Zweifellos ist die Ausstellungskonzeption der Kunsthalle besonders gut gelungen, da sie selbst dem kunstgeschichtlichen Laien einen weiten Überblick über den Realismus verschafft. Dabei werden, aus kuratorischer Sicht, weder Künstler an Künstler aneinandergereiht noch lediglich ein historischer Zeitstrahl aufgezeigt. Die Werke wirken vielmehr durch thematische Aufteilung, denn der Fokus liegt auf dem Genre, welches sie repräsentieren: unter anderem sind dies Landschaft, Stilleben oder Portrait. Dadurch ist vor allem der sehr interessante und aufschlussreiche Vergleich zwischen alten und modernen Künstlern, und insbesondere deren Art und Weise ihre Umwelt aufzufassen, möglich.
Richard Estes: Lunch Specials, 2001
c Richard Estes, courtesy Malborough Gallery, new York
Foto: Volker Naumann, Schönaich
Nichtsdestotrotz transportiert die Kunst wenig Tiefgründigkeit. Der Gedanke die Realität und die Frage danach, wie wir Menschen die Wirklichkeit empfinden, darzustellen ist an sich interessant; sich damit zu befassen unumgänglich.
Doch was will uns diese Kunst außer Subjektivität schildern? Robert Musil formulierte diesen sehr wahren Satz: “Was bleibt von der Kunst? – Wir als Veränderte bleiben.” Und somit frage ich: Sollte uns Kunst nicht bewegen und uns zum Denken anregen?
Neben einigen außerordentlichen Werken stellen sich mir die übrigen bloß als Abbildung des Alltags dar und sind vielleicht historisch wertvoll. Doch dem, an Musil angelehnten Anspruch an Kunst können sie nicht genügen.
NOCH BIS ZUM: 05. September 2010
Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstr.8
80333 München
Öffnungszeiten: täglich 10h-20h





