7 Tage für 250 Jahre
Die HFBK feiert Jubiläum

17. Juli 2017 • Text von

Das Gebäude der HFBK am Lerchenfeld hat immer etwas Verwirrendes: Endlose Flure, in denen bei jedem Besuch andere rätselhafte Gegenstände und Objekte herumstehen, in denen gebaut und gewerkelt wird. Und auch die Organisation gehorcht hier anderen Regeln als an gewöhnlicheren Orten. Der Hochschule haftet immer etwas Unfertiges an, alles befindet sich im kreativen Fluss.

Performance von Fion Pellacini, Master-Absolvent bei Andreas Slominski (Bildhauerei). Foto: Imke Sommer

Ein zufälliger Besucher würde niemals vermuten, es mit einer äußerst altehrwürdigen Institution zu tun zu haben. Tatsächlich feiert die Hochschule für bildende Künste in diesem Jahr ihr 250-jähriges Bestehen. Die Schule wurde bereits 1767 von der „Patriotischen Gesellschaft“ als Gewerbeschule gegründet, mit dem Ziel der „Verbesserung der Zeichenkunst“. Heute steht sie für viel mehr als Gewerbe und Zeichnung. Mit namhaften Absolventen, Absolventinnen und Lehrenden wie Martin Kippenberger, Sigmar Polke, Hanne Darboven, Daniel Richter, Dieter Rams, Jonathan Meese, Rebecca Horn, Fatih Akin oder auch John Bock und Marina Abramović ist die HFBK längst in die obere Liga der Kunsthochschulen aufgestiegen. In den Tagen vom 11. bis 16. Juli wurde deshalb gefeiert: mit Veranstaltungen, einem Symposium, Senatsempfang und selbstredend dem künstlerischen Nachwuchs in Form der alljährlichen Absolventenausstellung.

Wim Wenders und Laurie Anderson Foto: Imke Sommer

Den Auftakt des Spektakels machten die Wissenschaft – und zugleich zwei Abschiede. Die beiden Professoren Wim Wenders und Michael Diers verlassen die Hochschule. Während im Foyer noch Studenten eifrig an der Fertigstellung ihrer Arbeiten für die Absolventenausstellung bastelten, wurden die beiden prominenten Dozenten in einem hochkarätig besetzten Symposium geehrt. Zusammen mit der Künstlerin Laurie Anderson standen sie Hans Ulrich Obrist im übervollen Veranstaltungssaal Rede und Antwort. Studenten und Gäste standen zum Teil stundenlang, um zu hören, wie Wim Wenders etwa das Filmemachen beschreibt: „So ein Film ist nicht unbedingt etwas, das man sich ausdenkt. Das ist etwas, das mich findet.“

Die interaktive Installation der beiden Bühnenraum-Studentinnen Lea Burkhalter und Marlene Lockemann wurde mit dem Karl H. Ditze-Preis ausgezeichnet. Foto: Imke Sommer für HFBK Hamburg

Eine Kunsthochschule macht ohne den künstlerischen Nachwuchs wenig Sinn, und Abschiede wären traurig ohne Neuanfänge. Daher fand in dieser Woche auch die Absolventenausstellung statt. Rund 130 Abschlussarbeiten aus den Studienschwerpunkten Bildhauerei, Bühnenraum, Design, Film, Grafik, Fotografie sowie Malerei und zeitbezogene Medien zeigen, dass die Hochschule auch nach so vielen Jahren nicht an Vitalität verloren hat.

 

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