Über Alexandra Wolf

BA Kultur und Technik (Kunstwissenschaft) // MA Kunstwissenschaft und -technologie
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Event: Vortrag von Lars Blunck “Zwischen Demokratieversprechen und Mitmachfolklore. Aktivismus und Partizipation in der Kunst nach 1945″ @ Neue Nationalgalerie am 4.12.2012

Am 4. Dezember lädt die Neue Nationalgalerie für dieses Jahr zum letzten Mal zu ihrer Vortragsreihe “Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne”. Lars Blunck, Professor an der TUB, gibt seinem Termin den Titel “Zwischen Demokratieversprechen und Mitmachfolklore. Aktivismus und Partizipation in der Kunst nach 1945″.

„Partizipation“ als künstlerisch intendierte Praxis lässt sich in zweierlei Hinsicht kunsthistorisch untersuchen. Zum einen im Hinblick auf Beteiligungsformen, welche mit dem Environment als Kunstform in den 1960ern Einzug hielt, zum anderen mit dem Fokus auf den Mechanismen mit denen eine Vermittlung von Kunst angestrebt wurde.

„Partizipation“ war das Stichwort, das eine neue Kunstauffassung charakterisierte. Entscheidend war, dass die Beziehung zwischen Objekt und Betrachter verändert werden sollte. Jene veränderte Rezeption konnte nur mit einer Beteiligung des Betrachters mittels eines situativen Kunstwerks erzielt werden. So äußerte Arnold Bode im Zuge des documenta 4 (1968), man müsse die Besucher „aktivieren, um aus einem vielleicht kühl Registrierenden einen wirklich Teilnehmenden zu machen.“

Schon in den ausgehenden 1950ern und beginnenden 60ern verfolgten Künstler in den Vereinigten Staaten, allen voran Allan Kaprow, mit der aktiven Beteiligung der Rezipienten ein Vermittlungsideal, was sich in Happenings und dergleichen niederschlug. „Soziale Handlungen“ (Sabine Vogel, 1993), vor allem Formen physischer Partizipation, dienten dem Evozieren eines Gemeinschaftsgefühls.

Bis heute schreitet die Entwicklung und Ausformung diverser situativer und partizipatorischer Modelle voran. Überdies steht Partizipationskunst mittlerweile für eine programmatische Ausrichtung, welche unter Umständen mit kultur- und sozialpolitischen Forderungen verbunden ist und diese in demokratischen Strukturen der Beteiligungsmöglichkeit zu veranschaulichen versucht.

(Literaturempfehlung: Silke Feldhoff, Zwischen Spiel und Politik. Partizipation als Strategie und Praxis in der bildenden Kunst, Dissertation, eingereicht 20.02.2009, Universität der Künste Berlin.)

NNG DergeteilteHimmel Flyer Vortragsreihe Event: Vortrag von Lars Blunck Zwischen Demokratieversprechen und Mitmachfolklore. Aktivismus und Partizipation in der Kunst nach 1945 @ Neue Nationalgalerie am 4.12.2012

Flyer zur Vortragsreihe "Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne" in der Neuen Nationalgalerie anlässlich der Ausstellung "Der geteilte Himmel" // Quelle: www.smb.museum

Prof. Dr. Lars Blunck (TU Berlin) referiert über “Zwischen Demokratieversprechen und Mitmachfolklore. Aktivismus und Partizipation in der Kunst nach 1945″ im Zuge der Vortragsreihe „Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne“. Die Reihe, gefördert durch die Ferdinand-Möller Stiftung und in Kooperation mit der TU Berlin nimmt die laufende Ausstellung “Der geteilte Himmel. Die Sammlung. 1945-1968. zum Anlass, in einer Vortragsreihe auf die Kunst nach 1945 zurück zu blicken.

Nachkriegsmoderne ist das übergreifende Thema, welches sich den mannigfaltigen Stilen, Medien und Ausbrüchen die nach 1945 festzustellen sind widmet. Dass diese Umbrüche und Neuorientierungen nicht ohne den Bezug zu gesellschaftlichen Hintergründen zu denken sind scheint die diversen Kunstproduktionen zu einen. Ebenso zeigen uns die vielseitigen Herangehensweisen an die Kunst und die mitunter theoretische Auseinandersetzung mit ihr, dass eine Genre- oder Epocheneinteilung nicht mehr hinreichend ist. Für die Vorträge, die einmal im Monat in der Neuen Nationalgalerie stattfinden sind renommierte WissenschaftlerInnen eingeladen. Sie werden zu ausgewählten Themen die Kunstgeschichtsschreibung zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den Veränderungen der 1960er einer Revision unterziehen: Programm bis Januar 2013

(Die Vortragsreihe wird zunächst bis Januar 2013 mit Themen zu Happening und Performance, Kunst und Massenmedien, Minimal Art, Licht und Bewegung ebenso wie Aktivismus und Partizipation fortgesetzt. Danach ist eine zweite Staffel zur “Kunst nach 1968″ geplant)

***

Prof. Dr. Blunck, der den Dezembertermin bestreitet, ist Gastrofessor für Kunstgeschichte am Institut Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin. Blunck hat Kunstgeschichte, Politikwissenschaft und Geografie in Braunschweig und Kiel, sowie Kulturmanagement in Hagen studiert. Die Promotion erfolgte 2001 mit einer Dissertation zur Assemblage der 1959er und 60er Jahre in den USA; 2007 die Habilitation mit der Schrift “Dimensionen des Sehens. Studien zu Marcel Duchamps Präzisionsoptik”.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre:
Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Fotografiegeschichte.
- Thomas Wilfred – Pionier und Visionär der Lichtkunst
- Der absolute Film
- Fiktionale Fotografie – fotografische Fiktionen

Prof. Dr. Lars Blunck an der TU Berlin

Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne
Vortragsreihe | Neue Nationalgalerie

jeweils dienstags, 18:15 Uhr
Neue Nationalgalerie
www.smb.museum/nng

Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Eintritt frei.

Flyer Gebäˆrde Zeichen Kunst

Eröffnung: Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur / Hörende Kultur @ Kunstraum Kreuzberg / Bethanien

 Gebärde Zeichen Kunst.

Ein Zeichen zeigt auf etwas. Es wird eingesetzt wenn die Sprache nicht ausreicht, sie komplizierter wäre als eine bildliche / gestische Abkürzung, um Sprachbarrieren zu überbrücken.

Sprachbarrieren entstehen, weil man eine Sprache nicht beherrscht oder weil man nicht sprechen kann. Im letzten Fall ist man auf Zeichen angewiesen: alltägliche, für jedermann verständliche, und Gebärden. Also eine ausgestaltetet Körpersprache, die der Konversation, dem Wissenstransfrer, schlicht der Verständigung dient.

Es ist gut vorstellbar, das eine Person, die sich taub durch unsere wirre Welt bewegt nicht nur einen völlig anderen Eindruck von ihr hat als Hörende, sondern diesen womöglich auch anderes interpretiert. Wie könnten die Hörenden verstehen, wie etwas gesehen, erlebt wird?

Kunst, in allen ihren Varianten, bietet sich als non-verbales Kommunikationsmittel an, um genau diese Barriere zu thematisieren, ja, sogar zu überbrücken.

FlyerGebaerde Eröffnung: Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur / Hörende Kultur @ Kunstraum Kreuzberg / Bethanien

Flyer Gebärde Zeichen Kunst: Die Kuratoren Wolfgang Müller und An Paenhuysen wählten die Möbiusschleife als Modell für ihre experimentelle Ausstellung. Die Möbiusschleife fordert unsere Wahrnehmung heraus: sie ist nicht orientierbar, das bedeutet wir können nicht zwischen unten und oben oder innen und außen unterscheiden. // Quelle: http://www.kunstraumkreuzberg.de

Die Ausstellung Gebärde Zeichen Kunst ist laut Pressetext die weltweit erste, „die Kunstwerke präsentiert, welche in den Schnittstellen zwischen Gehörloser und Hörender Kultur Gestalt annehmen. Gesellschaftliche, kulturelle, politische und soziale Hierarchien werden dabei sichtbar.“

Die präsentierten Künstler gehen von unterschiedlichen Sprach- und Kommunikationssystemen aus. Der Körper, der in seiner Eigenschaft Grenze und Werkzeug der Kommunikation zugleich ist, steht oftmals im Mittelpunkt bzw. bildet den Ausgangspunkt für vielerlei Varianten von Sprache und ihrer Wahrnehmung – es handelt sich um das Spannungsfeld von Innen und Außen. Das Innenleben ist ein individuelles, geeinigt haben wir uns auf eine allgemein verständliches Äußeres. Wenn dieses nun aber beeinträchtigt ist, es nicht gelesen oder gehört werden kann, müssen sich neue Sprachen ergeben.

In der Ausstellung vertreten sind Werke von Künstlern, die sich mit Klang, Musik, Lautsprache, Gebärdensprache, Zeichen, Schriftsprache und den ihr inhärenten künstlerischen Potenzialen beschäftigen. Die interdisziplinäre Ausstellung bewegt sich auf neuem Terrain: mittels Gebärden, Gesten, Klängen und Interaktionen betreten unbekannte, namenlose Kunstformen die Bühne. Die Grenzen zwischen Tanz, Performance, Musik, Sprache, Literatur und Malerei kommen in Bewegung.

g3009 Eröffnung: Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur / Hörende Kultur @ Kunstraum Kreuzberg / Bethanien

Gunter Trube, gebärdet/signs Die Tödliche Doris (The Deadly Doris), © 1992, Foto: Hans Martin Sewcz

Eine Schlüsselfigur ist der Gebärdensprachperformer und Künstler Gunter Trube (1960-2008) im Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprachkultur. Mit Gunter Trube hat der
Co-Kurator dieser Ausstellung Wolfgang Müller seit 1980 in verschiedenen Projekten
zusammengearbeitet.

Kuratoratiert von : Wolfgang Müller und An Paenhuysen

Künstler: John Cage, Die Tödliche Doris, Christine Sun Kim, Flying Words Project, Valeska Gert, Joseph Grigely, Ella Mae Lentz, Ernst Mitzka, Wolfgang Müller, Magnús Pálsson, Roman Signer, Signmark, Barbara Stauss, Gunter Trube, Clayton Valli, Ming Wong

Interpretationen/Übersetzungen: Pórhallur Arnarson, Mrs. Washington Barrow, Peter Cook, George Kannapell, Kenichi Kusano, Danny Lucero, Andrea Schulz, Gabriela Spörri, Dina Tabbert, Natsuko Tsukamoto, Thomas Zander

Katalog:
Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur / Hörende Kultur, Gesture Sign Art. Deaf Culture /Hearing Culture, Martin Schmitz Verlag, 2012.
Mit Texten von Dirksen L.-Bauman, Martin Büsser, Barbara Eder, Susanne Foellmer, Matthias Mergl, Wolfgang Müller, An Paenhuysen, Thomas Vollhaber und Bildbeiträgen von Deffa, Christine Sun Kim, Karl Lagerfeld, Magnús Pálsson, Barbara Stauss, Gunter Trube. Interviews mit Christine Sun Kim und Gunter Trube
Katalog gefördert vom Kunstfonds und Hauptstadtkulturfonds

Gebärde Zeichen Kunst
Gehörlose Kultur / Hörende Kultur
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Eröffnung: 9.11.2012
19:00 Uhr
Begrüßung: Monika Herrmann, Bezirksstadträtin für Kultur und Bildung;
Einführung: An Paenhuysen und Wolfgang Müller

20:00 Uhr: Performance: Christine Sun Kim (New York)

Ausstellung: 10.11.2012 – 13.1.2013,
12:00-19:00 Uhr

Begleitprogramm:
18.11.2012 und 16.12.2012, jeweils 14:00 Uhr Führungen (mit DGS-Übersetzung)

21.11.2012, 19:00 Uhr Kuratorengespräch (mit DGS-Übersetzung): Wolfgang Müller und An Paenhuysen im Gespräch mit Stéphane Bauer, Leiter des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien

Hörspiel:
Wolfgang Müller, Séance 2. Ein Gebärdenspiel, Bayerischer Rundfunk, 2012: Séance 2 eröffnet Wolfgang Müllers preisgekröntem Hörspiel Séance Vocibus Avium (BR 2008) eine weitere Ebene. Es führt direkt vom Genre Hörspiel zum „Gebärdenspiel“, einem bisher namenlosen Genre. Die Beschreibungen einer ausgestorbenen Vogelart durch Wissenschaftler wird von Simone Lönne in Deutsche Gebärdensprache umgesetzt. Ab 9. November in der artmix.galerie www.bayern2.de

Kunstraum Kreuzberg/Bethanien
Mariannenplatz 2
10997 Berlin

Tel.: +030 90298-1454
bethanien@kunstraumkreuzberg.de
www.kunstraumkreuzberg.de

DergeteilteHimmelPressebilder

Event: Vortrag “Zerreißprobe”: Happening und Performance im Kalten Krieg @ Neue Nationalgalerie am 6.11.2012

In den 1960ern hat sich die Kunstauffassung radikal gewandelt. Der Kontext in dem sich dieser Wandel vollzog begann mit der Wahl John F. Kennedys zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Mit seiner Wahl verbanden sich Hoffnungen auf eine neue, modernere Gesellschaft. Dieser optimistische Aufbruch nach dem zweiten Weltkrieg geriet jedoch bald zur Krise: Kuba, die Ermordung Kennedys, seines Bruders und Martin Luther Kings, Vietnam . Auch in West-Deutschland war die konservative Adenauer-Ära von geistiger Stagnation gekennzeichnet.

Die 60er Jahre in den Staaten wurden von einigen als eine Phase der Schizophrenie empfunden. Eine prosperierende, in Frieden lebende Gesellschaft stand konträr zu sozialem Leid und den Erfahrungen aus dem Vietnamkrieg. Die Kunst  kritisierte den Verlust des Selbstbezugs, die Entfremdung, sowie eine ideologische Versklavung.

In der Zeit des Kalten Krieges, in der die Welt in zwei ideologischen Blöcke geteilt wurde, begannen Künstler also ihr Verhältnis zur Gesellschaft neu zu überdenken. Mit anderen Worten gab es eine Diskrepanz zwischen der Wirklichkeit und deren Erscheinung. Die Konzeptuelle Kunst (aber auch Popmusik und Literatur) reflektierten das, was unter anderem in dem Widerstand gegen Institutionen und althergebrachten Modellen und kommerziellen Ausstellungspraktiken resultierte. Viele Künstler trachteten danach die Zwischenräume zwischen Leben und Kunst zu untersuchen und arbeiteten dabei meist multimedial.

Leitfragen waren dabei:

  • Hat der Künstler tatsächlich spezielle Begabungen, die ihn von anderen Menschen unterscheiden?
  • Muss ein Kunstwerk von einem Künstler gemacht werden?
  • Muss es ein Gegenstand sein?

Eine Vielzahl von Strategien wurde von den konzeptuell arbeitenden Künstlern angewendet, wobei ein ephemärer Charakter der Mehrheit der Arbeiten zu eigen war und mitunter auch der Autor austauschbar wurde. Der Kunst sollte eine neue soziale Rolle gegeben werden

Permormance, Happening und Fluxus waren im Zuge dessen Spielarten. die sich dieser neuen Auffassung verpflichteten.

Es kann vom ersten Happening von John Cage und Robert Rauschenberg in den 1950ern der U.S.A. ausgegangen werden. Einer von Cages Studenten, George Maciunas, kam ’61 nach Deutschland. Zusammen mit anderen Künstlern arbeitete er an sog. “action music” in Wuppertal und Düsseldorf. Daraus gingen die eigentlichen Fluxus-Festivals hervor, die am 1.9.1962 in Wiesbaden begannen, und dann in Kopenhagen, Paris, Düsseldorf, Amsterdam stattfanden.

In seinen ersten Manifesten definierte Maciunas Fluxus als einen „Akt des Fließens: eine kontinuierliche Bewegung oder Entschwinden, wie bei einem fließenden Strom; eine andauernde Folge von Veränderungen.” Merkmale waren für die Bewegung waren: Internationalismus, Experimentalismus, Ikonoklasmus, Intermedia, die Auflösung der Kunst&Leben-Dichotomie, Wirkungshaftigkeit, Spiel und Witz, Vergänglichkeit, Einzigartigkeit. Die Produktionen waren zum Größten Teil nicht mehr von einer Person durchführbar und betonten so den Stellenwert des Kollektivs.

DergeteilteHimmelPressebilder12 Event: Vortrag Zerreißprobe: Happening und Performance im Kalten Krieg @ Neue Nationalgalerie am 6.11.2012

Wolf Vostell, ELEKTRONISCHER dé-coll/age HAPPENING RAUM E. d. H. R., 1968-1982 Glas, Monitore, Elektronik, Motore © VG Bild-Kunst, Bonn 2011 // 1962 nahm Wolf Vostell an der Fluxus-Manifestation FLUXUS: Internationale Festspiele Neuester Musik in Wiesbaden und 1963 am Fluxus-Festival FESTUM FLUXORUM FLUXUS in Düsseldorf teil. 1962 gründete er die Zeitschrift Dé-coll/age - Bulletin aktueller Ideen.

Prof. Dr. Philip Ursprung (ETH Zürich) referiert über “Zerreißprobe”: Happening und Performance im Kalten Krieg im Zuge der Vortragsreihe „Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne“. Die Reihe, gefördert durch die Ferdinand-Möller Stiftung und in Kooperation mit der TU Berlin nimmt die laufende Ausstellung “Der geteilte Himmel. Die Sammlung. 1945-1968. zum Anlass, in einer Vortragsreihe auf die Kunst nach 1945 zurück zu blicken.

Nachkriegsmoderne ist das übergreifende Thema, welches sich den mannigfaltigen Stilen, Medien und Ausbrüchen die nach 1945 festzustellen sind widmet. Dass diese Umbrüche und Neuorientierungen nicht ohne den Bezug zu gesellschaftlichen Hintergründen zu denken sind scheint die diversen Kunstproduktionen zu einen. Ebenso zeigen uns die vielseitigen Herangehensweisen an die Kunst und die mitunter theoretische Auseinandersetzung mit ihr, dass eine Genre- oder Epocheneinteilung nicht mehr hinreichend ist. Für die Vorträge, die einmal im Monat in der Neuen Nationalgalerie stattfinden sind renommierte WissenschaftlerInnen eingeladen. Sie werden zu ausgewählten Themen die Kunstgeschichtsschreibung zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den Veränderungen der 1960er einer Revision unterziehen. (Programm bis Januar 2013)

Prof. Dr. Ursprung, der den Novembertermin bestreitet, ist Professor für Kunst. und Architekturgeschichte am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Er war 2007-2011 Laurenz-Assistenzprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Uni Basel. Ursprung hat Kunstgeschichte, Allgemeinen Geschichte und Germanistik in Genf, Wien und Berlin studiert. Die Promotion erfolgte 1993 an der Freien Universität Berlin; 1999 die Habilitation an der ETH Zürich mit einer Studie zur amerikanischen Land Art. Von 2005 bis 2011 war Philip Ursprung Professor für Moderne und zeitgenössische Kunst an der Universität Zürich.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre:
Gordon Matta-Clark
Prof. Dr. Philip Ursprung, in Zusammenarbeit mit Canadian Center for Architeture, Montréal
Ausstellung “Herzog & de Meuron: Archeology of the Mind”
Prof. Dr. Philip Ursprung, Gastkurator

Prof. Dr. Philip  Ursprung ETH Zürich

Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne
Vortragsreihe | Neue Nationalgalerie

jeweils dienstags, 18:15 Uhr
Neue Nationalgalerie
www.smb.museum/nng

Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Eintritt frei.

Festakt Verleihung Helmut-Käutner-Preis 2010 an Christoph Schlingensief, Düsseldorf, 2.3.2010

Event: Eröffnung des Schlingensief-Archivs in der AdK + Buchvorstellung + Ehrengast: Patti Smith

»Kunst kennt keine Sieger, also breche ich die Veranstaltung ergebnislos ab.« 
Christoph Schlingensief

Als Christoph Schlingensief im August 2010 verstarb, hinterließ der polarisierende Künstler eine große Lücke in der deutschen Kulturlandschaft. Mit seinen Aktionen und Interventionen provozierte er stets die Öffentlichkeit und spaltete die Meinung.

schlingensief düsseldorf 2010 Event: Eröffnung des Schlingensief Archivs in der AdK + Buchvorstellung + Ehrengast: Patti Smith

Festakt Verleihung Helmut-Käutner-Preis 2010 an Christoph Schlingensief, Düsseldorf, 2.3.2010 // Quelle: www.schlingensief.com

Unbequem war Schlingensief von Beginn an. Als Marken in seiner imposanten Biografie wären zu nennen die Deutschlandtriologie 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzten Stunden im Führerbunker, Das deutsche Kettensägenmassaker und Terror 2000 Intensivstation Deutschland, welche er zwischen 1989 und 1992 drehte. Oder seine erste Theaterinszenierung 1993 an der Berliner Volksbühne. Dergleichen sollten noch viele an selbigem Ort folgen.

Darüber hinaus arbeitete der studierte Philosoph, Germanist und Kunsthistoriker aktionistisch. Aufmerksamkeit erlangte Schlingensief beispielsweise mit der Parteigründung von CHANCE 2000 anlässlich der Bundestagswahl 1998 und mit CURCH OF FEAR, seinem Beitrag zur 50. Venedig Biennale 2003. In seinem Ouevre finden sich Kunstausstellungen, Filmprojekte, Magazinherausgeberschaften, kritische Fernsehformate und Operninszenierungen.

Besonders im Gedächtnis geblieben sind hierbei Christoph Schlingensiefs Inszenierung des Parsifal bei den Bayreuther Wagner-Festspielen 2007 und das Operndorf in Burkina Faso (Afrika), das der Künstler nicht zu Lebzeiten selbst fertigstellen konnte. Es lebt aber durch die Initiative in Afrika und Deutschland fort und entwickelt sich im Sinne eines Work in Progess ständig fort.

Zu seinen letzten Aufgaben als Künstler gehörte die Einrichtung des Deutschen Pavillons der Biennale in Venedig 2011, was durch den frühen Tod vereitelt wurde.

Sehr ausschnitthaft ist hier das reiche Schaffen Schlingensiefs skizziert und auf einige wenige Stationen beschränkt. Der Krebstod des Künstlers traf Angehörige, Mitstreiter und Anhänger bitter und löste ein trauriges Echo aus, national wie international.

»Ich bin nicht der geworden, der ich sein wollte.«
Christoph Schlingensief

laberenz schlinensieg dpa Event: Eröffnung des Schlingensief Archivs in der AdK + Buchvorstellung + Ehrengast: Patti Smith

Aino Laberenz, Herausgeberin des Buches "Ich weiss, ich war's" vor der Berliner Volksbühne (dapd) © dapd

Am 8. Oktober 2012 erschienen posthum und von seiner Frau Aino Laberenz aufgearbeitet Schlingensiefs Skizzen und Gedanken mit dem Titel »Ich weiß, ich war’s«. Sie zeigen deutlich welch einen Ausnahmekünstler Deutschland hat gehen lassen müssen.

Jener Band folgt in seiner Intention Schlingensiefs »So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein«, dem vieldiskutierten Tagebuch seiner Krebserkrankung. Es ging ihm beide Male um das Erinnern als Akt der Selbstreflexion.
Konkret ist die damit angestrebte geistige Säuberung gemeint – Ein Platz-machen-für-Neues, um den Zugang zum Leben immer wieder neu zu finden.

In »Ich weiß, ich war’s« blickt Schlingensiefs auf seine Kindheit, Phasen seiner Entwicklung als Künstler und Unternehmungen, um seine Visionen zu realisieren.

»Hiermit möchte ich Sie recht herzlich bitten, nicht zu meiner Premiere zu kommen, da wir sonst nicht denken können.«
Christoph Schlingensief

Aino Laberenz, Lebensgefährtin Schlingensiefs, wird am Samstag, den 3.November »Ich weiß, ich war’s« in der Akademie der Künste vorstellen. Anlass hierzu ist die Eröffnung des Schlingensief-Archivs, welches dort sein zu Hause finden wird. Christoph Schlingensief stellte einst selbst die Weichen für ein solches »Archiv der Gegenwart«, wie er es nannte, mit der 2000/2001 in der FAZ erschienen Kolumne Intensivstationen. Die Veranstaltung in der AdK ist ebenso überschrieben und mit dem Zusatz »Ein Abend für Christoph Schlingensief« versehen.

logoadk Event: Eröffnung des Schlingensief Archivs in der AdK + Buchvorstellung + Ehrengast: Patti Smith

AdK . Akademie der Künste Berlin

Neben dem Gespräch zwischen Laberenz und dem Verleger Helge Malchow wird der Schauspieler Martin Wuttke Auszüge lesen. Kollegen, Freunde, Wegbegleiter werden zugegen sein und ihre Erinnerungen an den Künstler mit dem Publikum teilen. Als besondere Ehrerweisung hat sich Patti Smith angekündigt, die mit Schlingensief seit 2004 eine intensive Freundschaft verbindet.

Christoph Schlingensief, Aino Laberenz (Hrsg.): Ich weiß, ich war’s, Köln 2012, Kiepenheuer & Witsch, 304 Seiten gebunden.

Intensivstationen
Ein Abend für Christoph Schlingensief
Akademie der Künste
Standort Hanseatenweg
Samstag, 3. November 2012
19.00 Uhr
12 Euro / 7 Euro erm.

Ticketreservierung unter:
+30 20057 1000
tickets@adk.de

Hanseatenweg 10
10557 Berlin
Telefon +49(0)30-200 57-2000
Telefax +49(0)30-200 57-2175

www.adk.de
www.schlingensief.com
www.kiwi-verlag.de

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Buchvorstellung : urbanoSALON#2: DIE GESCHICHTE VON DER GUTEN STADT @ Deutsches Architektur Zentrum DAZ

Was macht eine „gute“ Stadt aus? Dazu gibt es wohl so viele verschiedene Ansätze wir Berlin Bürger zählt. Gerade als BerlinerIn ist die Frage schwer zu beantworten, aber von ungemeiner Virulenz. In keiner anderen deutschen Stadt liegen die Vor- und Nachteile des urbanen Miteinanders so nah beieinander. Und trotz der vielen Kritikpunkte, locken offenbar die Möglichkeiten des Standortes Berlin unzählige Utopisten in die Bundeshauptstadt. Es sind strukturelle, ästhetische und gesellschaftliche Verheißungen, welche Berlin so attraktiv machen. Berlin ist groß, international, gesegnet mit inspirierenden historischen Bauten, die neben architektonischen Innovationen stehen. Hier finden Politiker, Künstler, Musiker, Designer genauso ihr zu Hause, wie die moderne Familie, Studenten und Gesellschaftspessimisten; arm und reich prallt aufeinander, – jeder Kiez ein Mikrokosmos. Welches Versprechen einer „guten“ Stadt gibt Berlin und kann dieses gehalten werden?

Cover Cojocaru 197x300 Buchvorstellung : urbanoSALON#2: DIE GESCHICHTE VON DER GUTEN STADT @ Deutsches Architektur Zentrum DAZ

Mara-Daria Cojocaru : Die Geschichte von der guten Stadt. Politische Philosophie zwischen urbaner Selbstverständigung und Utopie, Bielefeld 2012. 256 S., kart., 29,80 € ISBN 978-3-8376-2021-4 transcript: Reihe Edition Moderne Postmoderne.

Mara-Daria Cojocaru veröffentlichte unlängst Die Geschichte von der guten Stadt. Politische Philosophie zwischen urbaner Selbstverständigung und Utopie. Im Zentrum steht der Stadtbegriff, wobei Cojocaru sich dem Komplex nicht von städtebaulicher Seite aus nähert, sondern, wie der Titel klar macht, die philosophische Dimension der Stadt abtastet. Welche Zuschreibungen haben sich über die Vergangenheit tradiert, denen sich die Bewohner bisweilen unreflektiert fügen? Die Definitionen von Stadt und die daraus bedingten Formen gemeinsamen Lebens bedürfen einer Revision. Cojocaru führt dem Leser den normativen Charakter des Systems Stadt vor Augen und greift dabei auch auf die großen Stadttheorien, als auf die Überlegungen von „gutem“ Zusammenleben, von bspw. Platon, Le Corbusier und dergleichen zurück. Anhand der Analyse soll es möglich sein über ein „gutes“ und zeitgemäßes städtisches Miteinander nach zudenken, welches Raum für die individuelle Entfaltung bereitet (eine ausführliche Rezension finden Sie auf urbanophil.net).

Daz Postcard urbanosalon 354x500 Buchvorstellung : urbanoSALON#2: DIE GESCHICHTE VON DER GUTEN STADT @ Deutsches Architektur Zentrum DAZ

Flyer: urbanoSALON #": DIE GESCHICHTE VON DER GUTEN STADT // Quelle: www.urbanophil.net

Anlässlich der Buchveröffentlichung hat der urbanoSALON für seine 2. Auflage Mara-Daria Cojocaru ins DAZ (Deutsches Architektur Zentrum) geladen, um ihre Publikation vorzustellen und um im Anschluss Positionen und Fragen zu erörtern.

urbanophil ist ein Verein, welcher den Austausch von Fachleuten fördert und die interessierte Öffentlichkeit an der Diskussion über urbane Themen teilhaben lässt. Neben weiteren Projekten organisiert der Verein das Veranstaltungsformat urbanoSALON. Dort werden aktuelle Bücher aus dem urbanophilen Themenbereich vorgestellt und mit Experten und dem Publikum diskutiert.

Zur Person:
Mara-Daria Cojocaru (Jahrgang 1980) studierte Politikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Recht für Sozialwissenschaftler an der LMU München, Magister Artium im Juli 2006. Von Mai 2006 bis Januar 2008 war sie Hilfskraft am Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie von Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, von Januar 2008 bis März 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am selbigen. Cojocaru ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Philosophie der Ludwig-Maximilian-Universität München.

Dissertation: “Zur Normativität der Stadt – Rekonstruktion und Kritik des Zusammenhangs von Politischer Philosophie und der Geschichte von der guten Stadt”

Schwerpunkte:
Politische Philosophie, Theorien der Narrativität, Ästhetik, Pragmatismus
Mara-Daria Cojocaru an der LMU

Mara-Daria Cojocaru: Die Geschichte von der guten Stadt. Politische Philosophie zwischen urbaner Selbstverständigung und Utopie, Bielefeld 2012. 256 S., kart., 29,80 € ISBN 978-3-8376-2021-4 transcript: Reihe Edition Moderne Postmoderne.

URBANOSALON#2: DIE GESCHICHTE VON DER GUTEN STADT
11. Oktober 2012, 20:00 – 21:30

Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Köpenicker Straße 48
10179 Berlin
Deutschland
www.daz.de

urbaonphil:
urbanophil.net – Netzwerk für urbane Kultur e.V.
c/o Verena Pfeiffer-Kloss
Bergmannstraße 18 10961 Berlin
Kontakt: info@urbanophil.net
www.urbanophil.net

Raumansicht 'Der geteilte Himmel. Die Sammlung. 1945-1968. Neue Nationalgalerie' © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Roman März

Event: Vortrag “Materialität des Absoluten. Werkpräsenz und Abstraktion bei Barnett Newman und in der Minimal Art” @ Neue Nationalgalerie am 9.10.2012

Who’s afraid of Red, Yellow and Blue?

… Mindestens zwei Personen scheinen es gewesen zu sein. Denn in den 1980ern wurden auf zwei der vier Variationen der Arbeit von Barnett Newman (1905-1970) vandalistische Anschläge verübt. 1986 stach ein Mann im Amsterdamer Stedelijk Museum auf Version III ein. Jener Akt wie auch die anschließende, laut Kritikern dilettantische Restauration löste eine Kontroverse aus. Ähnliches ereignete sich vier Jahre zuvor in der Berliner Neuen Nationalgalerie, die die IV. Version 1982 erwarb. Der Öffentlichkeit missfiel das Werk als eine bloße Anstreicherarbeit und ein Student fühlte sich gleich dermaßen provoziert, dass er dem Gemälde Schaden zufügte.

Das ist nun schon 30 Jahre her und glücklicherweise blieben die beindruckenden Großformate seither verschont. Was war es / ist es, dass den Betrachter an den reduzierten Farbflächen so rührt? Es ist die Hochzeit von Zurücknahme und Überschwang! Die Bilder bestehen aus geometrischen Farbflächen, wobei das Rot dominant aufgetragen ist. Dünne Streifen von Blau und Gelb durchziehen die rote Oberfläche vertikal und durchbrechen so die Ruhe, die die scheinbar einheitliche Fläche ausstrahlen könnte. Der Betrachter ist überwältigt von der monumentalen Größe der minimalistisch gestaltetet Leinwand. Das Auge ist geflutet von Rot über Rot über Rot, bis eben am Rand des Sichtfelds die Streifen das sublime Empfinden stören. Die vier Varianten teilen sich diese Eigenschaft, aber durch die jeweilige unterschiedliche Setzung der Streifen sind die Größen der Farbflächen und somit auch deren Verhältnis zueinander verändert.

Der geteilte Himmel Presse Raumansicht 11 Event: Vortrag Materialität des Absoluten. Werkpräsenz und Abstraktion bei Barnett Newman und in der Minimal Art @ Neue Nationalgalerie am 9.10.2012

Raumansicht 'Der geteilte Himmel. Die Sammlung. 1945-1968. Neue Nationalgalerie' © Staatliche Museen zu Berlin, Foto: Roman März

Die Spannung die Newman erzeugt, jenes Pendeln zwischen der Erfahrung von reduzierter Farbfeldgestaltung und der überdeutlichen Präsenz der großen Leinwand wird in der Neuen Nationalgalerie heute Abend unter anderem Thema sein. Prof. Dr. Sebastian Egenhofer (Universität Wien) referiert über „Materialität des Absoluten. Werkpräsenz und Abstraktion bei Barnett Newman und in der Minimal Art“ im Zuge der Vortragsreihe „Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne“. Die Reihe, gefördert durch die Ferdinand-Möller Stiftung und in Kooperation mit der TU Berlin nimmt die laufende Ausstellung “Der geteilte Himmel. Die Sammlung. 1945-1968. zum Anlass, in einer Vortragsreihe auf die Kunst nach 1945 zurück zu blicken.

Nachkriegsmoderne ist das übergreifende Thema, welches sich den mannigfaltigen Stilen, Medien und Ausbrüchen die nach 1945 festzustellen sind widmet. Dass diese Umbrüche und Neuorientierungen nicht ohne den Bezug zu gesellschaftlichen Hintergründen zu denken sind scheint die diversen Kunstproduktionen zu einen. Ebenso zeigen uns die vielseitigen Herangehensweisen an die Kunst und die mitunter theoretische Auseinandersetzung mit ihr, dass eine Genre- oder Epocheneinteilung nicht mehr hinreichend ist. Für die Vorträge, die einmal im Monat in der Neuen Nationalgalerie stattfinden sind renommierte WissenschaftlerInnen eingeladen. Sie werden zu ausgewählten Themen die Kunstgeschichtsschreibung zwischen dem Zweiten Weltkrieg und den Veränderungen der 1960er einer Revision unterziehen. (Programm bis Januar 2013)

Prof. Dr. Egenhofer, der den Oktobertermin bestreitet, ist Univ.-Professor für Neueste Kunstgeschichte – Kunst der Gegenwart am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. Er war 2007-2011 Laurenz-Assistenzprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Uni Basel. Egendorfer hat Kunstgeschichte, Philosophie und Neuere deutsche Literatur in Freiburg i.Br. studiert. 1995 M.A. bei Prof. Dr. Thomas Zaunschirm mit einer Arbeit über Barnett Newman (The Sublime Is Now, Koblenz 1996). Von 1996 bis 2005 Arbeit als Autor und Kritiker in Köln; Herausgabe der Kunstzeitschrift paradex (1998). 2005 Promotion im Fach Kunstwissenschaft in Basel bei Prof. Dr. Gottfried Boehm (Abstraktion – Kapitalismus – Subjektivität. Die Wahrheitsfunktion des Werks in der Moderne, ersch. 2006/07 bei Fink).

Schwerpunkte in Forschung und Lehre:
- Amerikanische Kunst der Nachkriegszeit und der sechziger Jahre
- Abstraktion der klassischen Moderne im historisch-politischen Kontext
- Geschichte institutionskritischer Kunst seit Marcel Duchamp
- Polymedialität und Intermedialität in der zeitgenössischen Kunst
- Kunsttheorie der Gegenwart
- Verhältnisbestimmung von Kunst und Politik in der Moderne und Gegenwart

Prof. Dr. Sebastian Egenhofer an der Universität Wien

Nach 1945. Revisionen der Nachkriegsmoderne
Vortragsreihe | Neue Nationalgalerie

jeweils dienstags, 18:15 Uhr
Neue Nationalgalerie
www.smb.museum/nng

Potsdamer Straße 50
10785 Berlin
Eintritt frei.

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Event: Art & Tours mit Bruno Di Lecce und Claudia Olendrowicz / Kartoffeln und Quark

Walk this way – Talk this way!

Art & Tours ist eine Berliner Kulturinitiative der besonderen Sorte. Wie der Name schon vermuten lässt veranstalten die Macher Führungen durch Berlin mit dem Fokus auf Architektur uns die zeitgenössische Kunstszene. Zara Audiello und Stefania Migliorati organisieren Touren, die mitunter abseits ausgetretener Kunstführungen verlaufen.

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Art & Tours Logo // Quelle: artandtours.com

Unter den angebotenen Architektur- und Kunstprogrammen findet sich auch ein Angebot mit dem Titel „Walk with the Artist“. Hierfür wird das Konzept des Autorenspaziergangs angewandt und abgewandelt, denn die eingeladenen Künstler/innen leiten die Teilnehmer nicht nur. Open-Air Workshops, Interviews und die Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum sind Teile des Konzepts.

Was bedeutet leben und arbeiten in Berlin? Welche ästhetischen Erfahrungen prägen das Bild dieser Metropole? Diesen Fragen gehen die Künstler/-innen nach und einjede/-r Interessierte ist eingeladen an den Touren teilzunehmen. Seit dem 21. September läuft die besagte Initiative und wir insgesamt 7 Wochenenden dauern. Die Künstler/-innen und die Termine können im Kalender von Art & Tours nachgelesenen werden – mit einem Unkostenbeitrag von lediglich 15 Euro ist ein Spaziergang (ca. 2 Stunden) gebucht.

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Bruno Di Lecce und Claudia Olendrowicz "Zufall und Notwendigkeit"; Ausstellung in der Galerie Hinten // Quelle. www.galeriehinten.de

Diesen Freitag und Samstag werden Bruno Di Lecce und Claudia Olendrowicz gestalten. „Kartoffeln und Quark“ sei das Motto, unter welchem zum Mittagessen im Atelier der Künstler/-in in Neukölln geladen wird. Ein gemütlicher und original Brandenburgischer Lunch soll es also werden, während dem die Arbeitsstätten erforscht werden können. Aktuelle Projekte und die mitunter schwierigen Standortfaktoren für Kunstschaffende werden thematisiert werden.

Di Lecce konzentriert sich in seiner Forschung auf Raum und Identität. Durch Vermessungen, Installationen, virtuelle Rekonstruktionen und Aktionen mit performativem Charakter, baut er in seiner Arbeit Realitäten, die im Zusammenhang mit geografischen Karten stehen.
Diese dokumentieren den Raum und stellen zur gleichen Zeit die Art dieser Realität an sich in Frage. Die Praxis der Kartierung und des Übergangs, als eine phänomenologische Erfahrung des Lesens und Schreibens in der Landschaft, führt häufig zu Aktionen, die er mit dem Medium des Films und der Performance umsetzt. (Quelle: www.galeriehinten.de)
www.brunodilecce.com

Olendrowicz beschäftigt die Situation eines Gastes und macht sie in ihrer künstlerischen Praxis zur Basis ihrer Arbeiten. Die Möglichkeiten, die alltägliche Phänomene durch die Veränderung der Sichtweise erfahren, können unendlich sein, die Aufmerksamkeit verschiebt sich, alles kann plötzlich interessant sein und Informationen über ein verstecktes Wissen beinhalten. Auf dieses, weisen uns immer die elementaren Kräfte hin. (Quelle: www.galeriehinten.de)
www.claudiaolendrowicz.blogspot.de

LUNCH, PRANZO, MITTAGESSEN – NEUKÖLLN
28-29 September 2012
12.30 Uhr – 14.30 Uhr

Treffpunkt:
Okerstrasse 2, 12049 Berlin
Sprachen:
Freitag, 28 September: Italienisch, Deutsch, Englisch
Samstag, 29 September: Italienisch, Deutsch, Englisch

Art & Tours Berlin
Friedenstrasse 34
10249 Berlin – Deutschland

Info: artandtours@googlemail.com
Skype: artandtours

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Review: Das war die abc 2012! – Was war die abc 2012?

abc – wer, wie was? wieso, weshalb, warum?

Das Jahr 2012 geht zur Neige und es war gespickt mit Kunst-Highlights der Extraklasse. Seien es die 13. documenta und die Art Cologne gewesen, die uns aus der Hauptstadt zogen oder unsere eigenen Events  la Gallery Weekend und Berlin Biennale. Eine weitere Kunst-Extravaganz könnte durchaus Abwehr generieren. Weshalb wurde also nun die Kunstmesse abc veranstaltet und welches Publikum dabei anziehen?

peter rogiers greentitle abc 2012 Review: Das war die abc 2012!   Was war die abc 2012?

Installation View abc 2012 Peter Rogiers Geen Titel, 2012 Aluminum with stainless steel, nuts and bolts 650 x 500 x 500 cm Galerie Thomas Schulte, Berlin Photo credit: Stefan Korte // Quelle: www.artberlincontemporary.com

Mit dementsprechender Skepsis skeptisch und leichtem Überdruss wurden die Hallen am Gleisdreieck dennoch betreten. Glücklicherweise; denn die Schau wartete mit größtenteils spannenden Positionen auf. Wie man weiß, sind die Arbeiten der Künstler nur eines der Elemente einer Kunstmesse. Es geht hierbei vor allen Dingen darum, als Galerie sichtbar zu werden – sprich im besten Falle Käufer zu locken. Das führt mitunter, dass man als Besucher bisweilen unangenehm von den jeweiligen Vertretern umworben wird. Nur nicht zu interessiert schauen, nur nicht zu lange bei einer Arbeit stehen bleiben, um nicht in ein flapsiges Gespräch verwickelt zu werden – so lautet dir traurige Devise. So war auf der abc ein ungerichtetes  Stöbern bzw. Verweilen nur schwerlich möglich. Obschon dieses Wermutstropfens gab es die Möglichkeit Entdeckungen zu machen.

Außerdem, und das muss man im Hinterkopf behalten, handelt es sich bei der abc gerade nicht um eine Ausstellung sondern um eine Messe. Dieser Sachverhalt bedingt wiederum einen äußerst positiven Aspekt. Die Faktoren „zeitgenössische Kunst“ und „Messebau“ bilden im Kopf zwei Pole, die sich mit der jeweiligen Assoziation „non-Konformität“ und „Konformität“ gegenüberstehen. Die vermeintliche Gegensätzlichkeit hat der Designer Manuel Raeder mit seiner temporären Lösung überzeugend überbrückt. Idem Reader auf einförmige, konventionelle Fertigelemente verzichtete und bereits existierende Strukturen wiederverwendete lieferte er eine Konstruktion, die flexibel für die die jeweiligen Künstler anpassbar war und zudem dem Aspekt von Nachhaltigkeit entsprach. Den Austellern war somit eine vielseitige Displaymöglichkeit zur Verfügung gestellt.

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Eine kleine Auswahl der vertretenen Künstler zeigt die Vielseitigkeit der diesjährigen abc (folgen Sie den Links zu den Besprechungen):

Ulf Aminde urban tai chi (Galerie Tanja Wagner, Berlin)

Ignacio Uriarte ASDFGHJKLÖ (Figge von Rosen Galerie, Berlin)

Rosa Barba Space-Length-Thought (Carlier Gebauer, Berlin)

Isabelle Le Minh Listening (Gallery Christophe Galliard, Paris)

Chiharu Shiota Inside – Outside (Galerie Arndt, Berlin)

Viviane Sassen Parasomania (Stevenson, Capetown)

Sofia Hultén History in imaginary time (Konrad Fischer Galerie, Berlin)

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Fazit: Wen kann die abc also ziehen? Vermeintliche Käufer unter Umständen, aber über Veräußerungen spricht man nicht; Interessierte auf jeden Fall. Denn die abc zeigt, aller Kritikpunkte zum Trotz, gebündelt und unangestrengt, was es in den Galerien Berlins für Schätze zu heben gilt.

Dennoch bleibt zu fragen, was die abc bewirkt, welche Stellung sie einnimmt. Klar; sie zeigt uns in multimedialer Vielfalt und in ansprechender Aufbereitung eine illustre Runde, von allerdings schon meist mehr oder weniger bekannten Künstlern. Die Unabhängigen sind  somit aber einmal mehr unterrepräsentiert.

www.artberlincontemporary.com

ABC ORGANISATIONSBÜRO
Marburger Strasse 3, 10789 Berlin

Christiane v. der Osten
Telefon: +49 30 2190 9834
Mail: info@artberlincontemporary.com

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Review: Ignacio Uriarte ASDFGHJKLÖ auf der abc 2012

Ignacio Uriarte (bei Figge von Rosen Galerie) war mit einer Soundinstallation vertreten. Mittig hängt eine gerahmter Print, welcher die Buchstaben ASDFGHJKLÖ trägt. Darunter der Hinweis, ebenso auf dem Plakat, der Verweis auf Mitwirkende. Zu ihnen gehört unter anderem Blixa Bargeld der aus den beiden seitlich angebrachten Lautsprechern tönt.

ignacio uriate asdfghjkloe abc 2012 Review: Ignacio Uriarte ASDFGHJKLÖ auf der abc 2012

Ignacio Uriarte: ASDFGHJKLÖ, 2011. Sound Installation 33:00 minutes Screen print 118,9 x 84,1 cm Ed. 2/5 Installation view at abc 2012 // Quelle: www.figgevonrosen.com

Bargeld spricht die Buchstabenfolge mit variierender Betonung und wechselndem Rhythmus. Die Reihenfolge der Buchstaben ist bedingt durch ihre Anordnung auf einer deutschen (Schreibmaschinen-)Tastatur. Der Grund für diese Anordnung ist dem Betrachter nicht unbedingt bekannt. Bei Erfindung der Schreibmaschine wurden oft benutzte Tasten entfernt voneinander platziert, um eine Verhaken der Typenhebel zu vermeiden. Obwohl diese mechanische Gegebenheit nicht mehr existiert, wurde die Anordnung für PC-Tastaturen übernommen und bleibt eine Überlieferung unserer Arbeitsökonomie.

Bargeld wiederholt die Folge 33 Minuten lang, unterteilt in 28 Kapitel zu je 9 Wiederholungen. Jede von ihnen ist anders. Im Verlauf werden sie intensiver und spezieller rezitiert, die Lautstärke nimmt zu und ab, bis man sich zum Ende hin wieder einer ‚normalen‘ Lesung annähert. Es ergibt sich ein rhythmischer Fluss, der das Gefühl einer Narration aufkommen lässt. Erzählt wird von der täglichen Arbeitsroutine, stilisiert durch das ständige Wiederholen der mittigen Tastaturzeile.

www.ignaciouriate.com
www.figgevonrosen.com

Figge von Rosen Galerie Berlin
Potsdamer Str. 98
10785 Berlin

Telelefon: +49 30 2639 2971
Fax: +49 30 2639 2972
Mail: berlin@figgevonrosen.com

Mi – Fr: 13:00 – 18:00
Sa: 12:00 – 18:00

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Review: Sofia Hultén History in imaginary time auf der abc 2012

Sofia Hultén bei Konrad Fischer Galerie

Ebenfalls im Seitengang von Halle 1 zeigt die Konrad Fischer Galerie eine raumgreifende Installation der schwedischen Künstlerin Sofia Hultén. History in imaginary time (2012) besteht aus fünf freistehenden rechtwinkligen Metallgitterelementen in grün und grau an denen verschiedene Alltagsgegenstände in verschiedenen Zuständen von Verfall und Abgewetztheit befestigt sind. So hängen grau und grün eingefärbte Kapuzenpullover an verschiedenen Positionen an den Gittern und wirken als hätte sie jemand achtlos nur für einen Moment über einen Maschendrahtzaun geworfen, um sie dann zu vergessen.

Nur auf den ersten Blick wirkt die Installation unscheinbar. Bei näherer Beschäftigung betritt man zwischen den Zaunelementen einen durchkonzipierten, assoziativen Raum, der gerade durch die schlichte Trostlosigkeit seiner Bildsprache zur Reflektion anregt. Gleichzeitig nimmt die Installation das Industrieflair der Station-Hallen auf und fügt sich fast nahtlos in die diesjährige Ausstellungsarchitektur der abc ein, in der Metallgitter und offene Holzgerüstkonstruktionen dominieren, die an Dachstühle und Baugerüste angelehnt zu sein scheinen.

(Martina John)

www.sofiahulten.de
www.konradfischergalerie.de

Konrad Fischer Galerie Berlin
Lindenstr. 35
10969 erlin

Mail: berlin-office@konradfischergalerie.de
Telefon: +49 30 505 968 20
Fax: +49 30 505 968 21

Di – Sa: 11:00-18:00

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