Nürnberg

Review: Das war die abc 2012! – Was war die abc 2012?

abc – wer, wie was? wieso, weshalb, warum?

Das Jahr 2012 geht zur Neige und es war gespickt mit Kunst-Highlights der Extraklasse. Seien es die 13. documenta und die Art Cologne gewesen, die uns aus der Hauptstadt zogen oder unsere eigenen Events  la Gallery Weekend und Berlin Biennale. Eine weitere Kunst-Extravaganz könnte durchaus Abwehr generieren. Weshalb wurde also nun die Kunstmesse abc veranstaltet und welches Publikum dabei anziehen?

peter rogiers greentitle abc 2012 Review: Das war die abc 2012!   Was war die abc 2012?

Installation View abc 2012 Peter Rogiers Geen Titel, 2012 Aluminum with stainless steel, nuts and bolts 650 x 500 x 500 cm Galerie Thomas Schulte, Berlin Photo credit: Stefan Korte // Quelle: www.artberlincontemporary.com

Mit dementsprechender Skepsis skeptisch und leichtem Überdruss wurden die Hallen am Gleisdreieck dennoch betreten. Glücklicherweise; denn die Schau wartete mit größtenteils spannenden Positionen auf. Wie man weiß, sind die Arbeiten der Künstler nur eines der Elemente einer Kunstmesse. Es geht hierbei vor allen Dingen darum, als Galerie sichtbar zu werden – sprich im besten Falle Käufer zu locken. Das führt mitunter, dass man als Besucher bisweilen unangenehm von den jeweiligen Vertretern umworben wird. Nur nicht zu interessiert schauen, nur nicht zu lange bei einer Arbeit stehen bleiben, um nicht in ein flapsiges Gespräch verwickelt zu werden – so lautet dir traurige Devise. So war auf der abc ein ungerichtetes  Stöbern bzw. Verweilen nur schwerlich möglich. Obschon dieses Wermutstropfens gab es die Möglichkeit Entdeckungen zu machen.

Außerdem, und das muss man im Hinterkopf behalten, handelt es sich bei der abc gerade nicht um eine Ausstellung sondern um eine Messe. Dieser Sachverhalt bedingt wiederum einen äußerst positiven Aspekt. Die Faktoren „zeitgenössische Kunst“ und „Messebau“ bilden im Kopf zwei Pole, die sich mit der jeweiligen Assoziation „non-Konformität“ und „Konformität“ gegenüberstehen. Die vermeintliche Gegensätzlichkeit hat der Designer Manuel Raeder mit seiner temporären Lösung überzeugend überbrückt. Idem Reader auf einförmige, konventionelle Fertigelemente verzichtete und bereits existierende Strukturen wiederverwendete lieferte er eine Konstruktion, die flexibel für die die jeweiligen Künstler anpassbar war und zudem dem Aspekt von Nachhaltigkeit entsprach. Den Austellern war somit eine vielseitige Displaymöglichkeit zur Verfügung gestellt.

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Eine kleine Auswahl der vertretenen Künstler zeigt die Vielseitigkeit der diesjährigen abc (folgen Sie den Links zu den Besprechungen):

Ulf Aminde urban tai chi (Galerie Tanja Wagner, Berlin)

Ignacio Uriarte ASDFGHJKLÖ (Figge von Rosen Galerie, Berlin)

Rosa Barba Space-Length-Thought (Carlier Gebauer, Berlin)

Isabelle Le Minh Listening (Gallery Christophe Galliard, Paris)

Chiharu Shiota Inside – Outside (Galerie Arndt, Berlin)

Viviane Sassen Parasomania (Stevenson, Capetown)

Sofia Hultén History in imaginary time (Konrad Fischer Galerie, Berlin)

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Fazit: Wen kann die abc also ziehen? Vermeintliche Käufer unter Umständen, aber über Veräußerungen spricht man nicht; Interessierte auf jeden Fall. Denn die abc zeigt, aller Kritikpunkte zum Trotz, gebündelt und unangestrengt, was es in den Galerien Berlins für Schätze zu heben gilt.

Dennoch bleibt zu fragen, was die abc bewirkt, welche Stellung sie einnimmt. Klar; sie zeigt uns in multimedialer Vielfalt und in ansprechender Aufbereitung eine illustre Runde, von allerdings schon meist mehr oder weniger bekannten Künstlern. Die Unabhängigen sind  somit aber einmal mehr unterrepräsentiert.

www.artberlincontemporary.com

ABC ORGANISATIONSBÜRO
Marburger Strasse 3, 10789 Berlin

Christiane v. der Osten
Telefon: +49 30 2190 9834
Mail: info@artberlincontemporary.com

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