Seitdem nun die aktuelle Ausstellung des Kunstvereins München ”The Imaginary Museum” (14. Juli – 9. September 2012) seit fast zwei Wochen für das Publikum geöffnet ist, waren wir der Meinung, einen Besuch der Kunstinstitution mit ihrer derzeitigen Präsentation, in der Abgüsse des Museums für Abgüsse klassischer Bildwerke modernen Videotechniken sowie Fotografien zeitgenössischer Künstler gegenübergestellt werden, noch einmal explizit zu empfehlen. Interessante Aspekte der Kunstwahrnehmung, -referenz und -reproduktion (s.u.) regen abermals zum Nachdenken an.
“Die Ausstellung The Imaginary Museum verknüpft Arbeiten junger Künstler mit einer ortsspezifischen Installation antiker Gipsabgüsse. Das Display der Abgüsse rekonstruiert eine Installationsansicht, die 1932 in den Räumen des heutigen Kunstvereins – damals war dort das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke beheimatet. Ganz beiläufig verschränkte der Fotograf zwei Arten der Reproduktion miteinander – Abgussverfahren und Fotografie –, die im 20. Jahrhundert, einer von der Moderne geprägten Ära, schwierig zu verbinden waren. Durch das anachronistische Moment, das solche Sammlungen auszeichnete, und die Wertlosigkeit, die dem Material innewohnt, führte die Gipskopie innerhalb des kritischen Diskurses nur ein Schattendasein. In dem für die Ausstellung publizierten Text Das imaginäre Museum der Gipsabgüsse unterzieht nun der Kunsthistoriker Sven Lütticken Abgusssammlungen und deren Einfluss auf die Vorgehensweisen zeitgenössischer Künstler hinsichtlich ihres Umgangs mit Referenzen auf Bildquellen sowie deren Reproduktionen ausüben, einer Neubewertung. The Imaginary Museum nimmt diesen Text als Ausgangspunkt für eine Untersuchung über die Bedeutung von Gipsabgusssammlungen innerhalb einer zeitgenössischen Kunstproduktion.” (Quelle: Kunstverein München, Text von Sven Lütticken)
Arbeiten von Becky Beasley, Eric Bell & Kristoffer Frick, Oliver Laric, Mark Leckey, Simon Martin und Ed Atkins, James Richards, Jimmy Robert und Sean Snyder.





