Am letzten Donnerstag eröffnete die Ausstellung “Now or Else” von Charline von Heyl in der Kunsthalle Nürnberg. Die Schau kann noch bis zum 30.09.2012 besucht werden.
Charline von Heyls Gemälde und Papierarbeiten erzeugen durch den Einsatz verschiedenster Mittel und Techniken vibrierende Energien und Spannungen: Große dynamische Formen umfangen feine grafische Strukturen, grelle Farben treffen auf stumpfe Töne, abstrakte Gestik prallt auf die flüchtige Erinnerung an Reales. Figur und Grund stehen in einem ständigen schillernden Austausch. Die Verhältnisse in diesen Bildern sind kompliziert, kühn und rätselhaft, aber so mit Atmosphäre und Emotion aufgeladen, dass sie uns unmittelbar anspringen, obwohl sie sich einer schnellen Einordnung verweigern. Charline von Heyl schafft Bilder, die, wie sie selbst sagt „den ikonischen Wert von Zeichen haben, die jedoch in ihrer Bedeutung rätselhaft bleiben. Etwas, das sich wie Repräsentation anfühlt, es aber nicht ist. Etwas, das aussieht, als ob es einen Inhalt oder eine Geschichte hat, was nicht der Fall ist. Etwas, das vor dem Bild in der Schwebe bleibt anstatt darin zu sein.“

Oread, 2011 Acryl, Öl und Ölkreide auf Leinwand/ 208 x 188 cm Collection of Carole Server Frankel, New York; Quelle: http://kunsthalle.nuernberg.de/ausstellung/2012/von_heyl/von_heyl_G.HTM
Die Ausstellung Now or Else in Nürnberg, die in Zusammenarbeit mit der Tate Liverpool konzipiert und organisiert wurde, zeigt mit rund 25 Gemälden und einer Gruppe aktueller Papierarbeiten einen konzentrierten Blick auf das Schaffen der Künstlerin in den letzten 15 Jahren. Während Charline von Heyl in ihren frühen Werken oft mit Fragmenten und Zitaten auf malerische Stilmittel des 20. Jahrhunderts verweist, zeigen die neuen Arbeiten, die einen Schwerpunkt in unserer Ausstellung bilden, einen seriellen Charakter, in dem häufig Elemente wieder aufgegriffen, transformiert und überraschend neu kombiniert werden. Recycling und Wiederholung, Erfindung und Zerstörung, sich ständig ändernde Bedingungen sind charakteristisch für Charline von Heyls Gemälde, die ganz klassisch gemalt sind, auch wenn sie bisweilen den Eindruck erwecken, als könnten sie am Computer komponiert worden sein.

Plaisir Noir, 2007 Acryl und Öl auf Nesselleinwand/ 208 x 198 cm Courtesy of Galerie Gisela Capitain, Köln & Friedrich Petzel Gallery, New York; Quelle: http://kunsthalle.nuernberg.de/ausstellung/2012/von_heyl/von_heyl_G.HTM
Die 1960 in Mainz geborene Künstlerin hat ihr Studium in Hamburg und Düsseldorf absolviert und lebt seit 1996 in New York und Marfa (Texas).
Zu ihrer ersten großen, institutionellen Einzelausstellung in Deutschland und Großbritannien erscheint ein umfangreicher zweisprachiger Katalog mit Beiträgen von Kirsty Bell und Gavin Delahunty im Kerber Verlag Berlin/Bielefeld. (19 Euro während der Ausstellung, danach 24 Euro/Buchhandelsausgabe 34 Euro)

Pink Vendetta, 2009 Acryl und Öl auf Leinwand/ 208 x 183 cm Harm & Floor Haak, The Netherlands; http://kunsthalle.nuernberg.de/ausstellung/2012/von_heyl/von_heyl_G.HTM
Quelle: http://kunsthalle.nuernberg.de/ausstellung/2012/von_heyl/von_heyl_G.HTM





