Hamburger Kunstgriff
25.10. – 31.10.18

25. Oktober 2018 • Text von

Es ist wieder so weit:  Jahreszeitlich bedingt gibt es Kunst und Laub im Überfluss. Die Bandbreite ist dabei riesig. Evelyn Drewes schickt ungewöhnliche Teckniken ins Rennen, im Westwerk ist eine Vielgereiste am Start, der Kunstverein spürt Klassenverhältnissen nach und bei Nanna Preußner besticht monochrome Kunst.

Arno Beck: Untitled 1, Schreibmaschinenzeichnung auf Japan Papier, 2018

Arno Beck benutzt ein Zeichengerät, dass längst aus der Zeit gefallen ist. Mit der Hilfe einer Schreibmaschine wird er zum Grenzgänger zwischen Malerei und Typografie, analog und digital, klassischer Landschaft und Gameboygrafik. Parallel dazu schichtet Lev Khesin in der Galerie Evelyn Drewes Pigmente und halbtransparentes Silikon übereinander. Was zunächst technisch klingt, entwickelt auf seinen Großformaten ein faszinierendes Spiel mit Licht, Farbe und Textur.

WANN: Die Eröffnung ist am Freitag, den 26. Oktober, ab 18 Uhr. Zur Ausstellung von Lev Khesin erscheint ein Katalog.
WO: Evelyn Drewes Galerie, Burchardstraße 14, 20095 Hamburg.

Dorothea Heinrich

Im Westwerk präsentiert Dorothea Heinrich Fotografien, die auf ihren Reisen in die Mongolei entstanden sind. Bei solchen Touren sucht sie stets den Rat von Biologen, Rangern, Förstern, Jägern, Falknern und anderen Fachleuten. Heinrich begibt sich in unterschiedlichste Situationen, in Natur und Wildnis, hat sich wie eine Ethnografin zu Punks, Gauchos in Argentinien und zu den Nomaden des Altai begeben. Immer schaut sie genau hin und sammelt ihre Motive wie Fundstücke.

WANN: Eröffnung wird am Freitag, den 26. Oktober, ab 19 Uhr gefeiert.
WO: Westwerk e. V., Admiralitätstr. 74, 20459 Hamburg

Monica Bonvicini: 62 Tons of Guilt, 2018, 1 + 1AP, Courtesy of the artist and König Galerie

„Klassenverhältnisse – Phantoms of Perception“, was ein wenig wie der Titel eines politischen Workshops aus den 1960er Jahren klingt, ist aber die top aktuelle Ausstellung im Hamburger Kunstverein. Dahinter steht die Idee, dass Klassenzugehörigkeit, Macht und soziale Unterschiede heute zwar seltener formuliert werden, phantomhaft aber stets präsent sind. In der Gruppenausstellung sind künstlerische Positionen versammelt, die auf Phänomene schauen, die zwar außerhalb des bewussten Sichtfeldes liegen, aber trotzdem die Wahrnehmung der Gesellschaftsordnung bestimmen. Das Ganze ist hochkarätig besetzt, mit dabei sind unter anderem Monica Bovincini, Harun Farocki, Thomas Hirschhorn, Sigmar Polke und Tobias Zielony.

WANN: Los geht’s am Freitag, den 26. Oktober um 19 Uhr. Zuvor findet aber schon um 17 Uhr ein Panel mit Didier Eribon, Hanna Klimpe und Benjamin Fellmann statt.
WO: Kunstverein in Hamburg, Klosterwall 23, 20095 Hamburg.

Lars Strandh: o.T., 2017

Auch bei Nanna Preußners treffen zwei Künstler aufeinander. Arbeiten des New Yorker Künstlers Joe Barnes stehen denen des Schweden Lars Strandh gegenüber. Beide erforschen auf ihre Art die Möglichkeiten des Monochromen. Dabei arbeiten beide mit subtilen Farbeindrücken: Lars Strandh stapelt horizontale Linien aufeinander, die nur fast gleichfarbig sind. Aus der Ferne wirken sie monochrom, aber von Nahem beginnen die verschiedenen Töne und Oberflächen zu oszillieren. Joe Barnes hingegen legt lasierende Farbschichten übereinander, die das Licht fangen und stets anders reflektieren.

WANN: Eröffnet wird am Freitag, den 26. Oktober, 18 – 21 Uhr.
WO: Galeriehaus Hamburg, Klosterwall 13, 20095 Hamburg.

 

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