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Schwarz-Weiß-Denken – Ellsworth Kelly im Haus der Kunst

Abstrakte Kunst, wie sie Ellsworth Kelly auf hohem Niveau beherrscht, entwickelt sich grundsätzlich indem konkrete Dinge Stück für Stück bis zur Unkenntlichkeit abstrahiert werden. So wird der Besucher zu Beginn der Ausstellung auch darauf hingewiesen, dass Fotografien von alltäglichen Szenarien, wie Häuserdächer, Fenster oder Landschaftszüge, als Inspirationsquelle für die schwarz-weißen überdimensionalen Arbeiten dienen.

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Ellsworth Kelly, „Broken Window, Paris 1978“; Silver gelatin print, 11 x 14 inches (27.9 x 35.6 cm); Collection of the artist, Photo © the artist

Nimmt man jedoch an, die Arbeiten zeigten lediglich die Abstraktion dieser Aufnahmen, so irrt man. Die Gabe Kellys besteht vielmehr darin, das Abstrakte in unserer konkreten Welt zu erkennen und abzubilden. Seine Schwarz-Weiß-Fotos sind an sich schon das Kunstwerk selbst. Doch Kelly schafft es, diese auf die nächste Abstraktionsebene zu transportieren, indem er Gesichtspunkte wie Schatten, Dreidimensionalität und Raumbezogenheit mithilfe von schwarzen und weißen Elementen in seinen Werken umsetzt.

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Ellsworth Kelly, „White Curve, 1974“; Painted aluminum, 63 3/4 x 202 x 4 1/8 inches (161,9 x 513,1 x 10,5 cm); Tate, London, purchase © Ellsworth Kelly

Erstaunlicherweise ist das Duett von Schwarz und Weiß auch in Werken vorhanden, die eigentlich ausschließlich aus weißem Material bestehen. So beispielsweise „White Plaque. Bridge Arch and Reflection, 2011“, in dem er drei Ansichten einer Flussbrücke geometrisch vereint. Bestehend aus drei ganz und gar weißen Aluminiumstücken vermisst man zwar zunächst die schwarze Komponente. Bei genauerem Hinschauen ist das Schwarze jedoch unausweichlich in dem Bild, das sich uns zeigt, verankert. Der Künstler nutzt den Schatten und führt uns somit vor Augen, dass Weiß niemals ohne Schwarz oder andersherum existieren kann.

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Ellsworth Kelly, „Black Ripe, 1955“; Oil on canvas, 63 1/4 x 59 3/8 inches (160.7 x 150.8 cm); Collection of Harry W. and Mary Margaret Anderson © Ellsworth Kelly

Im Grunde ist uns diese Urvorstellung vom Kampf zwischen Gut und Böse seit jeher durch Märchen und Erzählungen vertraut. Diesen Kampf illustriert unter anderem „Black Ripe, 1955“. Hier geht es darum, inwiefern sich die eine Farbe in der Form des Bildes ausdehnt. Egal wie sehr sie dem Rand zustrebt, es bleibt immer ein Rest der anderen. Im weiteren Verlauf seines Schaffens durchbrach Ellsworth Kelly die Zweidimensionalität der Leinwand und brach damit das statische Gefüge des Bildes auf. Dadurch können wie bei „White over black, 1963“ Schwarz und Weiß parallel zueinander bestehen und sind nicht mehr an ein gegenseitiges Plus und Minus gebunden.

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Ellsworth Kelly, „White over Black, 1963“; Painted aluminum, 72 x 76 x 8 inches (182.9 x 193.0 x 20.3 cm); Daros Collection, Switzerland © Ellsworth Kelly
Noch weiter treibt Kelly dieses Zusammenspiel indem er seine Arbeitsweise architektonisch umsetzt. Das soll nicht bedeuten, dass er schwarz-weiße Häuser baut, sondern gezielt mit dem Raum arbeitet. Zum einen erzeugt er mithilfe des Schattens nun auch Dreidimensionalität, obwohl es sich bei „White Ring, 1963“ um eine runde weiße zweidimensionale Fläche mit Loch in der Mitte handelt, die zudem vor einer weißen Wand platziert wurde. Zum anderen integriert er das rein schwarze maßangefertigte Objekt „Black Curve, 2011„ in einen der Ausstellungsräume. Damit teilt der Künstler den Raum selbst in schwarz und weiß und verändert unsere Wahrnehmung. Es entsteht im wahrsten Sinne des Wortes ein Schwarz-Weiß-Denken.
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Ellsworth Kelly. Schwarz und Weiß; nstallationsansicht Haus der Kunst, 2011; Foto: Wilfried Petzi

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Skulpturale Auseinandersetzung im Haus der Kunst

Ziel der Ausstellung „Skulpturales Handeln“ im Haus der Kunst ist es, die Gegensätzlichkeit der statischen und unveränderlichen Skulptur und dem auf stetig andauernder Veränderung beruhenden Handeln aufzuheben. Erreicht wird dies zum einen durch die Einbeziehung des Besuchers in den Schaffensprozess der ausgestellten Arbeiten. Michael Beutler beispielsweise stellt die Produktion seines Kunstwerks „Garden“ in den Mittelpunkt. Er mystifiziert den überdimensionalen Herstellungsprozess der Papiergitter, die eineinhalb Räume sowie die Aufmerksamkeit des Betrachters sofort einnehmen, nicht. Vielmehr zeigt er die von ihm erfundene Maschine, welche die viereckige Form der Fußbodenplatten des Haus der Kunst durch Leim und Pressverfahren ins Skulpturale überträgt.

HDK Skulpturales Handeln Beutler 2 Petzi 1024x682 Skulpturale Auseinandersetzung im Haus der Kunst“Garden”, Installation von Michael Beutler
Foto: Wilfried Petzi, 2011
Hier offenbart also die Begehung der Installation die Art der Herstellung.  Bei den Zement-Gips-Skulpturen Kimberly Sextons lässt ein Blick in deren fiktiven Innenraum die Produktionsweise erahnen. Die aus vier, im Quadrat aufgestellten, weißen Stehlen bestehenden Arbeiten haben nach außen hin ein glatte leicht poröse Oberfläche, die lediglich darauf hinweist, dass das flüssige Material in eine eckige Form gegossen und hierin getrocknet wurde. Im Inneren erkennt man, wie die Künstlerin die Substanz verteilt hat, wie sie regelrecht damit malte. Hierdurch verleiht sie der unbeweglichen schnell trocknenden Masse eine Leichtigkeit und Fragilität.
HDK Kimberly Sexton 5 Skulpturale Auseinandersetzung im Haus der Kunst
Kimberly Sexton, Column 4
(Still Projecting), 2011 (Hydrocal White Gipszement, Hydrocal White Gypsum Cement Vierteilig/ four parts, Maße variabel / dimensions variable von / from ca. 107 x 20 x 20cm bis / to ca. 180 x 45 x 45cm)
Foto: Wilfried Petzi
Lebendigkeit entsteht zusätzlich durch Bedeutung und Detail der zunächst grob und unschön anmutenden Skulpturen. So spielt die Hängeinstallation „Alexandria“ von Alexandra Birken mit der Doppeldeutigkeit der verarbeiteten Seile, Haare und Haushaltsgeräte. Titel sowie Verarbeitungsweise und Materialwahl weisen auf Klischees männlicher und weiblicher Rollenverteilung, deren emotionalen Folgen und gesellschaftlichen Entwicklung hin.
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Haus der Kunst, Skulpturales Handeln
Phyllida Barlow, untitled: stage, 2011
Foto: Wilfried Petzi, 2011
Neben Birken und Sexton hat auch Phyllida Barlow bewusst alltägliche Fundstücke und unedle Baumaterialen wie Beton, Holzstreben oder Styropor verarbeitet. Begrüßt wird der Besucher von ihrer raumfüllenden Arbeit „untitled: Stage, 2011“. Diagonal ragt das Gestell aus Holzstreben, welche in Höhe von zwei Dritteln pinke Styroporplatten durchbohren, von der unteren Kante des ersten fast bis zur Deckes des  zweiten Raumes. Mit ein bisschen Phantasie fühlt man sich an einen Wald mit unbelaubten Bäumen und einem dichten kaum durchlässigen Wurzelwerk unter einem pinkfarbenen Boden erinnert. Dadurch, dass man sich unter die Arbeit begeben kann, fühlt man sich wie in einer Höhle, in der man Schutz suchen kann. Die Befriedigung dieses Grundbedürfnisses des Menschen weckt in uns ein Gefühl des Wohlbefindens, abgekoppelt von Raum, Zeit oder Materialität. Nach der Durchquerung der Installation vollzieht sich ein Perspektivwechsel, der Barlow so wichtig ist und weshalb sie ihre Arbeiten meist extra für den Ausstellungsort entwirft. So auch für das Haus der Kunst oder unter anderem für den Kunstverein Nürnberg Ende letzten Jahres (vgl. hierzu unseren Post vom 01.03.2011: http://www.gallerytalk.net/2011/03/phyllida-barlow-im-kunstverein-nurnberg.html).
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Haus der Kunst, Skulpturales Handeln
Phyllida Barlow, untitled: stage, 2011
Foto: Wilfried Petzi, 2011
Die Ausstellung zeigt, wie weit das Möglichkeitsspektrum von skulpturaler Auseinandersetzung sein kann. Nicht nur im Bereich der Herstellungweise, sondern besonderes in Hinsicht auf Assoziationen und Bedeutung. Gerade der Fokus der auf den Einbeziehung der Besucher in die Verarbeitungsweise gesetzt wurde, erleichtert es, die doch sehr abstrakten und auf den ersten Blick unverständlichen Skulpturen zugänglich zu machen.

Winterausstellung des Kunstvereins Erlangen e.V. im Kunstpalais

Bild0 Winterausstellung des Kunstvereins Erlangen e.V. im Kunstpalais

Wer schon immer mal wissen wollte, was Erlangen neben der
Universität und den Brauerein zu bieten hat, der sollte unbedingt beim
Kunstpalais vorbeischauen. Bis zum 22. Dezember stellt dort der Erlanger
Kunstverein e.V. eine Vielzahl von Kunstobjekten aus. 75 Künstler und
Künstelrinnen bereichen die Ausstellungen mit insgesamt 128 Werken, die vom
Selbstportrait bis hin zur Skulptur reichen. Von der Aquatinta – Radierung bis
zur Mooreiche ist in der Technik und der Materialwahl ebenfalls alles vertreten.
Somit kann sich jeder nach seinem Besuch sicher sein einen bunten Querschnitt
durch Erlangens Kunstszene erhalten zu haben. Einer der Highlights sind die Acryl-
und Ölgemälde der Künstlerin Carla Roth (geb. 1944). Ihr kleinformatiges
Stillleben „Perlmuttfalter“ (2011) und ihr Werk „Spiegel des Lebens
(2009) ermöglichen einen Einblick in das Œuvre der Künstlerin, deren Bilder
voller Rätsel und geheimen Symbolen sind, die gelöst werden wollen.
Neben diesen beiden Gemälden
sollte man sich unbedingt noch die Werke von Rohland Opfermann (Ich gehe in
den Kunstverein
(2011)), Wicky Reindl (Das Jüngste Gericht (2011)).
Tommy Petzhold (Pfeilgewitter (2011)) und von Barbara Mechler [o. T.
(2011)] anschauen. 



Kristina Junker

Homage to Marcel Duchamp Aura

Susan Hiller. From Here to Eternity. Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg

Wer glaubt den Namen Susan Hiller schon mal gehört zu haben, wird sich vermutlich an die Ausstellungen „This Land is my Land“ und „Romantischer Konzeptualismus“ in der Kunsthalle erinnern, bei der sie sich mit einigen ihrer Kunstobjekten beteiligt hatte. Dieses Jahr zeigt die Nürnberger Kunsthalle ab dem 9. Dezember die bisher größte Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Bis zum 19. Februar sind verschiedenste Ausstellungsstücke zu besichtigen, für die die Künstlerin eine Vielzahl von Medien wie Zeichnung, Film und Fotografie, Audio- und Videoinstallationen einsetzt.

Homage to Marcel Duchamp Aura e1326182340102 1017x1024 Susan Hiller. From Here to Eternity. Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg
Homage to Yves Klein. Levitation
(Child)
, 2011
Archivfester
chromogener SW-Abzug auf Dibond
Quelle: http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/kukuq/fotos/Susan_Hiller/05_Hiller.jpg
Die aus Amerika stammende Susan Hiller, die seit den frühen 70ern in London lebt, entführt die Betrachter mit ihren Werken in eine Art Traumwelt, die aus surrealen und magischen Elementen zu bestehen scheint. Den Besucher erwarten einige der eindruckvollsten Bildwerke aus den Jahren 1987 bis 2011, darunter fallen auch die „Hommage-Serien“. So zeigt „Homage to Marcel Duchamp“(2008) eine Reihe ausgewählter Photographien des Künstlers, die Hiller in einem Mix aus Licht und Farbe weiterentwickelt und dem Kunstwerk ermöglicht, sich zu entfalten. Im Mittelpunk steht zwar der Mensch, doch erscheint dieser nicht in seinem fleischlichen, dreidimensionalen Gewand. Er verblasst und verliert seine Kontur, sodass er nur noch als Erinnerung wie ein Geist fortzuleben scheint. Weitere Werke sind Secrets of Sunset Beach (1987) oder Homage to Yves Klein. Levitation (2011).
Homage+to+Yves+Klein Susan Hiller. From Here to Eternity. Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg
The Secrets of
Sunset Beach, 1987
10 handgedruckte Fotografien von Diavorlagen, jedes 56.5 x 46.5 cm
Quelle: http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/kukuq/fotos/Susan_Hiller/11_Hiller.jpg
Ein zweisprachiger, zur Ausstellung erscheinender Katalog ergänzt das Programm.
Am 14. Dezember und 15. Februar findet jeweils um 18 Uhr eine Kuratorenführung (Ellen Seifermann) statt. „Kunst in Kürze“ rundet die Ausstellung mit kunsthistorischen Vorträgen, wie  am 13. Dezember, 12.30 Uhr „Laterna Magica, Träume und Labyrinthe“ oder am 17. Januar, 12.30 Uhr „Auras und Levitationen – Überlagerungen zwischen dem Digitalen, dem Realen, der Kunst und dem Übernatürlichen“ ab.
Kristina Junker
The+Secrets+of+Sunset+Beach Susan Hiller. From Here to Eternity. Einzelausstellung in der Kunsthalle Nürnberg
Homage to Marcel
Duchamp: Aura (Green Girl), 2011
Archivfester chromogener Farbabzug von digitaler Vorlage auf Dibond
Quelle:http://www.kubiss.de/kultur/info/kuf/kukuq/fotos/Susan_Hiller/03_Hiller.jpg

Doppelausstellung Dan Reeder im Neuen Museum Nürnberg und Zumikon

Heute Abend eröffnen gleich zwei Ausstellungen, die sich mit dem Werk des gebürtigen Kaliforniers Dan Reeder (geb. 1954) beschäftigen.
Um 18:00 Uhr beginnt im Neuen Museum Nürnberg die Präsentation “Dan Reeder. Self portrait ohne Führerschein”, die bis zum 01. April 2012 gezeigt wird.
Zwei Stunden später, um 20:00 Uhr, eröffnet im Zumikon (Großweidenmühlstraße 21) die Ausstellung “Dan Reeder. I used to be lucid”, die bis zum 18. Februar 2012 besucht werden kann.

Der seit Ende der 80er Jahre in Nürnberg lebende bildende Künstler und Musiker hat im Laufe seiner Karriere ein Oeuvre von ca. 1000 Gemälden, Aquarellen, Plakaten, Zeichnungen und Drucken geschaffen, die das Institut für Moderne Kunst Nürnberg in einer Auswahl im Zumikon der Öffentlichkeit präsentiert.
Im Zuge der Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst Nürnberg die Publikation “Dan Reeder. Art pussies fear this book”, in der sich Thomas Heyden und Karl Bruckmaier mit Reeders künstlerischen Werk auseinander setzen.

Wer Dan Reeder als Musiker erleben will, bekommt am 19. Januar 2012 im Neuen Museum um 19:00 Uhr die perfekte Gelegenheit, wenn der Künstler und Peggy Reeder zusammen ein Konzert geben.

Dan Reeder: http://danreeder.com/post/315584447/artwork

Neues Museum Nürnberg: http://www.nmn.de/?pruid=4985&no_cache=1

Institut für moderne Kunst Nürnberg: http://www.moderne-kunst.org/ausstellungen/aktuell-zumikon/aktuell/article/vorschau-dan-reeder.html

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Jour Fixe mit Santiago Sierra in der AdbK München

gardner03 30 05 2 Jour Fixe mit Santiago Sierra in der AdbK MünchenSantiago Sierra, 250cm-Linie, auf 6 bezahlte Leute tätowiert, Dezember 1999, Espacio Aglutinator, Havana, Schwarz-Weiß-Fotografie, Courtesy Galerie Peter Klichmann, Zürich
Quelle: http://www.artnet.de/magazine/interview-mit-santiago-sierra/images/2/

Nach dem erfolgreichen Jour Fixe mit Mona Hatoum (s. Post vom 16.11.2011) haben Susi Gelb und ihre Crew diesmal Santiago Sierra zu ihrer Vortragsreihe eingeladen. Der Künstler wird heute, 7. Dezember 2011 um 19.30 Uhr in der Historischen Aula der Kunstakademie München über sein künstlerisches Schaffen sprechen. –> zum Facebook-Event

“Santiago Sierra (*1966 in Spanien) ist einer der radikalsten zeitgenössischen Künstler. Seine Kunst ist kompromisslos und direkt.
2005 füllt er die Ausstellungsräume der Kestnergesellschaft in Hannover mit Schlamm und 2006 die 245 m³ Innenraum der Synagoge in Stommeln mit Autoabgasen. Mit seiner Intervention auf der Biennale in Venedig 2003 konterkariert er die nach Nationalitäten ausgerichtete Kunstschau, indem er nur Besuchern mit spanischem Pass Eintritt in den leeren Spanischen Pavillon gewährt.
Santiago Sierra bildet Wirklichkeit nicht ab, sondern er wendet sie an. So fußen seine Projekte meist auf ökonomischen und politischen Regeln des kapitalistischen Wirtschaftssystems und enthalten stets exakte Stundenzeiten, Maßangaben und Löhne sowie sachliche Arbeitsanweisungen: „8 gegen Bezahlung in Kartons ausharrende Personen“ (1999), „24 im Laufe eines Tages von bezahlten Arbeitskräften ständig hin und hergeschaffte Zementblöcke“ (1999) oder „10 Personen, die dafür bezahlt wurden, zu masturbieren“(2000). 1999 lässt er 6 arbeitslosen Männern in Mexico City gegen Bezahlung eine 250 cm lange Linie quer über ihre Rücken tätowieren. Seine radikalen Aktionen stellen das weltweite System ökonomischer Abhängigkeiten und Ausbeutungen bloß.”

Quelle: https://www.facebook.com/events/163118213786304/

gardner03 30 05 5 Jour Fixe mit Santiago Sierra in der AdbK München
Santiago Sierra, Haus im Schlamm, 2005, Schwarz-Weiß-Fotografie, Installation in der Kestnergesellschaft Hannover
Quelle: http://www.artnet.de/magazine/interview-mit-santiago-sierra/images/5/


Vortrag im Neuen Museum – Prof. Claus-Christian Carbon: Gefallen und Wertschätzung für Design und Kunst. Flexibel und adaptiv.

Am Mittwoch, den 07.12.2011 um 19:00 Uhr, liest Prof. Claus-Christian Carbon vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre der Universität Bamberg im Auditorium des Neuen Museums Nürnberg zum Thema “Gefallen und Wertschätzung für Design und Kunst. Flexibel und adaptiv”.

Mannigfaltige Forschungen in den letzten Jahren im Bereich der psychologischen Ästhetik, wie Untersuchungen zum ästhetischen Genuss bei der Betrachtung von Kunstwerken, haben diesen Forschungszweig innerhalb der Kognitionswissenschaften stärker in den Vordergrund gerückt.

Dass sich Geschmack und Wertschätzung von Kunst- und Designobjekten im Laufe der Zeit ändern kann, ist sicherlich schon jedem aufgefallen. Dass einige Objekte als schön und angenehm wahrgenommen wurden, nachdem sie zu Beginn der Betrachtung genau gegenteilige Gefühle auslösten, weiß jeder aus eigenen Museumsbesuchen.
Prof. Carbon referiert über den persönlichen Geschmack von Menschen, der sich im Laufe der Zeit und bedingt durch Zeitgeist-Effekte stark verändern kann. Laborexperimente und Feldstudien konnte zeigten, dass man Geschmack und Wertschätzung symstematisch verändern und über mehrere Personen hinweg synchronisieren kann.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Studien werden von Prof. Cabron in einem Modell verwertet, dass die Aneignung und Veränderung von Geschmacks- und Wertschätzungsdimensionen veranschaulichen soll.

Alexander Racz

Link: http://www.nmn.de/?pruid=4630&no_cache=1

Jahresgaben 2011/12 im Kunstverein Nürnberg

Ab heute präsentiert der Kunstverein Nürnberg seine Jahresgaben der Öffentlichkeit.

Die Werke wurden von Michael Hakimi, Eunhye Hwang, Ane Mette Hol, Eva Kotatkova, Eva Raschpichler, Gerda Scheepers und Norbert Witzgall geschaffen und stehen exklusiv den Mitgliedern des Kunstvereins zum Verkauf bereit.

Dies sollte jedoch nicht davor abschrecken sich die Arbeiten, auch ohne Mitgliedschaft, anzusehen, wofür die Eröffnungsfeier heute Abend um 20:00 Uhr die ideale Gelegenheit bietet!

Die Jahresgaben sind ab dem 6. Dezember 2012 auch auf der Website des Kunstverein Nürnberg als Abbildungen zu sehen. Außerdem begleitet ein Heft die Ausstellung.

Alexander Racz

Link: http://www.kunstverein-nbg.de

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Irving Penn bei Bernheimer Fine Arts Photography

Bernheimer Fine Arts Photography zeigt vom 02. Dezember 2011 bis zum 28. Januar 2012 in der Ausstellung “ETHNOS” Werke des bekannten Mode-, Portrait- und Stillebenfotografen Irving Penn.
Die ausgestellten Fotografien lassen uns teilhaben an der vielfältigen Kultur indigener Völker. Anstatt dokumentarisch das Leben dieser Menschen festzuhalten, war Penn der Fokus auf deren ästhetische Einzigartigkeit wichtig. Vor neutralem Hintergrund inszeniert, verleiht er den Portraitieren Würde und Eleganz. Zur Ausstellung erscheint eine gleichnamige Publikation. Sehr sehenswert!
Irving Penn, Cuzco Children, 1948, The Irving Penn Foundation
Quelle: http://www.bernheimer.com/Cuzco-Children-1948-DesktopDefault.aspx?tabid=6&tabindex=5&objectid=382320

Michael Wesely und Stefan Schessl bei Nusser&Baumgart in München

 wese 11 blumen B4352 Michael Wesely und Stefan Schessl bei Nusser&Baumgart in München

Michael Wesely, “Stilleben (25.1. – 1.2. 2011)”, C-Print, auf Aluminium, Glas, gerahmt, 155 x 180 cm, Unikat, courtesy Nusser & Baumgart, München © Michael Wesely / VG Bild-Kunst, Bonn 2011


Als Fan des Fotografen Michael Wesely freue ich mich besonders, dass er pünktlich zum Dezemberanfang erneut bei Nusser&Baumgart zu sehen sein wird. Zu seiner Ausstellung “Time Works” entstand im Juli 2010 eine der ersten Reviews auf gallerytalk.net. Diesmal wird er im Dialog zu Stefan Wessl gezeigt. Ich bin gespannt, ob sich diese ungewöhnliche Kombination von Malerei und Fotografie als gelungen herausstellt. Die Ausstellung wird am 01. Dezember 2011 um 19h eröffnet und noch bis zum 28.01.2012 zu sehen sein.

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Stefan Schessl, “ohne Titel” (OTE), 2009, Acryl auf Holz, 130 x 200 cm (oval), courtesy Nusser & Baumgart, München, Foto: Walter Bayer, München