Berliner Kunstgriff
01.12. - 07.12.2015

1. Dezember 2015 • Text von

Diese Woche können sich energetische Seelen nach Lust und Laune auspowern: Festivalhopping, (Kunst-) Weihnachtsshopping, eine preisgekrönte Performance sowie eine dicke Geburtstagssause warten auf Auskundschaftung.

Kann sich irgendjemand eine grandiosere Option vorstellen, als die Kunstwoche mit einem Festival zu beginnen? Nein, nein und nochmals nein! Am Mittwoch, den 2. Dezember, bietet sich die einmalige Gelegenheit, denn das 3hd Festival geht in seine erste Runde. Keinen blassen Schimmer? Dann bitte: Das von der Kulturplattform Creamcake organisierte Projekt bringt Musiker, Künstler, Performer, Wissenschaftler und Journalisten unter ein Dach, um über Sound, seine kulturellen Ursprünge sowie seinen Einfluss zu diskutieren. „The Labor of Sound in a World of Debt“ lautet das Thema der ersten Edition und statt schnödem Gelaber ist das Ganze wunderbar interaktiv gestaltet. Neben zahlreichen Events in solch kulturellen Brutstätten wie dem HAU und dem OHM, gilt es eine vielschichtige Onlinelandschaft zu erkunden, in der Essays, Interviews sowie exklusive Tracks auf offene Äuglein und Öhrlein warten. Der Startschuss fällt am Mittwoch um 18 Uhr in der Vierten Welt, zu sehen gibt es eine Gruppenausstellung sowie eine Videopremiere und Performances von Easter und Lonely Boys. Zögern steht gar nicht zur Debatte!

WANN: Das 3hd Festival findet vom 2.-5. Dezember statt. Eröffnungstermin ist Mittwoch, der 2. Dezember.

WO: Vierte Welt, Adalbertstr. 4, 10999 Berlin.

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Colin Self bei Creamcake. The Labor of Sound in a World of Debt. Foto: Daniela Ballotta.

Am Freitag, den 4. Dezember, sollte sich dann – wer noch nicht getan – in den Hamburger Bahnhof begeben, um der Performance der diesjährigen Gewinnerin des Preises der Nationalgalerie, Anne Imhof, beizuwohnen. Die in Frankfurt und Paris lebende Künstlerin knüpft in ihren vielschichtigen Arbeiten an die Geschichte der Performance in Kunst und Musik an und befasst sich mit der Weiterentwicklung des Performancebegriffes. Skulptur, Malerei, Zeichnung und Video fließen hierbei gleichermaßen in ihr Oeuvre ein, wobei Bewegungen, Gesten und Sprachverläufe zu visuellen, ständig vom Wandel inbegriffenen Bildern amalgamiert werden. „For ever Range“ lautet der Titel ihrer performativen Installation, die um 15.30 Uhr erlebt werden kann. Da die Auszeichnung der Nationalgalerie sicherlich nicht von ungefähr kommt, ist die Veranstaltung quasi ein Muss. Wer nachlesen möchte, klicke hier.

WANN: „For ever Range“, am 4. Dezember, um 15.30 Uhr.

WO: Hamburger Bahnhof, Invalidenstr. 50/51, 10557 Berlin.

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Anne Imhof: For Ever Rage, 2015. Installationsansicht Hamburger Bahnhof. Foto: Nadine Fraczkowski.

Am Samstag, den 5. Dezember, darf dann nordische Luft geschnuppert werden, wenn das isländische Kunstfestival „Cycle“ bei Import Projects gastiert. Das im August in Kopavogur stattgefundene Festival begreift sich als innovative Plattform, die Berührungspunkte zwischen unterschiedlichen kreativen Horizonten schafft und die Grenzen traditioneller künstlerischer Fertigungsprozesse ausdehnt. Bei Import Projects gibt es nun drei Performances aus dem Programm zu sehen: Das Kollektiv „The Icelandig Love Corporation“ lässt unterschiedliche Gruppen in einem öffentlichen Ort aufeinandertreffen, um so Diskussionen über Identitätsstiftung anzuregen, bei dem britisch-dänischen Soundpionier Kaj Duncan David interagieren Licht und Klang miteinander und der Künstler Simon Steen Anderson lädt zu einer audiovisuellen Performance ein, in der er selbst zum Protagonisten in einem videogameartigen Umfeld wird. Klingt großartig, deshalb nichts wie hin da. Infos hier.

WANN: Die Veranstaltung findet am 5. Dezember, von 18-21 Uhr statt.

WO: Import Projects, Keithstr.10, 10787 Berlin.

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Nile Koettling bei Creamcake. 3hd Festival: The Labor of Sound in a World of Debt.

Am Samstag stößt dann auch noch das Partyvögelchen seinen schrillen Lockruf aus, denn die Urban Spree Gallery wird stolze drei Jahre alt. Dass es da Anlass zum Feiern gibt, versteht sich von selbst. Allerdings belassen es die netten Leute hinter der famosen Streetart-Venue nicht bei einer einfachen Party. Von 12 – 20 Uhr kann zunächst einmal gemütlich auf einem Pop-up Weihnachtsmarkt in der Galerie nach kunstvollen Geschenken gestöbert werden, bevor dann um 18 Uhr die Limited Edition eines von Urban Spree in Kooperation mit Ostmost gestalteten Heißgetränks (wir tippen auf was glühweinartiges, hmmmm) gelauncht wird. Ist euch dann genügend eingeheizt, geht das Tanzen bei der anschließenden Clubnacht bestimmt gleich dreimal so gut. Wir stellen fest: Was die Organisiation von Geburtstagspartys angeht, können wir uns bei der Urban Spree Gallery definitiv noch einiges abgucken. Das komplette Programm findet ihr hier.

WANN: Die Jubiläumsparty steigt am Samstag, den 5. Dezember.

WO: Urban Spree Gallery, Revaler Str. 99, 10245 Berlin.

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