Nach einem langen und hoffentlich bewegten Wochenende empfiehlt es sich, die Kunstwoche erst einmal langsam angehen zu lassen, um dann ab Donnerstag voll durchzustarten. Der Gallerytalk-Kunstgriff verrät euch, wo die Neugierigen ihr wöchentliches Kunstbedürfnis stillen können.
Mehr Künstler, weniger Platz, steigende Mieten. Das kreative Klima der Stadt befindet sich in permanentem Wandel. Vor etwa einem Jahr zeigten die Kuratoren Sven Drühl und Christoph Tannert bereits einen Querschnitt des jungen künstlerischen Schaffens in Berlin, eine Momentaufnahme. Am Donnerstag, den 23. Mai, eröffnet im Künstlerhaus Bethanien nun die Fortsetzung: “Berlin.Status (2)”. Man kann davon ausgehen, dass sich die Lage im letzten Jahr noch etwas verschärft hat. Das hat laut Drühl und Tannert zur Hervorbringung “einer künstlerischen Stadtguerilla” geführt, “die sich mal aufgeregt, mal betulich und kompromissbereit gibt, die sich entweder mit unterschwelliger Aggressivität gegen die Politik auflehnt oder die Welt, die nicht in Ordnung ist, in eben dieser Unordnung ästhetisch thematisiert”. Unter den insgesamt 50 beteiligten Künstlern, alle Jahrgang 1978-1984, befinden sich u.a. Julius von Bismarck, Clemens Krauss, Sophia Pompéry, Robert Seidel und Despina Stokou.
Ein Porträt von Simone de Beauvoir, als Schwarzweißfotografie in einem Medaillon auf einem Dekoltee, das durch die es kontrastierende Häckeljacke nur noch aufreizender wirkt, das alles in Öl auf Leinwand. Zu sehen gibt es diese Akkumulation an Symbolen der Weiblichkeit und deren Dekonstruktion durch den Feminismus in der Einzelausstellung “Drop the thought” von Sabine Dehnel in der LSD Galerie. Dehnel spannt mittels einer Rauminstallation aus alten Häckeldecken, der just beschriebenen Malerei und einer Fotografie ein Feld auf, in dem über, ja, Weiblichkeit und Feminismus, aber auch über das Verhältnis von Subjekt und Gesellschaft, über Erinnerung und Wahrnehmung reflektiert werden kann. „Drop the thought“ eröffnet am Freitag, den 24. Mai.
Am Samstag, de 25. Mai, legen wir Euch gleich zwei Veranstaltungen ans Herz, die man auf keinen Fall verpassen sollte. In den KW – Institute for Contemporary Art eröffnet an diesem Abend die Einzelausstellung “Reparatur. 5 Akte” von Kader Attia. Dieses Schmuckstück sei hier nur kurz erwähnt, um es sich schon einmal fett in den Terminkalender zu kritzeln. Am Freitag gibt es dann mehr Details hierzu auf gallerytalk.net.
Nach einem Besuch in der Auguststraße sollte man dann gleich weiter zum Hamburger Bahnhof flitzen. Dort werden nämlich die Tore geöffnet, um eine Neupräsentation der Sammlung vorzustellen. Unter dem Titel “Body Pressure” wird der Werdegang der Gattung Skulptur und ihres Sujets ,des menschlichen Körpers, seit den 60er Jahren nachgezeichnet. Die mediale Öffnung und die Erweiterung des Materialiendepos führten zu einer widersprüchlichen und ästhetisch brüchigen Inszenierung des Körpers. Unterlegt wird diese These unter anderem durch Arbeiten von Bruce Nauman, Hans-Peter Feldmann, Paul McCarthy und Franz Erhard Walther.














