Seit heute Mittag um 12h ist die Diplomausstellung 2012 in der AdbK München eröffnet. Die Ausstellung ist noch bis Samstag den 04.02.12 von jeweils 12-19h zu sehen.
Gleich im Erdgeschoss im ersten Raum des Westflügels scheint die von Daria Wendland aus alten Rädern konstruierte Skulptur „Abgefahren“ durch den Raum zu schweben, obwohl sie doch stabil und ohne die zunächst wahrgenommene Fragilität auf dem Boden steht. Durch die Verwendung dieses schrottreifen Materials weist sie auf die sehr aktuelle Problematik hin, die unsere Wegwerfgesellschaft auslöst und zeigt gleichzeitig, dass wir auch Möglichkeiten haben es besser zu machen und uns über die Wiederverwendung von Rohstoffen Gedanken machen müssen.
Ein Besuch ist auch das surreale Kino von Philipp Vinzenz Kühnel und Aiko Okamoto in Raum A_01.18 wert. Die unten zu sehende Videoarbeit von Philipp Vinzenz Kühnel zeigt die Endlosschleife des Treppenaufgang eines Glockenturms. Der Betrachter fühlt sich durch die scheinbar unaufhörliche Tiefe in das Zentrum des Bildes hineingezogen. Die Szenerie wird von dem immer wiederkehrenden Glockenläuten des Turms begleitet.
Im Kolossaal stellt Andreas Peiffer aus. Er macht die Beziehung von Raum und Körper zum Mittelpunkt seiner Arbeiten. Zum einen sind das Fotografien von Objekten, die er im Kolosssaal in einen neuen Kontext rückte. Beispielsweise dokumentierte er das Einfügen einer doppelseitigen Treppe in den riesigen Raum oder den Aufbau und die nachträgliche Zerstörung eines aus Backsteinen aufgestapelten Spitzbogens. Doch nicht nur die Abbildung seiner Projekte macht er wahrnehmbar. Über dem Besucher schweben zwei gewaltige, wahrscheinlich tonnenschwere miteinander verbundene Verbauboxen und lassen ihn damit an der konkreten Arbeitsweise des Künstlers teilhaben.
Mein persönliches Highlight der Diplomausstellung 2012 findet sich im 2. Stock in Raum A_01.20. Dort lässt uns Asja Schubert in die verwunschene Welt der Realität eintauchen. Sie selbst konkretisiert das Thema ihrer Fotografien dahingehend, dass sie zeigen will, „wie der Mensch sich in der Natur einnistet“. Dafür reist sich beispielsweise nach Neufundland in das Dorf mit dem Namen „Paradise“, weil es sie interessiert, wie die Leute dort bauen. Dokumentiert hat sie kleine dicht beieinander stehende Holzhäuschen. Doch auch stößt sie immer wieder auf die sinnlose Einwirkung des Menschen auf die Natur aufgrund von Ordnungs- und Organisationsdrang. So bildet sie eine Treppe im Wald ab, die eigentlich keiner braucht. Neben ihren gefundenen Motiven erfindet sie auch selbst Szenerien, die das Thema eines „merkwürdigen Eingriffs in die Natur“ aufgreifen. Im Wald überrascht den Besucher ein Rodeopferdchen. In einer Kiesgrube findet sich auf einmal ein Flipperautomat. Ein Autoscooter steht am Rand eines Schotterweges. Hinsichtlich dieser Arbeiten ist jedoch darauf hinzuweisen, dass sie nicht durch nachträgliche Bildbearbeitung entstehen. Vielmehr platziert die Künstlerin die Objekte in der von ihr ausgewählten Umgebung um sie zu fotografieren. Einige dieser Arbeiten sind nur in ihrer ausgelegten Übersichtsmappe einzusehen, diese ist also auf jeden Fall einen Blick wert.










dümmlich, semi-lustiger titel für die fahrradskulptur :/
Das ist vielleicht der erste Eindruck, aber wie so oft bei Kunst lohnt es sich näher hinzuschauen.