München

Vortrag im Haus der Kunst: „Rudolf Belling – Ästhetische und ideologische Kämpfe“ von Burcu Dogramaci und Gürsoy Dogtas

Belling1 630 Vortrag im Haus der Kunst: „Rudolf Belling – Ästhetische und ideologische Kämpfe“ von Burcu Dogramaci und Gürsoy Dogtas

Rudolf Belling: Der Boxer Max Schmeling, Staatliche Museen zu Berlin / Nationalgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2012, ausgestellt: Haus der Deutschen Kunst / Große Deutsche Kunstausstellung 1937 (Quelle: Haus der Kunst)

Wer mal wieder zwischen all den Ausstellungen und Vernissages interessiert ist an Kunstwissenschaft bzw. Kunstgeschichte und bereits überzeugt wurde von der derzeitigen Ausstellung “Geschichten im Konflikt: Das Haus der Kunst und der ideologische Gebrauch von Kunst 1933-55″ insbesondere mit dem Künstler Rudolf Belling, sollte hierzu auch unbedingt dem entsprechenden Vortrag am Dienstagabend lauschen. Die Professorin für Kunstgeschichte Prof. Dr. Burcu Dogramaci der LMU München sowie der Künstler, Kurator und Herausgeber des ArtistZine “Matt Magazine” Gürsoy Dogtas behandeln hierbei die ästhetischen und ideologischen Kämpfe im Werk Rudolf Bellings. Dessen Arbeiten wurden 1937 parallel in den zwei Münchner Propagandaausstellungen “Entartete Kunst” und “Große Deutsche Kunstausstellung” gezeigt, wobei auf gänzlich verschiedene Art und Weise: Während seine expressionistische Skulptur “Dreiklang” (1919) in der einen Ausstellung regelrecht entwertet und herabgesetzt wird, instrumentalisiert die andere Ausstellung sein Werk des Boxers Max Schmeling für die Repräsentation des Idealbilds eines Mannes nach NS-Vorstellung.

“Matt Magazine, ein ArtistZine von Gürsoy Dogtas, ist dieser Ambivalenz auf der Spur, die sich auch in Bellings weiterem Schaffen zeigt. 1936 geht der Bildhauer für 30 Jahre ins Exil nach Istanbul. Dort wird er an die Akademie berufen und entwickelt das Lehrprogramm für Bildhauerei. Diese Stellung in der jungen, laizistischen Türkei war gerade deshalb so prominent, weil die nach Identität suchende Republik insbesondere die Bildhauerei als Auftragskunst im Dienste des Staates verstand.
Die vielfältigen ästhetischen und ideologischen Übergänge und Brüche, die sich im Werk Rudolf Bellings manifestieren, sollen im gemeinsamen Vortrag von Burcu Dogramaci und Gürsoy Dogtas aufgezeigt werden. Zugleich möchte der Vortrag den historischen Narrativen der Kunstgeschichte folgen und sie erweitern, um ein freieres Assoziationsfeld zu eröffnen, welches dem Collage-Stil des Matt Magazines verpflichtet ist.” (Haus der Kunst)

Außerdem findet anschließend ein Gespräch mit Gürsoy Dogtas, Prof. Dr. Burcu Dogramaci und der Künstlertochter Elisabeth Weber-Belling statt, geführt von der Co-Kuratorin der Ausstellung Sabine Brantl.

WO und WANN: Haus der Kunst am Dienstag, 25.09. um 19 Uhr (Eintritt: 5 €)

(Quelle: Haus der Kunst)

 

 

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