahnen für alle“ im Rahmen der 68. Filmfestspiele in Berlin.) Im kommenden Monat untersucht DISTRICT Berlin in Kooperation mit Offenes Haus der Kulturen Frankfurt/Main, der Arsenal Gallery Poznan und alpha nova & galerie futura sowie Peggy Piesche, Gunda-Werner-Institut, aus einer dekolonialen, post-migrantischen und feministischer Perspektive „68“. Die Auftaktveranstaltung ist ein Studio Talk mit Karina Griffith, DISTRICT-Atelierstipendiatin 2018, am 03. April. Die Künstlerin und Filmemacherin beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit PoC-Künstler*innen in der deutschen Filmproduktion um 1968 und dem schwarzen Autorenkino in der Bundesrepublik mit dem Ziel die dekoloniale Rolle des bewegten Bildes hervorzuheben.

WANN: Das Gespräch findet am Dienstag, den 03. April, um 18:30 Uhr statt.
WO:
DISTRICT Berlin, Kunst+Kultur, Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin. Alles weitere hier.

Marc Lee: Same but different, Key Visual. Courtesy of Berlin Blue Art and the artist.

Am Donnerstagabend eröffnet in der Berlin Blue Art Gallery die Ausstellung „Same but different“, die einen Versuch macht die Transformation von persönlicher Identität, Ort und Zeit durch die digitale Revolution erlebbar zu machen. In einem interaktiven Environment bestehend aus Beamern, VR-Situationen und Tablet-Installationen bewegt sich das Publikum durch eine urbane Szenerie, die sich fortlaufend verändert, analog zu zeitgleich auf Social Media veröffentlichten Bildern und Videos. Diese hyper-individualisierten Realitäten setzten sich in Echtzeit zusammen und lösen sich nach dem Verlassen der Ausstellung wieder auf. So skizziert die Ausstellung des Künstlers Marc Lee die Stadt als Nicht-Ort. Jede Besucher*in taucht in eine unabhängige, eigenständige Wirklichkeit ein, die er beim Verlassen der Ausstellung in Form einer App als individualisiertes-limitiertes Kunstwerk kaufen kann. Berlin Blue Art kollaboriert für dieses Projekt mit der Synthesis Gallery, die Show wurde kuratiert von Giorgio Vitale.

WANN: Pubic Reception am Donnerstag, den 05. April, von 10 bis 18 Uhr, im Anschluss Eröffnungsparty bis 21 Uhr.
WO: Berlin Blue Art, Köpenicker Str. 96, 10179 Berlin. Details online.

Delaine Le Bas: Romani Embassy, 2017, Performance. Courtesy of the artist. Photo: Lutz Knospe.

Im Maxim Gorki Theater steht das kommende Wochenende ganz im Zeichen der Ersten Roma Biennale kuratiert von Delaine Le Bas und Hamze Bytyçi, in Gedenken an Damian Le Bas, dem Initiator der 1st Roma Biennale. Auf der großen Bühne wird das Stück „Roma Armee“ von Yael Ronen und Ensemble gezeigt, während im Studio Я „Die lange Nacht des Coming Outs“, eine kollektiv entwickelte Performance-Nacht, die Fragen nach Zuschreibungen, Angst vor Ablehnung und Selbstbestimmung stellt, sowie ein Konzert von Äl Jawala stattfindet. An verschiedenen Orten im Gorki werden Zeichnungen, Malereien und Objekte von dem im letzten Jahr verstorbenen Künstler Damian Le Bas ausgestellt, seine Frau Delaine Le Bas macht mit ihrer Performance „Romani Embassy“ auf die fehlende staatliche Repräsentation von Roma aufmerksam.

WANN: Die Erste Roma Biennale findet von Samstag, den 07. April, bis Dienstag, 10. April, im Gorki statt. Ein detailliertes Programm findet ihr hier.
WO: Maxim Gorki Theater, Am Kupfergraben 2, sowie Studio Я, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin.

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