
gallerytalk.net war für euch wieder auf dem internationalen Kunstparkett unterwegs und kommt mit einer Fülle von Eindrücken wieder zurück. Diesmal liegt eine der weltgrößten Kunstmessen im Fokus, die TEFAF MAASTRICHT 2013. Mit einem einzigartigen Spektrum an Kunstwerken, Design und Antiquitäten quer durch die Jahrhunderte begegnet man immer wieder Kunst, die außerhalb eines Museums selten anzutreffen ist. Und auch wenn die TEFAF nicht ausschließlich zeitgenössische Kunst repräsentiert, sind wir der Meinung, dass sich hier ein Blick über den Tellerrand lohnt.
Die TEFAF MAASTRICHT 2013 in den Niederlanden ist die wichtigste Kunstmesse für Kunst und Antiquitäten weltweit und einer der international renommiertesten Standorte für den führenden Kunsthandel. Mit über 260 der namhaftesten Kunsthändler aus aller Welt ist sie es, die den hohen Standart im Kunstmarkt setzt. Neben den traditionellen Bereichen wie Antiquitäten und den zahlreichen Kunstwerken Alter Meister, sind Arbeiten der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst tatkräftig vertreten, ebenso wie Design des 20. Jahrhunderts, Schmuck und Zeichnungen bekannter Künstler.
Trotz der immens großen Messefläche wird dem Besucher die Orientierung und Fokussierung durch eine Raumeinteilung in Kategorien vereinfacht. Gänge und Auflaufzentren werden durch Namensgebungen wie “Madison Avenue”, “Place de la Concorde” oder “Champs Élysées” übersichtlicher. Es ist erstaunlich, welchen Eindruck das gesamte Erscheinungsbild der Messe und einzelnen Galerien hat. Nicht nur die aufwendige Gestaltung der Halle und das allgemein sehr interessierte und kenntnisreiche Publikum fällt auf. An jeder Ecke trifft man auf beeindruckende Werke namhafter Künstler, hier eine Skizze von Rubens, dort ein Portrait von George Grosz, Gemälde von Picasso, Bronzeskulpturen von Henry Moore oder Alberto Giacometti, überlebensgroße Statuen von Jeff Koons und und und… Dem Besucher widerfährt ein bei weitem entspannteres Erlebnis der Kunstwerke, da er nicht unmittelbar prüfende Blicke durch Museumswärter zu befürchten hat. Und welche Kunstinstitution oder -veranstaltung bietet außerhalb eines Museums eine vergleichbare Palette derart namhafter Künstler und Kunstwerke, zumal einige der Arbeiten nach der Messeausstellung in privaten Besitz übergehen und nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich sind?

Als Münchner Vertretung war u.a. die Galerie Daniel Blau anzutreffen. In ihrer diesjährigen Ausstellung zeigt sie zum einen Werke des frühen Andy Warhol, die teilweise zum allerersten Mal veröffentlicht werden. Dabei handelt es sich um originale Zeichnungen aus den 50er Jahren, die für den später v.a. durch seine Grafiken sehr populären Künstler ungewohnt sind. Oftmals Portraits, die das Thema der Pflanze in Form einer Blume aufgreifen, führt Warhol auf verschiedenste Art und Weise aus. Mal durch wenige Bleistiftstriche sehr sachlich anmutend, dann wieder verspielt und dynamisch, beinahe farbenfroh, obwohl kaum Farbigkeit verwendet wird. Man merkt dass der junge Warhol interessiert war an der Verbindung und Beziehung zwischen Mensch und Pflanze und welche Bedeutung sie für den Einzelnen haben kann. Andere Arbeiten deuten bereits auf seine Vorliebe für die quantitative Vervielfältigung hin, der der Künstler eine höhere Bedeutung zuschrieb als dem tatsächlichen Original.
Warhols’ Arbeiten werden begleitet von einer mitunter zeitgenössischen Ausstellung, in der Polaroid-Aufnahmen der drei bekannten Künstler Chuck Close, Nobuyoshi Araki und David Bailey gezeigt werden. Heutzutage wird das Material für die Polaroidaufnahmen nicht mehr produziert, sodass die Fotografien einen einzigartigen Status erlangt haben und die drei Künstler als Pioniere der Polaroidtechnologie ausweisen.

Die Kunstmesse ist für all diejenigen empfehlenswert, die sich außerhalb der zeitgenössischen Kunst auch für Werke anderer Epochen begeistern können. Leider setzt der Eintritt mit einem Preis von 55 Euro inklusive eines obligatorischen Kataloges ein tatsächliches und fundiertes Interesse am breiten Spektrum der Messe voraus. Es werden unglücklicherweise auch keine Studentenrabatte angeboten. Allerdings sollte man sich, insofern wirkliches Interesse besteht, nicht davon abschrecken lassen. Der Besuch der Messe lässt den Eintritt durchaus als berechtigt erscheinen.
Die Messe läuft noch bis einschließlich den 24. März 2013. Wer also noch Zeit für einen Kurztrip hat: die Stadt Maastricht allein ist schon einen Besuch wert.
WANN: 15. – 24. März 2013 | jeweils 11-19 Uhr | Sonntags 11-18 Uhr
WO: TEFAF MAASTRICHT 2013, MECC (Maastricht Exhibition & Congress Centre), Forum 100, 6229 GV Maastricht, Niederlande